Presse (Archiv)

— alle Presse-Artikel über die SPD-Ladenburg ab 2017 —

Die Redaktion vom 28.01.2025

Roter Schuh: Das haben Sie gefragt

Bei der letzten Befragung der Laden­burgerinnen und Ladenburger (Roter Schuh vom 13.12.2024) gab es über­wiegend Anmer­kungen zum ruhenden und rol­lenden Verkehr. Es wurden vor Allem zwei Stadt­teile erwähnt. In der Nordstadt werden die Bord­stein­absen­kungen zugeparkt (lt. StVO § 12 Abs. 3 ist drei Minuten lang Halten, aber nicht Parken erlaubt). Zudem sind einige Bord­stein­absen­kungen ungünstig positio­niert. Im Neug­raben wurde eine Straßen­laterne weg von einer Ein­fahrt versetzt, seitdem funktio­niert sie nicht mehr.

Zu dem neuen Ein­bahn­straßen­system Neue Anlage / Luisen­straße gab es positive und negative Stimmen. Positiv wurde die Ein­richtung der Einbahn­straßen bewertet. Es wurde aber auch vermutet, dass die Neue Anlage wohl ein neuer Durch­fahrts­weg in die Süd­stadt ist. Der Verkehr sei an­gestiegen und be­sonders in Höhe des Martins­tors wird viel gehupt.

Die Ein­käufer auf dem Markt waren nicht nur Laden­burger, sondern auch Aus­wärtige, die regel­mäßig aus Ilves­heim und Secken­heim zum Ein­kaufen kommen. Zur Zeit der Befra­gung fand der Markt auf dem Neckar­tor­platz statt, die Befrag­ten bemän­gelten das Fehlen von Park­plätzen.

Last but not least kamen nicht nur die Auto­fahrer, sondern auch die Fuß­gänger zu Wort. Sie fühlen sich benach­teiligt und leben gefährlich. Besonders Rad­fahrende halten sich nicht an Verkehrs­regeln und gefährden Fuß­gänger sogar auf Geh­wegen.

Auf dem Weihnachts­markt sollten Schilder angebracht werden, auf denen steht: „Für Rolla­toren-Nutzer nicht zu passieren“.

Die Ergeb­nisse der Befra­gung gab der Orts­verein an die Fraktion und ans Rat­haus weiter, damit nach Lösun­gen für die Prob­leme gesucht werden kann.

Roter Schuh aus Pappmaché auf rotem SPD-Tisch

Ladenburger Zeitung vom 27.01.2025

Alle Laden­burger Demo­kraten standen zusammen

Am 80. Jahres­tag der Befrei­ung des Kon­zentra­tions­lagers Ausch­witz putzen die Rats­mitglieder die 42 verlegten Stolper­steine / Bürger­meister Schmutz und sein Heraus­forderer Habel waren gemein­sam am Markt­platz aktiv

Eine starke Botschaft wurde in Laden­burg am heu­tigen Mon­tag gesetzt, dem Tag, an dem sich die Befrei­ung des Kon­zen­tra­tions­lagers Ausch­witz zum 80. Mal jährte. Die Gemein­schaft „Bündnis für Demo­kratie und gegen Aus­grenzung“ wollte an diesem wich­tigen Erinnerungs­tag nicht un­tätig sein. Für die Orga­nisa­tion einer großen Demo, wie am Februar 2023 als 1.400 Teil­nehmer für die Ein­haltung der Menschen­rechte demon­strierten, war der Auf­wand zu hoch. „Die jüngsten Ent­wick­lungen zeigen aber, dass eine Demo wieder nötig wäre“, sagte der Sprecher der Initiative, Jürgen Frank. Daher wurde zu einer Unter­stützung einer klei­neren Aktion auf­gerufen, an der sich erfreu­licher­weise alle im Gemeinde­rat vertre­tenen Parteien und Wähler­gemein­schaften betei­ligten. Für die partei­übergrei­fende Aktion rich­teten die Rats­mitgli­eder Eimer und Bürsten sowie Reinigungs­mittel her, um die 42 Stolper­steine, die an die Vertrei­bung und Ermor­dung von jüdi­schen Mit­bürgern erinnern, zu säubern.

Eine beson­ders eindrucks­volle Geste war, dass Bürger­meister Stefan Schmutz und der Bürger­meister­kandidat Sophian Habel die Gedenk­tafel vor der Skulp­tur am Markt­platz, gemein­sam säuberten. Das von Schülern des Carl-Benz-Gymna­siums geschaf­fene Denkmal erinnert an die Depor­ta­tion von 27 Laden­burger Juden in das Inter­nierungs­lager Gurs. Dort aber auch im Kon­zentra­tions­lager Ausch­witz wurden die Mit­glieder der von den Nazis aus­gelösch­ten jüdi­schen Gemeinde Laden­burg ermordet.

Kurz vor 13 Uhr kamen Schmutz und Habel zum Denkmal und beide waren sich einig, dass es die dortige Erinnerungs­tafel nötig hat gereinigt zu werden, damit die trau­rigen Fakten wieder gut lesbar werden. Dazu brauchte es Essig­reiniger, Reinigungs­paste und Bürsten, so stark war die Info­tafel verschmutzt. Und das Ergeb­nis konnte sich nach der Säu­berung sehen lassen. „Das hat doch gut geklappt – wir sind zufrie­den“, meinten Schmutz und Habel.

Einig waren sich die beiden Kommunal­politiker auch, dass Laden­burg fest zusammen­stehen muss, wenn es um die Bewah­rung und Durch­setzung der Grund­rechte geht. „Dies passiert in Laden­burg über die Partei­grenzen hinweg und das ist gut so“, meinte Habel. Man bekennt sich zur Demo­kratie zwar auch mit der Wahr­nehmung des Wahl­rechts, für Schmutz ist Demo­kratie aber in erster Linie ein Pro­zess. „Man drückt dadurch eine Hal­tung aus“, sagte Schmutz der LAZ, die auch damit zu tun hat, aus der Geschichte zu lernen. Und gerade wir Deutschen müssten aus der Geschichte lernen, erklärte Habel einer Amerika­nerin, die sich infor­mierte, was gerade am Rande des Markt­platzes passiert. Auch ein Ehe­paar aus Gießen, das mit dem Wohnmobil in Ladenburg ein paar Tage Urlaub macht, informierte sich. „Wir finden es gut, dass in eurer wunder­schönen Stadt solch ein Zeichen gesetzt wird. Solche Aktio­nen sind ganz wichtig“, meinte die Touris­tin.

Katja Krauser wurde nach Ausch­witz zur Gedenk­feier einge­laden

Für die Frau des Bürger­meisters, Katja Krauser, wird der Gedenk­tag zur Befrei­ung des KZ Ausch­witz wohl besonders eindrück­lich sein. Krauser wurde nämlich einge­laden an der Gedenk­feier im polni­schen Oświęcim (Auschwitz) als Vertre­terin ihres Arbeit­gebers und deutsches Delega­tions­mitglied dabei zu sein. Neben Bundes­präsident Steinmeier und Bundes­kanzler Scholz reiste auch der britische König Charles III. an.

