Nordstadtbewohner fordern maximale Verkehrssicherheit für ihre Kinder ein - Bericht LAZ

Veröffentlicht am 22.04.2022 in Presseecho

Reges Interesse am Vorort-Termin in der Weinheimer Straße, zu dem der SPD-Ortsverein einlud / Zögerliche Haltung der Verkehrsbehörde wurde kritisiert 

Das große Interesse an einem Vorort-Termin am Fußgängerüberweg an der Weinheimer Straße zeigt, wie wichtig den Bewohnern der Nordstadt die Beseitigung eines Gefahrenpunkts ist. Eingeladen hatten der SPD-Ortsverein und die Gemeinderatsfraktion, deren Sprecher Gerhard Kleinböck das „Brennpunkt-Thema“ in den Sitzungen schon mehrfach ansprach. Man sei sich mit der Stadtverwaltung einig, dass an dieser Querungsstelle eine Ampelanlage installiert werden müsse, denn besonders für Kinder sei die Querung der viel befahrenen Straße eine Gefahrenstelle. Auch der Vorort-Termin verdeutlichte: obwohl eine Gruppe von 25 Teilnehmern am Übergang stand, dass dort viel zu schnell gefahren wird. Kaum ein Autofahrer hielt die vorgeschriebene innerstädtische Geschwindigkeit ein.

Mit dabei waren zahlreiche Eltern, die einen sicheren Weg für ihre Kinder in den Anne-Frank-Kindergarten einforderten. Um von der Nordstadt in die Oststadt zu gelangen, müssen die Kinder die Weinheimer Straße queren. Derzeit wohnen im neuen Wohngebiet 170 Neubürger/innen – die meisten Familien haben Nachwuchs im Kindergartenalter.

Auch Ina Gottwald, Mutter von zwei kleinen Kindern, macht sich große Sorgen. Schon mehrfach hat sie den Rhein-Neckar-Kreis kontaktiert, der für die Verkehrssicherheit dieser Kreisstraße zuständig ist. Sie forderte den Bau einer Ampelanlage ein und hält die Geschwindigkeitsreduzierung an der Stadteinfahrt von 50 km/h auf 30 km/h für zwingend erforderlich. Geholfen wurde der besorgten Mutter nicht. Vielmehr wurde auf die Ermittlung von Querungszahlen hingewiesen. Erst danach könne entschieden werden, ob dort eine Ampelanlage gebaut wird. „Der Stadtteil wächst rasant. Bald wohnen hier 1.200 Menschen und es ist daher nicht nachvollziehbar wie kurzsichtig in manchen Ämtern gedacht wird“, waren sich Gerhard Kleinböck und seine ebenfalls anwesenden Fraktionskollegen Uta Blänsdorf-Zahner, Angelika Gelle und Bernd Garbaczok einig. Gelle, die Leiterin des Anne-Frank-Kindergartens, kennt die Sorgen der Eltern nur zu gut. Immer wieder wird sie angesprochen, wie gefährlich der Weg zum Kindergarten sei. Die Stadträtin ergänzte, dass noch in diesem Sommer ein Kindergarten-Provisorium auf einem Grundstück am Brenngässel errichtet wird.

Dann werden noch mehr Kinder die Weinheimer Straße queren.
Auch Felix Dubberke ist enttäuscht von der Einstellung der Behörde. „Wir dürfen als Bürger erwarten, dass für unsere Kinder eine maximale Sicherheit im Straßenverkehr angestrebt wird. Das ist an dieser Stelle nicht der Fall“, schimpfte der Anwohner, der vorschlug, dass Blinklichter angehen sollten, wenn Autofahrer zu schnell an den Querungsbereich heranfahren. Dem Familienvater ist die Querungsstelle auch nur unzureichend beleuchtet. Auch dieser Gefahrenpunkt müsse schnellstens beseitigt werden.

Markus Schief ist mit seinen Kindern meistens mit dem Fahrrad unterwegs. Zum Einkaufen fährt er oft in den Edeka-Markt in der Oststadt, so dass er mit den Kleinen die Weinheimer Straße queren muss. „An dieser Stelle ist das sehr gefährlich“, zeigte der Vater auf, dass sein Fahrrad mit Anhänger nicht genug Platz hat, um gefahrlos auf der Verkehrsinsel zu stehen. Entweder steht das Fahrrad oder der Anhänger im Straßenbereich. Sicherheitspfosten, die am Rande der Straße stehen, verhindern außerdem, dass Fahrräder mit Anhänger oder Zwillings-Kinderwagen den Übergang nutzen können.

Anwohner Manfred W. Ramm beobachtet immer wieder gefährliche Situationen. Der Rechtsanwalt schlug daher eine Zwischenlösung vor, die schnell umgesetzt werden könnte. „Ein Zebrastreifen an dieser Stelle könnte schnell helfen“, meinte Ramm.

Muss erst ein schlimmer Unfall passieren?

Bauliche Veränderungen vor der Gefahrenstelle forderte Michael Schummer ein. „Der Einbau von Straßenschwellen wäre an dieser Stelle hilfreich, um die Autofahrer zu zwingen, langsam zu fahren“, meinte das Vorstandsmitglied.

Die Neubürger/innen dankten abschließend den Initiatoren des Vorort-Termins und sie wünschten sich, dass nun schnellstens Maßnahmen ergriffen werden. „Es darf nicht sein, dass erst gehandelt wird, wenn ein schlimmer Unfall passiert ist“, brachte es Felix Dubberke auf den Punkt. Gerhard Kleinböck sicherte den Nordstadtbewohnern zu, dass die SPD weiterhin den Finger in die Wunde legen wird. „Die Mühlen in der Verkehrsbehörde des Rhein-Neckar-Kreises mahlen langsam“, kennt Kleinböck das Problem. Er erinnerte daran, dass es auch an der Wallstadter Straße „eine halbe Ewigkeit gedauert hat“, bis vor dem Einkaufszentrum ein 30 km/h-Geschwindigkeits-Verkehrszeichen aufgebaut werden konnte. Beharrlichkeit zahlt sich oft aus, meinte Kleinböck, der mit seinen Mitstreitern/innen auch beim „Ärgernis“ in der Weinheimer Straße beharrlich bleiben wird.

Dem zuständigen Straßenverkehrsamt sei das Anliegen der Anwohner bewusst, sagte die Sprecherin des Landratsamtes, Silke Hartmann, auf LAZ-Anfrage. Unter Beteiligung des Straßenverkehrsamtes des Rhein-Neckar-Kreises, der Polizei, der Straßenbaubehörde des Rhein-Neckar-Kreises und der Stadt Ladenburg fand bereits am 9.12.2021 eine Verkehrsschau statt.

„An der Weinheimer Straße befindet sich südlich der Einmündung Langgewannstraße eine sichere Querungsmöglichkeit für Fußgänger in Form einer baulichen Querungshilfe. Ob darüber hinaus ein Fußgängerüberweg oder eine Lichtzeichenanlage erforderlich werden, hängt von der dortigen Fußgängerverkehrsstärke und KFZ-Verkehrsstärke ab. Einer Prüfung steht das Straßenverkehrsamt Rhein-Neckar-Kreis offen gegenüber. Im Ergebnis hatten sich alle Beteiligten bei der Verkehrsschau darauf verständig, dass die Verdichtung der Bebauung zunächst abgewartet werden soll.

Verkehrssicherheitsdefizite bestehen nach Einschätzung der Verkehrskommission derzeit nicht“, schreibt die Sprecherin des Rhein-Neckar-Kreises.

 

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