Donnerstag, 29. Januar 2026, 19 Uhr (öffentlich)
Ort: Restaurant Ambiente in Dossenheim (Karte)
Diskussion mit mit der schwul-lesbischen Geschichtswerkstatt Rhein-Neckar. Die freie Historikerin Ilona Scheidle M.A. stellt die Arbeit der Initiative vor.
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Freitag, 30. Januar 2026, 12 bis 15 Uhr (öffentlich)
Ort: SPD-Büro in der Hauptstraße 128 in Weinheim (Karte)
Der Haushalt für 2026 wurde dem Gemeinderat vorgestellt. Der Bürgermeister hat in seiner sehr ausführlichen Rede einige wichtige Punkte herausgestellt, die wir hier wiedergeben.
Trotz der großen Ausgaben, die Ladenburg durch die Dreifeldsporthalle und die Renovierung der WRS zu stemmen hat, ist die Haushaltslage insgesamt zufriedenstellend. Das ist auch auf das besonnene Wirtschaften der letzen Jahre zurückzuführen. Der vorliegende Haushalt 2026 hat daher auch ein positives Gesamtergebnis (Einnahmen minus Ausgaben) von 2,2 Mio €.
Ladenburg ist also weit entfernt von einer Zwangsverwaltung oder der Zahlungsunfähigkeit. Da sind eine wachsende Zahl von Kommunen in Deutschland wesentlich schlechter aufgestellt. Ladenburg hat das Heft in der Hand.
In Zukunft müssen wir dennoch sparen
Zukünftige Einnahmen werden knapper ausfallen. Ausgaben werden steigen. Zum Beispiel für die Ganztagsbetreuung an beiden Grundschulen, die ab Mitte 2026 bis 2028 schrittweise eingeführt wird – eine Vorgabe des Bundes und wie so oft ohne ausreichende Finanzmittel. Daher ist eine Konsolidierung des Haushaltes zwingend. Für manche Entscheidungen wird es keinen Applaus in der Bevölkerung geben.
Es wird aber keine neue Kreditermächtigung geben. Das ist ein Kreditrahmen, der der Gemeinderat der Verwaltung einräumt, den die Verwaltung aber nicht ausschöpfen muss. Die Ermächtigung vom letzten Februar reicht dafür noch aus. (siehe Erklärer vom 26.2.2025).
Es wird auch Einiges fertiggestellt:
Wie geht es weiter?
Der Haushaltsplan wird nun von den Fraktionen begutachtet. Sie werden bis zur internen Haushaltsklausur im Januar Zeit haben, an einzelnen Posten Kritik zu übern. Sie können auch Änderungen vorschlagen und Dinge, die nicht im Plan vorkommen, versuchen, dort hineinzuschreiben.
Über die endgültige Fassung stimmt dann der Gemeinderat am 11. Februar ab.
Für das Jugendzentrum "Kiste" gibt es einen Neuanfang. Bisher begleitete ein Trägerverein die städtischen Angestellten, was aus Zeitgründen nicht funktionierte.
Die Kiste bekommt jetzt einen neuen Träger, die „Arbeitsgemeinschaft zur Förderung von Kindern und Jugendlicher“ (AGFJ) Rhein-Neckar gGmbH mit Sitz in Heidelberg.
Die früheren Personalkosten werden 1:1 an den Träger gezahlt. Vorteil: bei Krankheit wird der Träger für Ersatz sorgen. Das konnte die Stadt nicht leisten. Der neue Träger hat auch einen Fuhrpark und andere Strukturen, von denen die Kiste profitieren wird.
Die Räume der Pflastermühle sollen möglichst vielen Vereinen offen stehen und der Bürgermeister hofft, dass der bisherige Trägerverein nach seiner Neustrukturierung dabei wieder eine vermittelnde Rolle einnehmen wird.
Die Sanierung des Freibades wurde letzten September vom Gemeinderat beschlossen. Siehe dazu den Erklärer. Dafür muss die Stadt 6,6 Mio € aufbringen. Das ist nach Abzug der 2,775 Millionen Förderung durch den Bund.
Mit diesen 6,6 Millionen werden allerdings nur die Becken grundsaniert und die Pump- und Filter-Technik erneuert.
Die Gebäude, also die Umkleidekabinen, Duschen, sanitäre Anlagen und der Kiosk, sollen zum gleichen Zeitpunkt saniert werden. Sie sollen, wie die Becken, bis Mai 2028 fertig sein. Ursprünglich war für die Gebäude noch kein Zeitfenster geplant. Der Bund hat aber einen neuen Fördertopf für genau solche Projekte geschaffen (siehe nächsten Absatz), was das zeitgleiche Sanieren möglich macht.