Nach der Putz­aktion am Markt­platz legten Schmutz und Habel noch weiße Rosen an der ehema­ligen Syna­goge in der Haupt­straße nieder. Hier wurden erst im Oktober fünf Stolper­steine verlegt, um an die Familie des Kantors Sally Rosen­felder zu erinnern. Mit dabei waren damals die Holo­caust-Über­lebende Ruth Stein­feld und ihre Familie, die sich vom Empfang in Laden­burg sehr beein­druckt zeigte.

Die Säube­rung dieser Stolper­steine war natürlich nicht erfor­derlich, denn die Messing­oberfläche der Klein­denkmäler ist noch im besten Zustand. Der Organi­sator der Aktion, Jürgen Frank und seine Frau Isabelle, putzen am Montag die Stolper­steine in der Weinheimer Straße, die vor dem ehemaligen Wohn­haus der Geschwis­ter Ruth und Lea Krell verlegt wurden. Auch die damals acht und neun Jahre alten Geschwis­ter wurden nach Gurs deportiert. Sie über­leb­ten und heira­teten später in den USA. Lea Weems ver­starb vor sieben Jahren in Houston/Texas. Ihre Schwester Ruth Stein­feld hofft, noch einmal nach Laden­burg zurück­kehren zu können. Die hier ent­stan­denen Freund­schaften mit Ingrid Wagner, Jürgen Zieher, Rainer Ziegler und Bürger­meister Stefan Schmutz bezeich­nete Ruth Stein­feld bei ihrem letz­ten Besuch als „ein ganz großes Geschenk“.

Axel Sturm





Bürgermeister Schmutz und Herausforderer Habel putzen gemeinsam die Gedenkplatte für die nach Gurs deportierten Juden

Laden­burger Zeitung vom 24.01.2025

Bürger­meister Schmutz spürt „eine unglaub­liche Unter­stützung“

Beim Unter­stützer­fest in der Kultur­werkstatt hatte Stefan Schmutz ein Heimspiel / Bürger­meister sein, muss man nicht nur wollen, sondern auch können

Der Kreis der Unter­stützer, der sich für die Wieder­wahl von Bürger­meister Stefan Schmutz engagiert, ist breit gefächert. Über 200 Vertre­ter aus der Politik, den Vereinen, und der Kultur und Gesell­schaft haben sich in der Unter­stützungs-Anzeige für die Wahl des amtie­renden Bürger­meisters stark gemacht, das am letzten Freitag in der LAZ abgedruckt wurde. Auch promi­nente Persönlich­keiten setzen sich dafür ein, dass sich Schmutz in einer zweiten Amts­zeit für die Inter­essen der Stadt einset­zen kann. So hofft auch die bekannte Buch­autorin und Pod­casterin Florence Brokowski-Shekete, dass Schmutz seine „erfolg­reiche Arbeit fortsetzen kann“. Die Schrift­stellerin, die unter anderem Patin des Netzwerks „Schule ohne Rassismus“ und Gründerin des Podcast „Schwarz-Weiß“ ist, schätzt den Laden­burger Bürger­meister auch wegen der Umset­zung einer zukunfts­orientier­ten Bildungs­politik sehr. Stefan Schmutz handle weit­sichtig und er mache einen prima Job, sagte die Best­seller-Autorin des Buches „Mist, die versteht mich ja“, die es 2021 sogar in die Spiegel-Sach­buch-Best­seller-Liste geschafft hat, im LAZ-Gespräch.

Nun wollte Schmutz all seinen Unter­stützern seiner „Schmutz-Kampagne“ mit einer Einladung zu einem „netten Abend“ in die Kultur­werkstatt danken. Kultur­werkstatt-Gründer Arno Folger hörte viel Lob für die Kultur­einrichtung, in der sich mittler­weile über 50 Kultur­schaffende für „Kultur im Kleinen, aber stets vom Feinsten“ engagieren. Natürlich kam auch beim Unter­stützer­abend die Kultur nicht zu kurz, denn die Musiker Claude Schmitt und Azim Touré, der schon beim Laden­burger Altstadt­fest begeis­terte, sorgte für beste Unter­haltung.

„Es ist gut zu wissen, dass man sich auf eine so unglaub­liche Unter­stützung verlas­sen kann“, dankte Schmutz in seiner Rede, in der er versicherte, dass seine Aufgabe noch nicht erledigt ist. Er hat seit seiner Bekannt­gabe, eine zweite Amts­zeit anzu­streben, von vielen Menschen Zuspruch erfahren, weil sie sein Einsatz für Laden­burg schätzen. Sein Engage­ment, seine Fach­kompetenz und seine Führungs­stärke, seien auch für die Grünen und die FDP mit ein Grund gewesen, weshalb Schmutz nicht nur von den Sozial­demokraten unter­stützt werde, waren sich die anwesenden Grünen- und FDP-Mitglieder einig. „Stefan Schmutz packt die wichtigen Zukunfts­themen an“, sagte der Vorsit­zende der Grünen, Jürgen Frank, der LAZ. In seiner launigen Rede verkün­dete Schmutz dann eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte Nachricht war: „Die Wahl ist noch nicht gewonnen“. Doch die gute Bot­schaft sei, „wir werden gewinnen, wenn alle meinen, der Schmutz ist ein Guter, auch wählen gehen“.

Floskeln und Sprech­blasen helfen nicht

„Jede Stimme ist gleich viel wert – aber nur wer wählt, gewinnt“, war seine zentrale Bot­schaft. Schmutz verwies an diesem Abend nur stich­punkt­artig auf seine Bilanz. Die Einwohner­entwick­lung sei positiv, der Schulden­stand konnte deut­lich reduziert werden, die Anzahl der Gewerbe­treibenden ist deutlich gestiegen, die klima­schützende Maß­nahmen umgesetzt und Laden­burg hat sogar eine 100%-Erfüllungs­quote bei den Kinder­garten­plätzen. Bürger­meister werden zu wollen, sei die eine Sache – „aber man muss es auch können – und ich habe gezeigt, dass ich es kann“, sagte Schmutz selbst­bewusst. „Die Unter­schiede sind deutlich und wer will, dass Laden­burg eine lebens- und liebens­werte Klein­stadt bleibt, die Stolz auf ihre Geschichte und Tradi­tionen ist, und die sich welt­offen und zukunfts­orientiert gibt, die getragen wird von einer starken Gemeins­chaft und einem außer­gewöhn­lichen Zusammen­halt lebt – der hat mich an seiner Seite“, meinte das Stad­toberhaupt. Klar­text und konkrete Ergebnis, die der Stadt als Ganzes dienen, seien mehr denn je gefordert, denn die Zeiten werden schwieriger. „Floskel, Sprech­blasen und Schein­problem­lösungen helfen der Stadt nicht weiter“, sagte Schmutz unter dem Applaus seiner Unter­stützer.

