Wallstadter Straße - Bericht LAZ

Veröffentlicht am 10.12.2021 in Presseecho

Eine Verkehrssituation, die kein Mensch versteht

Presseecho LAZ vom 10. Dezember 2021  Autor: Axel Sturm aus Ladenburg

SPD-Mandatsträger üben bei einem Vorort-Termin in der Wallstadter Straße viel Kritik / Unterschriften-Aktion wird vorbereitet / Die Verkehrsbehörde bewegt sich nicht 

„Diese Einstellung ist einfach schrecklich - muss erst was Schlimmes passieren damit die Verkehrsbehörde reagiert", war die SPD-Stadträtin Angelika Gelle richtig sauer. Bei einem Vorort-Termin in der Wallstadter Straße/Einmündung Schwarzkreuzstraße kritisierte aber nicht nur die Stadträtin, sondern auch ihr Ratskollege Gerhard Kleinböck, Kreisrat Thomas Zachler, der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Markus Bündig sowie Vorstandsmitglied Michael Schummer die „unhaltbare Verkehrssituation". Erst vor wenigen Tagen habe sich dort ein Unfall ereignet, bei dem eine Schülerin zum Glück nur leicht verletzt wurde. Beinah-Unfälle seien sogar an der Tagesordnung. Nun wollen die SPD-Verantwortlichen nicht länger abwarten. Gerhard Kleinböck hat die Situation in den TA- und Gemeinderatsitzungen immer wieder thematisiert. Nicht nur Bürgermeister Stefan Schmutz, auch alle Ratsmitglieder können die dortige Verkehrsregelung nicht verstehen.

Was ist das Problem ? Die erlaubte Geschwindigkeit auf dieser Kreisstraße wurde „vernünftigerweise", so Kleinböck, ab der Kreuzung Neckartorplatz bis zum Jugendzentrum auf 30 km/h reduziert. Kurz nach der Einmündung Neue Anlage dürfen aber wieder 50 km/h gefahren werden. "Das ist ein Unding", bringt es Markus Bündig auf den Punkt. Denn nur 30 m nach dem 50 km/h-Verkehrsschild stößt die viel befahrene Schwarzkreuzstraße in die Wallstadter Straße. 20 Meter weiter befindet sich die Fußgängerquerung zum Einkaufszentrum und seit der Öffnung des Wohnkomplexes Martinshöfe wird dort die Wallstadter Straße von vielen gehbehinderten Menschen und Rollstuhlfahrern gequert. "Für uns ist es nur logisch - und dafür braucht man kein Verkehrsexperte sein, dass es hier eine durchgängige 30 km/h-Regelung geben muss", findet der ehemalige Landtagsabgeordnete Kleinböck. Die Teilnehmer des Vorort-Termins fordern die Verkehrsbehörde im Landratsamt daher umgehend auf, diesen Gefahrenpunkt zu beseitigen.

Bereits vor einem Jahr hat der Ladenburger Bürger, Wolfgang Oswald, genau dies verlangt. Er hat einen Antrag bei der Verkehrsbehörde eingereicht – der wurde mit einer langen Begründung allerdings von der Behörde abgelehnt. Nach dem Unfall hat Oswald vor vier Wochen erneut einen Versuch unternommen, denn auch er befürchtet, dass dies nicht der letzte Unfall war. Auch die von ihm vorgeschlagene zeitliche Begrenzung (von 7-20Uhr soll 30km/h gelten) lehnte die Behörde ab. „Wir brauchen hier eine Verbesserung“, sagte Oswald der LAZ. Allein schon wegen des Einkaufszentrums gibt es an diesem Teilabschnitt der Wallstadter Straße eine große Verkehrsdichte. Oswald schätzt die Situation für die Radfahrer, Personen mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und für die Schüler aus Heddesheim, die den Radweg benutzen als besonders problematisch ein. Zudem argumentierte der Mitbürger der Römerstadt, dass mit der Einführung einer durchgängigen 30km/h-Zone auch der Verkehrslärm deutlich reduziert werden kann. Oswald stört sich auch an der Einschätzung der Polizei, weil es hier "keine Unfallauffälligkeit geben soll“.

Dieses Argument zieht auch beim SPD-Ortsvereinsvorsitzenden nicht. „Wer sich hier nur eine halbe Stunde hinstellt und den Kreuzungsbereich beobachtet, der kann sehen, dass es hier ständig gefährliche Situationen gibt", meinte Bündig.
Und welche Lösungsansätze haben die Sozialdemokraten? Für Gerhard Kleinböck ist es keine Frage, dass es hier eine durchgängige 30 km/h-Regelung bis hin zum Feuerwehrhaus geben muss. Es müssten lediglich drei Straßenschilder ausgetauscht werden. „Der Aufwand ist gering", meinte der Stadtrat. Angelika Gelle erinnert sich, dass beim Bau des Einkaufsmarktes über den Bau eines kleinen Verkehrskreisels nachgedacht wurde. Wegen Platzproblemen konnte die Idee aber nicht umgesetzt werden. „Das sollte man nochmals aufgreifen", meinte Markus Bündig.

Michael Schummer bat um eine Prüfung, ob Ladenburg nicht Modellstadt für eine gesamte 30 km/h-Reduzierung auf den Straßen Ladenburgs werden sollte.
Auch die SPD-Kreistagsfraktion will sich um die Sache kümmern. Die Fraktion wird einen Prüfauftrag im Kreistag einbringen. „Eine Lösung sollte bei gutem Willen doch schnell zu finden sein“, hofft Kreisrat Zachler, dass bald Bewegung in die Angelegenheit kommt.

Auf Anfrage der LAZ teilte die Sprecherin des Landratsamtes, Silke Hartmann, mit, dass eine Verkehrstagefahrt im Oktober 2020 zusammen mit der Polizei, dem Amt für Straßen- und Radwegebau und der Stadtverwaltung Ladenburg stattgefunden hat. Nach einer Bürgeranfrage wurde die Lage Mitte 2021 erneut geprüft und besprochen. Sie schickt voraus, dass die Geschwindigkeitsreduzierung in der Wallstadter Straße aus Lärmschutzgründen umgesetzt wurde. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung aus Verkehrssicherheitsgründen sei nur zulässig, wenn eine ganz besondere Gefahrenlage besteht. „Eine solche Gefahr besteht nach Einschätzung der beteiligten Behörden aber nicht. Die Polizei hat mitgeteilt, dass die Unfalllage unauffällig ist und die Querungssituation für Fußgänger nicht als besonders gefährlich eingeschätzt wird“, teilte das Landratsamt die Ablehnungsgründe mit.

Für die Teilnehmer der Ortsbegehung ist die Stellungnahme keine Überraschung. „Ruhe geben", wollen die Sozialdemokraten aber nicht. Angelika Gelle kann sich gut vorstellen eine Unterschriftenaktion zu starten. "So bleiben darf die Lage auf keinen Fall“, waren sich die Mandatsträger einig.

 

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