Stadtrundgang der Sozialdemokraten auch zum Thema Hallenbau

Veröffentlicht am 29.10.2018 in Presseecho

Rundgang mit zahlreichen Interessierten

Bericht Rhein Neckar Zeitung Montag 29.10.2018:

Für SPD-Stadträte ist der Standort noch offen

Stadtrundgang der Sozialdemokraten auch zum Thema Hallenbau - Römerdrachen äußerten Existenzsorgen - Baustellen im Stadion

Ladenburg. Noch vor wenigen Wochen stand in den Sternen, wann eine neue Dreifeld-Sporthalle in Ladenburg gebaut werden kann. Für den SPD-Ortsverein stellt sich nun nicht mehr die Frage ob, sondern lediglich wo. Auch diese ist teilweise beantwortet. "Die Halle wird im Geltungsbereich des Bebauungsplans Römerstadions gebaut", begrüßte der Vorsitzende der SPD-Gemeinderatsfraktion, Steffen Salinger, rund 50 interessierte Bürger zum alljährlichen SPD-Stadtrundgang. Ortsvereinsvorsitzender Gerhard Kleinböck betonte, dass ein Rundgang noch nie einen so aktuellen Bezug gehabt hätte.

Salinger und seine fünf Fraktionsmitglieder wollten sich am Samstag aber nicht nur mit dem Standort der geplanten Sporthalle beschäftigen. Auch der Kunstrasen ist in die Jahre gekommen, und das Rasenspielfeld im Stadion kann derzeit überhaupt nicht bespielt werden.

Um die Dimensionen der Sporthalle einschätzen zu können, hatten die SPD-Stadträte mit einem Absperrband die Ausmaße abgesteckt. Zwei Möglichkeiten bieten sich aktuell an: Zum einen kann die Halle direkt an das Umkleidegebäude gebaut werden. Sollte diese Variante kommen, müsste die Drachenboothalle abgerissen werden. Zum anderen wird geprüft, ob die Sporthalle an die Drachenboothalle angebaut werden kann. "Der Platz hierfür ist ausreichend", meinte Abteilungssprecher Markus Walz.

Die "Römerdrachen" waren mit einer starken Abordnung vertreten, denn sie wollen um ihre Halle kämpfen, die im Jahr 2007 durch viel Eigenarbeit erstellt wurde. Hier sind die Drachenboote der FV03-Abteilung gelagert; es gibt einen Aufenthaltsraum und einen Fitnessbereich. Rund 500.000 Euro sei die Halle wert, die man nicht einfach abreisen sollte, meinten die Abteilungsmitglieder. "Damit wäre die Drachenbootabteilung ausgelöscht", meinte Helmut Bühler, der vor Kurzem Weltmeister wurde und der sich jetzt große Sorgen um die Zukunft der Abteilung macht.

Den Abgesang auf die Drachenbootabteilung wollte Stadtrat Bernd Garbaczok nicht anstimmen. Die SPD-Fraktion habe beantragt, dass auch ein dritter Standort im Geltungsbereich des Römerstadions gesucht werden soll. Ein maßstabsgetreuer Plan des Geländes sowie eine verschiebbare Sporthallenfläche zeigten Möglichkeiten auf, wo die Halle theoretisch hinpassen könnte. Um über Fakten sprechen zu können, wurde in der jüngsten Ratssitzung eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

Auch das Römerstadion war beim Rundgang Thema: Seit rund zwei Jahren finden auf dem Hauptfeld des Stadions keine Fußballspiele mehr statt. Das Naturrasenfeld ist in einem erbärmlichen Zustand. An die Austragung von Meisterschaftsspielen ist dort nicht zu denken. Teilweise ist der Rasen abgefault, die Unebenheit des Geländes ein Problem.

Die SPD lud deshalb Gartenbauingenieur Werner Molitor ein, der Mitorganisator der "Heidelberger Rasentage" ist. Er brachte einen Spaten mit, um den Wurzelzustand zu testen. Molitor ist optimistisch, dass der Rasen im Römerstadion wieder bespielbar sein wird. Er schlug vor, ihn auf drei Zentimeter zu kürzen und zu belüften. Mit einem Spezialgerät müsste eine ebene Fläche hergestellt werden. Noch vor dem Winter sollte Spätsamen gesät werden. Molitor empfahl die Erstellung eines Pflegeplans, den nicht der Bauhof, sondern eine Fachfirma umsetzen müsse.

Sportler nutzen derzeit das Spielfeld, obwohl die Stadt den Rasen gesperrt hat. Zwar gibt es seit einem Jahr wieder eine Aufsichtsperson im Römerstadion, aber die meiste Zeit bleibt es unbeaufsichtigt. Außerdem gibt es hier eine Schließanlage; der gewünschte Effekt blieb aber aus.

Salinger nutzte die Anwesenheit der zahlreichen Gäste, um ein Stimmungsbild zu bekommen: "Soll das Römerstadion weiterhin zugeschlossen bleiben?" Die Vereinsvertreter waren dafür. Nicht zuletzt deshalb, weil auch das Kunstrasenfeld arg in Mitleidenschaft gezogen wird, wenn Freizeitkicker dort spielen. Weil der Kunstrasen die einzige Spielfläche ist, auf der Meisterschaftsspiele ausgetragen werden können, müsse man pfleglich damit umgehen, appellierten die Vereinsvertreter. Sie wünschen sich auf dem jetzigen Trainingsplatz Ost ebenfalls einen Kunstrasen, denn der heutige habe nur noch eine Lebensdauer von höchstens fünf Jahren. Kleinböck versicherte, dass sich die Ladenburger SPD immer für den Sport stark mache und sich daran auch künftig nichts ändere.

Von Axel Sturm

 

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