„Ich werde Kurs halten und will weiter­machen, denn halbe Sachen sind nicht mein Ding. Lassen Sie uns die Ziele und Heraus­forderungen gemeinsam angehen“, sagte Schmutz abschlie­ßend, um sich dann mit seinen Unter­stützern bei Tisch­gesprächen locker zu unter­halten.

Der Vorsit­zende des ASV Ladenburg, Joachim Loose, lobte das neue Vereins­förder­gesetz, das Schmutz auf den Weg brachte, denn die Jugend­arbeit in den Vereinen werde dadurch besonders gefördert. Der lang­jährige Heddes­heimer Gemeinderat, Reiner Lang, der in Laden­burg seinen Lebens­mittelpunkt hat, assistierte Schmutz die richtigen Zukunfts­themen anzupacken und auch die ai-Sprecherin Bärbel Luppe erfreut die welt­offene Einstel­lung von Stefan Schmutz, der unter anderem die Entstehung der Menschen­rechts-Allee förderte. Dass Schmutz den Partner­schafts­gedanken mit Garango verinner­licht hat, freute die Ex-Vorsit­zende Gaby Ensink, die ebenso wie die der­zeitige Vorsit­zende Karola Liebrich von der Arbeit des Bürger­meisters überzeugt ist.

Axel Sturm





Bürgermeister Schmutz steht auf der Bühne und dankt seinen Unterstützern

Ladenburger Zeitung vom 10.01.2025

Das Inter­esse an der Bürger­meiste­rwahl ist riesen­gross

Bei der Kandi­daten­vorstel­lung präsen­tierten Amts­inhaber Stefan Schmutz und Heraus­forderer Sophian Habel ihre Heran­gehens­weisen / Ver­anstal­tung wurde fair und sachlich über die Bühne gebracht

Bei den Rund­gängen im Rahmen des Bürger­meister­wahl­kampfes erreich­ten der amtie­rende Bürger­meister Stefan Schmutz und sein Heraus­forderer Sophian Habel in ihren kleinen Runden kaum „neue Gesichter“. Bei der offi­ziellen Kandi­daten­vor­stel­lung am Donners­tag­abend in der Lobden­gau­halle war die Präsen­tation der jewei­ligen Konzep­te daher schon eine „andere Nummer“. Um die 850 Inter­essierte kamen in die Lobden­gau­halle, um sich die Vor­stel­lungen von Schmutz und Habel anzu­hören. Die Strate­gie der beiden Kandi­daten war klar. Der sach­lich und beson­nen auf­treten­de Amts­inhaber wollte mit seinem Amts­bonus und mit den bereits umgesetz­ten Projek­ten, aber auch mit den aus­stehen­den Zukunfts­aufgaben punkten. Dafür bräuchte es Führungs­kompetenz, Sach­verstand und Erfah­rung.

Habel, der enga­giert seine Sicht­weisen vor­trug, zog hin­gegen die Karte „Emo­tionen“, mit der er sich gegen­über dem Amts­inhaber unter­scheiden wollte. Habel wies auf seine Sympathie­werte hin, schließ­lich habe er bei der letzten Kom­munal­wahl die meisten Stimmen aller Bewerber erhalten. Er hob seine Kom­munika­tions­stärke hervor, er präsen­tierte sich als „Kümmerer“ und grüßte eingangs sogar ganz persön­lich „Hallo Oma“, weil er seiner Oma Irene Habel viel zu ver­danken habe.

Beide Bewer­ber, die auf der Bühne in bequemen Sesseln in einer bewusst geschaffenen Wohn­zimmer-Atmo­sphäre Platz nahmen, waren sich in einem Punkt einig. Die große Beteili­gung an der Ver­anstaltung zeige, dass die Demo­kratie in Laden­burg lebt. Die Bürger­schaft interes­siert sich für die Wahl, was auch die kompetente Modera­torin Prof. Michèle Bern­hard von der Hoch­schule für öffent­liche Verwal­tung in Kehl, erfreut hervor­heben konnte.

Um es vorweg zu nehmen. Schmutz und Habel wählten zwar unterschiedliche Strategien. Der Umgang miteinander war fair und respektvoll, genauso, wie es Schmutz und Habel nach ihrer Kandi­daten­bekannt­gabe auch ange­kündigt hatten. Beide waren sich einig, dass es gut für die Demo­kratie ist, wenn die Wähle­rinnen und Wähler eine echte Wahl haben.

Der Amts­inhaber ist kein Typ, der davon­laufen wird

In seiner Bewerbungs­rede stellte Schmutz eingangs seine Ver­waltungs­erfah­rung in den Vorder­grund, denn der 46-jährige Politik- und Erzie­hungs­wissen­schaft­ler durfte jüngst sein 25-jähriges Jubi­läum im öffent­lichen Dienst begehen. Auch 2025 wolle er vor der Wahl nichts ver­sprechen, was er nicht halten kann. „Wir haben gemein­sam mehr erreicht als ich mir hätte vor­stellen können. Wir haben an kleinen und großen Stell­schrauben gedreht, Krisen gemeis­tert und Laden­burg konse­quent in Rich­tung Zu­kunft positio­niert“, sagte Schmutz. Der wies auf die Redu­zierung des Schulden­standes von 9,9 Mio. Euro auf 6,4 Mio. Euro hin, die mit der Redu­zierung der Laden­burger Pro-Kopf­verschul­dung von 864 Euro auf 514 Euro ver­bunden ist. Schmutz nannte Projekt­umsetzun­gen wie den Neu­bau der Drei­feld-Sport­halle, die klima­neutrale Sanie­rung des Frei­bades, die Zukunfts­entwick­lung des Neu­bau­gebietes Nord­stadt, die Schaf­fung von über 200 Kinder­garten­betreuungs­plätzen, den Aus­bau des Glas­faser­netzes und die Tat­sache, dass von 2017 bis 2024 über zehn Mio. Euro an Förder­geldern ein­gewor­ben wurden, um die Zukunfts­projekte umzu­setzen. „Es war eine heraus­fordernde Zeit für alle aber es hat sich gelohnt“, meinte der Bürger­meister, der danach den Blick in die Zu­kunft richtete. Weil halbe Sachen nicht sein An­spruch sind, wolle er in den nächs­ten Jahren die an­gefangenen Zukunfts­projekte zu Ende bringen. Dabei helfen nicht leere Sprech­blasen und Schub­laden­denken, sondern kluge Heran­gehens­weisen um die Ziele zu errei­chen. Die Ein­bezie­hung der Bürger­schaft sei für ihn selbst­verständ­lich.