Diese zweite Sanierung wird geschätzt fast 4,5 Mio € kosten (siehe Bild für den Kostenvoranschlag einzelner Posten). Die Stadt wird hierfür Fördermittel in Höhe von 45% beantragen. Das würde die Gesamtkosten auf 2,5 Mio € senken. Der bundesweite Fördertopf ist aber mit 30 Mio € recht klein und die Chancen auf Förderung damit auch.
Ladenburg hat aber aus dem Sondervermögen des Bundes bereits Fördermittel in Höhe von jährlich 580.000 € zugesagt bekommen (siehe Erklärer vom November). Diese, so der Bürgermeister, könnten auch die Kosten reduzieren. Dieses Geld wäre dann natürlich für andere Projekte nicht mehr verfügbar.
Der Eintritt deckt die Kosten höchstens zu einem Drittel
Beide Sanierungsmaßnahmen zusammen werden fast 10 Millionen Euro kosten. Wenn man diese über 30 Jahre verteilt (denn das war in der Vergangenheit in etwa der Zeitraum zwischen den beiden letzten sowie der jetzigen Sanierung), dann sind das pro Jahr 330.000 €.
Daraus ergibt sich folgende Rechnung:
Ausgaben für das Freibad (2025)
330.000 €: Sanierungskosten über 30 Jahre pro Jahr (oben berechnet)
660.000 €: Personal, Sach- und Dienstleistungen, Abschreibungen (aus dem Haushaltsentwurf vom Januar 2025)
Zusammen 990.000 €.
Einnahmen durch Eintrittsgelder etc. (2025)
360.000 €: Öffentliche und privatrechtliche Leistungsentgelte (aus dem Haushaltsentwurf vom Januar 2025)
Die Eintrittsgelder tragen damit nur zu einem Drittel zu den Kosten des Bades bei. Die anderen zwei Drittel werden von der Stadt aufgebracht. Das sollten wir uns immer wieder vor Augen führen, denn unser Freibad ist nicht selbstverständlich.
Ist es das wert?
Ja. Das Freibad ist ein Luxus, den wir uns leisten müssen, denn es bringt unseren Kindern das Schwimmen bei, fördert soziales Miteinander und ist gerade in Zeiten knapper Familienbudgets wie ein kleiner Urlaub.
Spenden sind natürlich willkommen
Mit dem Freibad-Förderverein hat das Bad neben der Stadt einen privaten Unterstützer, ohne den unser Freibad nicht das wäre, was es heute ist. Jeder Euro, den Sie dem Verein spenden, wird ehrenamtlich in die Infrastruktur des Freibades investiert.
Die Bürgerbeteiligung von 2023 ergab eine Liste von Wünschen und Anregungen für das keilförmige Areal in der Nordstadt, welches damals noch aus Erdhügeln bestand.
Von diesen Anregungen wurden bzw. werden demnächst aber nur einige umgesetzt, was auch den Kosten geschuldet war. Einen Boule-Platz wird es nicht geben, aber im Glashaus gibt es ja auch die Möglichkeit dafür. Auch ein Backhaus wird dort nicht entstehen, das steht jetzt auch im Glashaus am Waldpark.
Der Boulevard wurde zunächst mit dem Eidechsen-Spielplatz im Süden und dem Bolzplatz im Norden begonnen (Bauabschnitt 1 im Bild) und der Rest wird bis Ende nächsten Jahres von Süden nach Norden fertiggestellt.
Die Erschließungskosten, die ursprünglich für den Ausbau des Grünen Boulevards kalkuliert waren, werden nicht kostendeckend sein. Der Boulevard hat aber einen Mehrwert für die gesamte Stadt, daher findet der TA, dass es legitim ist, mehr Geld hineinfliegen zu lassen. Dafür werden die Einnahmen aus Stellplatz- und Spielplatzablöse herangezogen. Diese Ablösegebühren müssen Hausbesitzer zahlen, wenn sie weniger Stellplätze bzw. Spielplätze anbieten, als von der Planung vorgesehen.
Aber, wie schon beim Freibad, ist bürgerliches Engagement auch hier willkommen.
Auch wurde erwähnt:
Jetzt wo es früher dunkel wird, fallen uns vielleicht wieder Orte in Ladenburg auf, die besser beleuchtet werden könnten. Das war auch einer der Tagesordnungspunkte im TA.
Als Orte, die man überprüfen sollte, wurden konkret eine Treppe am Bischofshof und der Weg am Neckar erwähnt. Diese wird sich die Verwaltung anschauen.
Die Bürgerinnen und Bürger Ladenburgs wurden aufgefordert, dunkle Stellen, defekte oder zugewucherte Lampen der Verwaltung zu melden.
Das geht am besten in der Ladenburg-App (ehemals Bürger-App) oder im Bürgerbüro.
Die Stadtverwaltung hat in diesem Zusammenhang auch eine Übersicht über den Zustand der öffentlichen Beleuchtung gegeben: