Kaffee mit Lothar Binding - Bericht MM

Veröffentlicht am 05.09.2017 in Presseecho

Ladenburg Politische Kaffeerunde der SPD mit Lothar Binding im Glashaus / Viele Fragen und Anregungen

Deutliche Kritik an der Kanzlerin

Der Bundestagsabgeordnete Lothar Binding spricht in Ladenburg im Glashaus am Reinhold-Schulz-Waldpark und wirbt um Stimmen für dich und seine SPD.

Unter dem Motto "Wo drückt der Schuh?" hatte die SPD zur politischen Kaffeerunde mit dem Bundestagsabgeordneten Lothar Binding ins Glashaus geladen. Dort erhielten die Gäste einen Einblick in den Wahlkampf eines Bundespolitikers so kurz vor der Bundestagswahl: Binding war bei der Veranstaltung von "Pulse of Europe" in Heidelberg auf dem Podium festgehalten worden und konnte erst mehr als eine Stunde nach Veranstaltungsbeginn im Glashaus erscheinen.

"Ich konnte dort schlecht abhauen", erklärte er. "Und selbst im Wahlkampf ist es schwierig, an zwei Orten gleichzeitig zu sein." Trotz Zeitdruck verlängerte er seinen Besuch in Ladenburg und stand gut gelaunt Rede und Antwort.

Zuvor hatte Ladenburgs SPD-Vorsitzender und Landtagsmitglied Gerhard Kleinböck die Zeit genutzt und das Wahlprogramm der SPD zusammengefasst. Binding informierte kurz über die wichtigsten Themen des Wahlkampfs wie Europapolitik, Mindestlohn, Arbeitslosigkeit oder Flüchtlingshilfe und äußerte deutliche Kritik an der Kanzlerin. "Da, wo was schlecht ist, muss man Merkel auch mal kritisieren dürfen." Dabei blieb er als Mitglied der Großen Koalition durchaus selbstkritisch: "Ich bin da ja mit im Boot."

Fragen, Probleme und Anregungen gab es genug. So wurde über den Sinn befristeter Arbeitsverhältnisse diskutiert. Die von einem Gast geforderte Erhöhung des Mindestlohns auf das Niveau europäischer Nachbarländer hielt Binding im Zusammenhang mit einer Anhebung der Reallöhne für eine kluge Idee. Die vorgeschlagene automatische Anpassung der Löhne an die Inflation ist für ihn dagegen schwer umsetzbar. "Eine Indexierung der Löhne ist ganz schwierig, denn viele Faktoren spielen hier eine Rolle."

Kirchensteuer hinterfragt

Es gab auch Fragen abseits der gängigen Debatten: Diskutiert wurde die Finanzierung der Kirchen durch den Staat. "Das ist ja nicht mehr zeitgemäß!", so ein Gast. Ein weiterer Besucher fragte, warum die Errungenschaften der SPD in der Öffentlichkeit oft dem Koalitionspartner CDU zugeschrieben werden. Binding führte dies auch auf die unterschiedlich hohen Wahlkampfbudgets zurück. Die Themen Bildungspolitik sowie der desolate Zustand vieler Schulen müssen laut Kleinböck auch zukünftig auf Landesebene diskutiert werden. "Es gibt da nicht zu viele bundespolitische Möglichkeiten", stimmte Binding zu.

Renate Wagner aus Ladenburg wollte vor allem über zwei Themen diskutieren: gerechte Renten und sozialer Wohnungsbau. "Hier in Ladenburg gibt es einen großen Bedarf an Wohnraum, nicht nur für unterzubringende Flüchtlingen." Im Gegenzug dazu stünden viele Wohnungen leer. Und auch die prozentuale Rentenanpassung hält sie für ungerecht. "Menschen mit einer ohnehin höheren Rente bekommen eine größere Erhöhung. Die Lebenshaltungskosten sind aber für alle gleich." Sie spricht sich für eine Erhöhungspauschale aus.

Ihre Themen kamen erst zum Schluss zur Sprache und konnten nicht mehr ausreichend besprochen werden. Binding stellte daher einen Extra-Termin zur Rentendebatte in Ladenburg in Aussicht.

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 05.09.2017

 

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