Auf der Agenda hat Schmutz unter anderem die Sanie­rung des St.-Johan­nes-Kinder­gartens, die Erar­beitung eines stad­tweiten Park­konzeptes, die Entwick­lung des ABB-Geländes zum Zukunfts­quartier in den nächs­ten 15 Jahren, die Umset­zung der kom­muna­len Wärme­planung oder die Gebäude­sanierung, damit Laden­burg bis 2040 klima­neutral ist, stehen. Was er­halten werden muss, sei der einzig­artige Charme Laden­burgs, das weiter­hin eine per­fekte Klein­stadt mit einer pas­senden Infra­struk­tur bleiben soll. „Ich habe keine anderen Pläne als Bürger­meister in Laden­burg zu sein – und wenn Sie es wollen, werde ich es wei­tere acht Jahre für Laden­burg sein“, sagte Schmutz, dass er kein Typ ist, der davon­läuft, wenn es darauf ankommt. Er sei auch nicht aus­gebrannt wie der Trainer des FC Liverpool, Jürgen Klopp, der nach acht Jahren eine neue Heraus­forde­rung suchte. „Wenn mir das Bürger­meister­amt in Laden­burg keine Freude machen würde, stünde ich nicht hier“, gab Schmutz, der von der SPD, den Grünen und der FDP unter­stützt wird, ein klares Statement ab.

Habel will mit seinem Pro­gramm Laden­burg 2033 punkten

Der 27-jährige Bundes­vpolizist Sophian Habel macht gleich zu Beginn seiner Rede klar, dass Habel und Herz­blut zusammen­gehören. „Ich werde ein Bürger­meister sein, der Laden­burg in seinem Herzen trägt – so ist meine DNA, die in mir fest ver­ankert ist“, rief Habel in die Runde. Dass ihm das Bürger­meister­amt Spaß machen würde, stellte er bereits bei einem Prakti­kum im Rat­haus fest. Bürger­meister Ziegler ließ den Prakti­kanten sogar auf dem Bürger­meister­stuhl Platz nehmen. „Das hat mir gefallen“, erinnert sich Habel gerne an sein Prakti­kum zurück. Er brenne dafür, sich für andere Men­schen ein­zusetzen und dies habe er als Schüler­sprecher, als Jugendg­emeinde­rat und jetzt als Chef der CDU-Gemeinde­rats-Fraktion immer mit Herz­blut getan. Er will Laden­burg mit klaren Ideen gestal­ten und daher hat er das Zukunfts­projekt „Ladenburg 2033“ entwi­ckelt, das nach seinen Stadt­rundgängen und vielen Bürger­gesprächen ent­standen sei. Bewusst stelle er die Kinder und Jugend­lichen an die erste Stelle, meinte Habel, der einen Street­worker ein­stellen möchte und der sich dafür einsetzt, dem Jugend­gemeinde­rat ein Antrags­recht zu erteilen. Die Schul­mensa zu bauen und gutes Essen anzu­bieten, käme der Schüler­schaft sehr zugute.

Ein dickes Brett sei zu bohren, um ein Verkehrs­konzept in der Alt­stadt umzu­setzen. „Man darf Pro­bleme nicht weg­schieben, sondern man muss sie lösen“, sagte Habel in Rich­tung Verwal­tung. Ihm sei es wichtig mit den Men­schen zu reden. „Ich werde ein Bürger­meister sein der Trans­parenz vorlebt“, meinte Habel, der zukünf­tig die Gemeinde­rats­sitzung live ins Netz stel­len möchte.

Er würde einen Aus­bildungs­tag ein­führen und eine Sonder­veranstal­tung für die ehren­amtlich tätigen Menschen in der Stadt. „Das Ehren­amt ist der Kitt, der unsere Gesell­schaft zusammen­hält“, stellte Habel fest. Seine Zukunfts­aufgabe sieht Habel darin, den Klein­stadt­charakter Laden­burgs zu erhalten. „Eine sinn­volle Stadt­entwick­lung ist ein Mara­thon“, so Habel, der beispiels­weise bei der Ent­wick­lung des ABB-Geländes auf eine „sehr maßv­olle Wohn­bebauung“ setzt. Es gelte, die Gewerbe­betriebe zu stärken, damit sie Ent­wick­lungs­möglich­keiten er­halten. Als Polizei­beamter läge ihm das Thema Sicher­heit und Sauber­keit besonders am Herzen. Laden­burg ist zwar eine sichere Stadt, aber es gäbe nach wie vor Dunkel­räume, die beleuch­tet werden müssen. Beim Thema Klima­schutz setzt Habel auf die Geo­thermie und auf Fluss­wärme­pumpen. In einem zu grün­denden Klima-Beirat will er Fach­kompe­tenz an einen Tisch bringen. Zum Schluss ging Habel auf seine Stärken ein, denn auch junge Men­schen können Bürger­meister sein, wie der damals 33-jährige Rein­hold Schulz zeigte, der die Stadt prägte. „Ich kann Bürger­meister. Als Poli­zist muss ich Ent­schei­dungen treffen und ich muss Ver­waltungs­arbeit leisten. Füh­rung heißt für mich mit gutem Bei­spiel voran­gehen“, meinte Habel ab­schlie­ßend.

Den Stand­ort Laden­burg nicht schlecht­reden

In der Frage­runde stellten Habel und Schmutz dann ihre Sicht­weisen zu den Themen Mensa, sichere Schul­wege, dem Mobili­täts­pass, dem Glas­faser­ausbau, der ÖPNV-Situa­tion oder beispiels­weise der „Un­attraktivi­tät des Wochen­marktes und die vielen Leer­stände“, wie Untern­ehmer Dieter Hege meinte, vor. Auch in der Frage­runde wurden die unter­schied­lichen Heran­gehens­weisen der beiden Kandi­daten sichtbar.

Die Ein­führung eines Mobili­täts­passes zur Förderung der ÖPNV-Attrak­tivität fand Habel inter­essant – Schmutz lehnte die Idee der Landes­regierung ab, weil es zum Büro­kratie-Monster werde. Über­haupt kriti­sierte Schmutz mehr­fach die Aufgaben­verteilung durch Bund und Land, die oft zu Lasten der Kom­munen geht. Die finan­zielle Situa­tion der Kom­munen werde näm­lich immer drama­tischer.

Habel betonte beim Thema Unter­nehmens­unter­stützung und Wochen­markt-Attrak­tivi­tät, dass mit den Selbst­ständi­gen geredet werden muss, was einige Betriebs­inhaber vermissen. Schmutz konterte, dass die von der Verwal­tung aus­gespro­chenen Ein­ladungen bei den Betrie­ben nur auf wenig Inter­esse stießen. Die letzte IHK-Studie habe aber gezeigt, dass Laden­burg ein hoch­attrak­tiver Stand­ort mit nur wenigen Leer­ständen ist. „Auch der Wochenm­arkt ist attraktiv“, wollte sich Schmutz den Markt nicht schlech­treden lassen.

Beim Thema Sauber­keit wurde von Detlef Neugart die Unsitte von Werbe­kolonnen thema­tisiert, die Plastik­kärtchen an die Wind­schutz­scheibe stecken, um für den Auto­verkauf zu werben. „Mich ärgern auch Dreck­ecken in Laden­burg“, meinte Neugart. Habel will zur Problem­lösung den Gemeinde­vollzugs­dienst stärker in die Pflicht nehmen und die Anzahl der Müll­eimer erhöhen. Schmutz ent­gegnete, dass die Anzahl der Mühl­eimer erhöht wurde und Lade­nburg die teuer­sten Pizza­schachtel-Behälter in ganz Deutsch­land ange­schafft hat. Der Müll werde auch an Feier­tagen und am Wochen­ende ent­sorgt. „Müll kommt nicht von ganz allein – Ver­schmut­zungen haben schon die Ver­ursacher zu ver­ant­worten“, sagte Schmutz, der auch die Gastro­nomen in der Verant­wortung sieht, denn das Müll­problem endet schließ­lich nicht an deren Eingangs­tür.

Mit einer substanz­vollen Frage zur Demo­kratie in Laden­burg und der AfD-Sicht wurde die leb­hafte Diskus­sion beendet. Schmutz wies auf die „Nie wieder jetzt Demo“ im Februar 2024 hin, die ein­drucks­voll bestä­tigte, dass Laden­burg eine welt­offene, tole­rante und liebens­werte Stadt ist. Die Unter­zeichnung der Laden­burger Erklä­rung zur Achtung und Ein­haltung der Menschen­rechte sei ein klares Bekennt­nis zur Demo­kratie, meinte Schmutz. Habel distanz­ierte sich deut­lich von der AfD. Habel steht für Recht und Ord­nung. „Ich bin die Brand­mauer gegen die AfD“, meinte der Kandidat ab­schlie­ßend.

Mit einem Aufruf, am 2. Februar zur Wahl zu gehen, beendete der Leiter des Ordnungs­amtes und Wahl-Organisa­tionsl­eiter Rüdiger Wolf die Ver­anstal­tung.

Axel Sturm





Über 800 Ladenburger beim Duell zwischen Schmutz und Habel

Presse­mitteilung vom 07.12.2024

Sebas­tian Cuny will erneut für den Land­tag kandi­dieren

Der Sozial­demokrat bewirbt sich um die Kandi­datur der SPD an Neckar und Berg­straße

„Beharr­licher Gestaltungs­wille ist die DNA unserer Partei. Wir Sozial­demokrat:innen enga­gieren uns seit 1863 dafür, das Leben der Men­schen besser zu machen. Aus dieser Grund­über­zeugung gestalte ich Politik mit dem Ziel Teil­habe zu stärken – dafür einzu­treten, dass alle von der hohen Lebens­qualität in unserem Land profi­tieren“, beschreibt der SPD-Landtags­abgeord­nete Sebastian Cuny sein politi­sches Selbst­verständnis.

Seit 2021 sei es seine Aufgabe, die Anliegen der Menschen an Berg­straße und Neckar mit starker Stimme im Land­tag zu ver­treten. Diese Arbeit möchte der Sozial­demokrat auch über die Landtags­wahl im Früh­jahr 2026 hinaus fort­setzen: „Ich bewerbe mich erneut um die Landtags­kandida­tur hier im Wahl­kreis 39.

Die Heraus­forde­rungen sind seit der Wahl 2021 nicht kleiner geworden. Umso wich­tiger ist es, dass wir jetzt handeln und in unsere Zukunft inves­tieren, das bedeu­tet für uns als Sozial­demokrat:innen: in beste Bildungs­chancen von Anfang an, in bezahl­baren Wohn­raum und in unsere Infra­struk­tur und Indus­trie, um gute und sichere Arbeits­plätze hier im Land zu halten. Diese Zukunfts­aufgaben bedürfen einer zu­packenden Landes­regierung und diese wird es nur mit einer gestärk­ten SPD in Regierungs­verant­wortung geben. Für diese starke SPD werde ich weiter arbei­ten und kämpfen“, so der 46-Jährige.

Der Abgeord­nete zu seiner bis­herigen parla­men­tarischen Arbeit: „Als Mit­glied des Petitions­aus­schusses habe ich konkrete Probleme der Men­schen be­arbeitet, im Europa­ausschuss setze ich mich für einen aktiven Bei­trag Baden-Württem­bergs zum europä­ischen Mit­ein­ander ein und im Finanz­ausschuss kämpfe ich darum, dass Land und Kommunen die finan­ziellen Mittel erhalten, um ihre Zukunfts­auf­gaben anzu­packen. Diese Auf­gaben möchte ich gerne weiter­führen – zunächst mit der Unter­stützung der SPD an Neckar und Berg­straße und am Wahl­tag dann mit dem Ver­trauen der Men­schen“, so Sebas­tian Cuny.

Die Nomi­nierungs­veranstal­tung der SPD für den Wahl­kreis Wein­heim wird voraus­sichtlich am 13. Februar in Hems­bach statt­finden.


Kontakt:
Sebastian Cuny MdL
Zent­grafen­straße 11
69198 Schries­heim
Tel.: 06203-4202553
sebastian.cuny@spd.landtag-bw.de






Sebastian Cuny

Pressemitteilung vom 04.12.2024

Die SPD Laden­burg spricht sich für Stefan Schmutz bei der Bürger­meister­wahl aus

Stefan Schmutz hat uns in den vergan­genen acht Jahren überzeugt. Er hat große Auf­gaben gemeis­tert und wich­tige Weichen­stellungen vor­genommen.

Der Aus­bau der Kinderb­etreuung, der Bau der Sport­halle oder die angesto­ßene Sanie­rung des Frei­bades sind genau so zu nennen wie der Kauf der ABB-Flächen, die Sanie­rung des Wasser­turms oder die Förde­rung des Ehren­amtes und neue Formate, die den gesell­schaft­lichen Zusammen­halt stärken, wie die Sun­downer-Reihe, der gemein­same Mittags­tisch oder die mobile Tafel. Kon­sequen­ter Schulden­abbau, zukunfts­gerichtete Investi­tionen und das Ein­werben von über 10 Mil­lionen Förder­mittel belegen eindrucks­voll den ver­antwortungs­vollen Umgang mit öffent­lichen Finan­zen.

Seine Ver­waltungs­erfah­rung, seine Quali­tät auch vor großen Heraus­forde­rungen nicht zurück­zuweichen und sein Anspruch unter­schied­liche Posi­tionen im Sinne eines gemein­samen Inter­esse zusammen­zuführen sind wichtige Voraus­setzungen die anstehen­den Zukunfts­aufgaben und die bereits begon­nenen Pro­jekte erfolg­reich um­zusetzen.

Siehe auch das Programm des Bürger­meisters





Stefan Schmutz

Ladenburger Zeitung vom 22.11.2024

Die Hochbau­arbeiten an der Drei­feldsport­halle können bald beginnen

Der Zeitplan für den Bau der Halle im Römer­stadion kann ein­gehalten werden - OSL-Vorstand­schaft ist nun wieder komplett

Über die geplanten Investi­tionen im Bereich Sport informierte Bürger­meister Stefan Schmutz die Vertreter der Sport­vereine, die im Orts­aus­schuss Sport Ladenburg (OSL) organisiert sind. Zunächst konnte der OSL-Vorsit­zende Mark Völkel aber zu zwei über­raschenden Nach­wahlen aufrufen, denn es ist ihm gelungen, für zwei un­besetzte Vorstands­posten zwei Kandi­daten zu finden, die diese Aufgaben über­nehmen wollen.

Zum neuen 2. OSL-Vorsit­zenden wählten die Mit­glieder ein­stimmig den ASV-Vorsit­zenden Joachim Loose. „Ich bin froh, dass zukünftig ein so erfah­rener Funktio­när wie Joachim Loose in der OSL-Vorstand­schaft mit­arbeiten wird“, freute sich Völkel, dass er end­lich mit einem Stell­vertreter zusammen­arbeiten darf. Neu in die Vorstand­schaft wurde außerdem Bei­sitzer Ralf Korn gewählt, der als OSL-Verbindungs­mann für die Sport­abzeichen-Abnahme tätig werden soll.

Bürger­meister Schmutz infor­mierte danach die Vereins­vertreter über den Stand des Neubaus der Drei­feld­sporthalle im Römer­stadion. Mit der Kosten­schätzung in Höhe von 17,3 Mio. Euro liege man im Plan. Bisher wurden vom Gemeinde­rat Bau­leistungen in Höhe von zehn Mio. Euro ver­geben. In der nächsten Rats­sitzung werden nach Abschluss der Tief­bau­arbeiten nun die Hoch­bau­arbeiten vergeben, sodass auch bald optisch sichtbar wird, welch eine Dimen­sion die moderne Sport­halle haben wird. Auch der Bau­zeitplan wird eingehal­ten. Schmutz rechnet mit einem Fertig­stellungsdatum der dringend benö­tigten Sport­halle für Ende nächsten Jahres. Anfang 2026 werden die Hallen­sport trei­benden Vereine die Halle dann nutzen können, denn durch die größte Investi­tion im Bereich Sport, die es in der Stadt jemals gab, wird dann ein Jahr­zehnte langes Problem gelöst sein. „Ich danke unserem Bürger­meister und dem Gemeinde­rat, dass endlich eine Lösung erfolgte“, sagte Völkel, der sich auf die ersten Sport­veranstal­tungen in der Drei­feld­sport­halle jetzt schon freut.

Nach dem Halle­nneubau steht mit der Reno­vierung der Lobdengau­halle ein weiteres Groß­projekt an. Erst danach wird der Hallen­sport so auf­gestellt sein, dass die Abtei­lungen wieder sicher für die Zukunft planen können. Schmutz warb daher um Zurück­haltung beim Aufbau neuer Strukturen. Die Hallen­kapazi­täten bleiben bis zum Ende der Lobden­gau­halle-Reno­vierung nämlich angespannt. Kurz­fristig sollte daher kein Wachs­tum angestrebt werden.

Bewusst wies Schmutz darauf hin, dass Laden­burg vor großen finan­ziellen Heraus­forderungen stehen wird. Daher ist es eine erfreu­liche Nachricht, dass weiterhin die alte Vor­steuer­abzugs­regelung gilt. Geplant war eine Änderung, die nach vielen Protes­ten aber in Berlin nicht umgesetzt wurde. Bei Sport-Investi­tionen sind die Kommunen weiter­hin berech­tigt die Vor­steuer geltend zu machen. Wäre die Gesetzes­änderung um­gesetzt worden, hätte sich der Bau der Drei­feld­sport­halle um einige Milli­onen Euro verteuert.

Kunst­rasenplatz wird für 330.000 Euro saniert

Teuer wird aller­dings die erfor­derliche Sanie­rung des Kunst­rasen­platzes im Römer­stadion, den der FV03 und die Nach­wuchs­fußballer der LSV nutzen. Bis das neue Nutzungs­konzept für das Römer­stadion um­gesetzt wird, können die Fuß­baller aller­dings nicht warten. In diesem Jahr wurden bereits 16.000 Euro in die provi­sorische Schadens­behebung des Spiel­feldes inves­tiert. Eine schnelle Lösung sei aber unumgäng­lich. Daher hat der Gemeinde­rat Mittel in Höhe von 330.000 Euro zur Ver­fügung gestellt, um eine Sanie­rung in die Wege zu leiten. Schmutz hofft, dass Förder­mittel in Höhe von 80.000 Euro fließen werden, was aller­dings noch nicht sicher ist. Sicher sei jedoch, dass der Kunst­rasen­platz für die Vereins­arbeit von grund­legender Bedeu­tung ist und daher gehandelt werden muss.

Zwei weitere Themen schnitt Schmutz in der Sitzung an. 24 Vereine würden von der städtischen Ver­eins­förderung in Höhe von jährlich 64.000 Euro profi­tieren. 90 % der Förde­rmittel würden an die Sport­vereine überwiesen, informierte Schmutz, der für 2025 drei weitere Förder­anträge erhalten hat. Am stärksten gefördert werden Vereine, die Jugend­arbeit betreiben. Für jedes aktive jugend­liche Mitglied schießt die Stadt für Unter­stützungs­zwecke 18 Euro zu.

Abschlie­ßend motivierte Schmutz die Vereins­vertreter, sich stra­tegisch auf die Ganz­tags­betreuung in den Grund­schulen vor­zubereiten. Mit der Um­setzung des Modells „Ganz­tags­schule“, das auch in Laden­burg kommen wird, stehen für die Sport­vereine Verände­rungen an. Schmutz glaubt, dass zukünftig haupt­amtliche Übungs­leiter ge­braucht werden, damit die Vereine den gesell­schaft­lichen Verände­rungen entgegen­treten können. Er empfahl den Vereins­verant­wort­lichen, sich bereits jetzt über die neuen Ent­wick­lungen Gedanken zu machen und sich mit den Hilfs­angebo­ten der Ver­bände zu befassen.

Axel Sturm





Mark Völkel, Joachim Loose und Ralf Korn

Ladenburger Zeitung vom 22.11.2024

Bürger­meister Schmutz wird von den Grünen unter­stützt

Der Orts­verband der Grünen wird Bürger­meister Schmutz bei seiner an­gestreb­ten Wieder­wahl helfen / Für Schmutz ist die Unter­stützung der Grünen Bestä­tigung und Ansporn zugleich

Bürger­meister Stefan Schmutz kann sich wie bei seiner Wahl vor acht Jahren auf die Unter­stützung der Laden­burger Grünen verlassen. Die Mit­glieder und Sympathi­santen des Grünen-Orts­verbandes haben sich in zwei nicht­öffent­lichen Sit­zungen zuerst den Amts­inhaber Stefan Schmutz und am vergan­genen Diens­tag den Heraus­forderer Sophian Habel angehört, der von der CDU unterstützt wird.

Am Donners­tag-Abend gaben die Grünen in den sozialen Medien ihre Unter­stützungs­entschei­dung bekannt, die am heu­tigen Freitag in einer Presse­mitteilung konkreti­siert wurde. Die Grünen setzen weiter­hin auf die Erfahrung des Amts­inhabers, der für die Grünen in schwie­rigen Zeiten der geeig­nete Mann ist, um Ladenburg in die Zukunft zu führen.

Am 2. Februar gehe es bei dieser Wahl um Laden­burg. Es gehe darum, wie die Men­schen in Laden­burg zusammen­leben wollen. Es gehe darum, wie die Zukunft der Stadt gemein­sam gestalten werden soll, schreiben die Grünen, die sich ihre Pro-Schmutz-Entschei­dung nicht leicht gemacht haben. Die ist nun aber mit einem klaren Votum gefallen. „Bürger­meister Schmutz hat uns über­zeugt, dass er der richtige Kandidat ist, um die Weichen für die Zukunft weiter richtig­zustellen und eine nach­haltige Stadt­entwick­lung voran­zubringen“, teilen die Grünen mit.

Die dankten auch dem unter­legenen Mit­bewerber Habel, der sich bei den Grünen im kleinen Domhof­saal präsen­tierte. „Wir bedanken uns aus­drück­lich bei Sophian Habel für seine Offen­heit uns gegen­über und sein Engage­ment. Es ist gut für unsere Demo­kratie, dass wir in Laden­burg die Wahl zwischen zwei für das Amt würdigen Bewer­bern haben“.

Am Ende stand ein klares Votum der grünen Mit­glieder für eine Unter­stützung der Kandidatur von Stefan Schmutz, weil Schmutz die rich­tigen Themen angepackt habe. Er habe zukunfts­weisende Entwick­lungen angestoßen. Mit Planung, Bau und Eröffnung von gleich vier neuen Kinder­gärten wurden endlich ausrei­chend Betreu­ungs­plätze für die kleins­ten Mit­glieder unserer Stadt­gesell­schaft geschaf­fen. Für verschie­denste Projekte von Rad­wegen über klima­neutrale Stadt­verwaltung bis zur Frei­bad­sanierung wurden syste­matisch und erfolg­reich Förder­mittel einge­worben, die die Umsetzung erst ermög­lichen. Lange ver­schleppte Bau­stellen wie der Neubau einer neuen Drei­feld­sport­halle oder die Sanierung von Schul­gebäuden wurden von ihm endlich ange­gangen. Der mutige Erwerb des ehema­ligen ABB-Geländes schafft Raum und neue Möglich­keiten für eine Stadt­entwick­lung, die für Laden­burg einzig­artig ist. Gleich­zeitig müssten Investi­tionen klug überlegt und ab­gewogen werden. Not­wendige Klima­schutz­maßnahmen, an­stehende weitere Bau- und Sanierungs­projekte wie Mensa, Römer­stadion, Straßen­bau und städtische Gebäude und Ganz­tages­betreuung an Grund­schulen müssen im finan­ziellen Rahmen umgesetzt werden. Dafür brauche es Erfah­rung und tiefe Einblicke in die kommu­nalen Finanzen. Weil die Grünen Stefan Schmutz die Lösungen dieser wichtigen Auf­gaben zu­trauen, gab es einen klaren Vertrauens­beweis für den Amts­inhaber.

„Ich freue mich über die Unter­stützung. Für mich ist dies Bestä­tigung und Ansporn zugleich, die erfolg­reiche Arbeit der letzten Jahre gemein­sam für Laden­burg fort­zusetzen“, sagte Bürger­meister Schmutz auf Anfrage der LAZ.

Axel Sturm





Grünen-Sonneblume-Logo

Ladenburger Zeitung vom 22.11.2024

Aus der Vergangen­heit die richtigen Lehren für die Zukunft ziehen

Ein­drucks­volle Gedenk­feier auf dem städtischen Fried­hof zum Volks­trauer­tag / CBG-Schülerin Rosalie Edler glänzte mit einer bewe­genden Rede

Bei der Gedenk­feier am Volks­trauertag in der städtischen Friedhofs­kapelle wurden die zahl­reichen Teil­nehmer der Erinnerungs­feier für die Opfer von Krieg und Gewalt, Zeuge, dass auch ein junger Mensch zu einem Traditions­anlass eine bewe­gende Rede halten kann. Rosalie Edler, Schülerin am Carl-Benz-Gymnasium der Jahrgangs­stufe 2, teilte ihre Erfah­rungen aus dem „mobilen Geschichts­labor“ mit, einer Aus­stellung, die im Carl-Benz-Gymnasium zu sehen war. Rosalie Edler griff das Motto der Aus­stel­lung auf, „Wo fängt Unrecht an?“ „Unrecht fängt an, wenn der Begriff Recht seine Bedeu­tung ver­liert. Unrecht beginnt, wenn flüch­tende Menschen als Gefahr angese­hen werden. Unrecht beginnt mit der Ver­rohung der Sprache. Unrecht ist auch, die NS-Zeit zu verharm­losen. Und Unrecht wird ein­geleitet, wenn der gerade gewählte US-Präsident Donald Trump ankündigt, „Make America great again“ - also Amerika wieder groß zu machen“. Die Schülerin rief dazu auf, respekt­voll mit­einander umzu­gehen und daher sei gerade für junge Menschen wichtig, sich mit Aus­stel­lungen wie dem mobilen Geschichts­labor zu befassen. Sich zu infor­mieren und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, müsse gelernt werden.

„Ich bin daher dankbar, dass die Aus­stellung in unserer Schule zu sehen war“, meinte Rosalie Edler. Ihr ist bewusst, dass Propa­ganda kein Relikt aus der Nazi-Vergangen­heit ist. Im Netz sei Propa­ganda gegen­wärtig, meinte die Schülerin. Daher sei es wichtig zu wissen, wann und wo Unrecht beginnt. Dieses Wissen sei nämlich das wich­tigste Werk­zeug, um Unrecht zu ver­hindern. Applaus bei der Gedenk­stunde zum Volks­trauer­tag ist natürlich nicht angebracht, aber diese beeindruckende Rede hätte Beifall verdient.
Ein­drück­liche Worte fand auch das Stadt­oberhaupt Stefan Schmutz, der den guten Besuch der Gedenk­feier als ermuti­gendes Zeichen ansah, dass die Gesell­schaft in un­sicheren Zeiten zusammen­hält. Man darf von un­sicheren Zeiten sprechen, wenn ein ver­urteil­ter Straf­täter und Autokrat in den USA zum Präsi­denten gewählt wird. Man darf von un­sicheren Zeiten sprechen, wenn ein Dikta­tor wie Putin sich die Ukraine ein­ver­leiben will. Und man darf von un­sicheren Zeiten sprechen, wenn man auf die kriege­rischen Aus­einander­set­zungen im Nahen Osten blickt.

Schmutz gab zu bedenken, dem Recht des Stär­keren müsse man mit der Stärke des Rechts ent­gegen­treten. Er wollte nicht ver­schweigen, dass die frei­heit­liche Demo­kratie in unserem Lande unter Druck steht. Es seien Gebrauchs­spuren zu spüren. Es sei aber nicht möglich, eine ge­brauchte Demo­kratie gegen eine neue um­zu­tauschen. „Das Problem müssen wir schon selbst wieder in Ordnung kriegen“, forderte der Bürger­meister auf, die bequeme Couch zu verlassen. Es sei Zeit auf­zustehen, denn es ist offen­sichtlich, dass seit Jahren unsere Demo­kratie an­gegrif­fen und aus­gehöhlt wird.

Schmutz macht es daher Mut, dass Men­schen in Laden­burg durch eine Viel­zahl unter­schied­licher Aktivi­täten auf die Miss­stände auf­merk­sam machten. Auf­stehen und Zusammen­stehen für die Demo­kratie und nicht Aus­gren­zungen und Resigna­tion sind die großen Auf­gaben unserer Zeit, sagte Schmutz.

In diesem Verständ­nis sei die Gedenk­stunde zum Volks­trauer­tag mehr als eine Erinne­rung an die Opfer von Krieg und Gewalt. „Sie ist vielmehr ein Appell, aus unserer eigenen Ver­gangen­heit die rich­tigen Lehren für die Zukunft zu ziehen“, meinte der Bürger­meister.

Für die musi­kalische Gestal­tung der würde­vollen Gedenk­feier dankte Bürger­meister Schmutz dem Männer­chor des Lieder­kranzes unter der Leitung von Andreas Lange und der Stadt­kapelle unter der Leitung von Helmut Baumer. Der Stadt­kapelle war es auch vor­behal­ten mit dem Lob­lied „Ich hatt' einen Kamera­den“ die Kranz­nieder­legung am Mahn­mal musi­ka­lisch zu beglei­ten. Fahnen­abord­nungen der Frei­willigen Feuer­wehr, des ASV Laden­burg, des Lieder­kranzes, des Reiter­vereins, der LSV und des Schützen­vereins umrahm­ten die Kranz­nieder­legung von Bürger­meister Schmutz und Rosalie Edler.

Axel Sturm





Bm Schmutz am Volkstrauertag bei der Kranzniederlegung

Die Redaktion vom 06.11.2024

Das Tafel­mobil kommt

Das Tafel­mobil des Deutschen Roten Kreuzes Mann­heim macht jeden Mitt­woch von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr halt in Laden­burg am Wasser­turm!

Wir freuen uns, dass der Antrag unserer Frak­tion von der Ver­wal­tung um­gesetzt wurde und danken gleich­zeitig dem DRK Mann­heim für die Zusam­men­arbeit.

Wer ist zum Einkaufen berech­tigt?

  • Men­schen, die von Armut betrof­fen sind,
  • Empfänger von Bürger­geld, Grund­sicherung, Leis­tungen nach AsylbLG etc.,
  • Senioren mit geringer Rente,
  • Studie­rende oder Erwerbs­tätige mit geringem Ein­kommen,
  • Men­schen in finan­zieller Notlage.

Ein Ausweis, der zum Ein­kaufen berech­tigt, wird vor Ort ausgestellt. Hierfür wird ein Nach­weis über die Ein­kom­mens­verhäl­tnisse und der Personal­ausweis benötigt.

Wer sich ehren­amtlich engagieren möchte oder nähere Informa­tionen haben möchte, darf sich jeder­zeit bei uns oder per Mail bei Manuel Wamser vom DRK melden.

Tafelmobil

Die Redaktion vom 28.10.2024

Ruth Steinfeld, 91, weiht fünf neue Stolper­steine ein

Die frühere Laden­burger Mit­bürgerin Ruth Stein­feld hat im Bei­sein von Bürger­meister Schmutz und vielen Laden­burge­rinnen und Laden­burgern fünf Stolper­steine vor der ehe­maligen Syna­goge ein­geweiht.

Diese Stolper­steine erinnern daran, dass in den Häusern früher jüdische Mit­bürger gewohnt hatten, die mit der Macht­ergrei­fung der Nazis nicht mehr als Mitbürger geduldet waren. Sie sind ent­weder emi­griert oder wurden depor­tiert und später ermor­det. So auch Ruths Eltern.

Im November 1938 plün­der­ten SA und SS die Laden­burger Syna­goge und zer­störten das Innere. Ende Oktober 1940 gab es keine Juden mehr in Laden­burg. Damals wurde auch die 7-jährige Ruth Stein­feld als eine der Letz­ten mit ihren Eltern und ihrer Schwes­ter depor­tiert.

Der Bürger­meister würdigte Ruth Stein­felds Ein­treten für den Dialog mit jungen Menschen, bei dem sie ihre Lebens­geschichte erzählt, immer in der Hoff­nung, dass sich Ge­schichte dann viel­leicht nicht wieder­holt.

Folgend ist ein kurzes Video (2:45 Minuten) über Ruth und das gest­rige Ereig­nis.

Ruth Steinfeld mit Bürgermeister Schmutz

Ladenburger Zeitung vom 25.10.2024

Die "Schmutz­kampagne" beginnt

Im Gegen­satz zu seiner ersten Kandida­tur bedient sich Stefan Schmutz im Rahmen seiner Kampagne zur Wieder­wahl eines Wort­spiels. „Wahlkampf ist nicht biederer Ernst, das heißt auch, die Menschen errei­chen“, begründet er es. Und so ist nun die „Schmutz­kampagne“ gestartet. Sie steht unter dem Motto „Gemein­sam für Laden­burg“. Für Schmutz ergibt sich dieses Motto aus den Heraus­forderun­gen der kommen­den Jahre. „Die werden nicht leicht“, ist er über­zeugt. Genauso überzeugt ist er davon, dass sie sich nur gemein­sam bewäl­tigen lassen. Er appelliert an den gesell­schaft­lichen Zusammen­halt, fordert dazu auf, Kompro­misse ein­zu­gehen und einen eigenen Beitrag zu leisten. „Das brauchen wir, damit wir die Ziele er­rei­chen“, sagt Stefan Schmutz.

Ziele sind für ihn die Themen, die bereits an­gesto­ßen, aber noch nicht voll­endet sind, wie die 3-Feld-Sport­halle oder die Ent­wick­lung der Orts­teile. Viele Weichen seien gestellt worden, sagt er, sieht sein Kampagnen­motto „Zukunft gestal­ten“ von 2017 durch­aus als erfüllt an. Ab­geschlos­sen ist längst nicht alles. „Da will ich mich nicht aus der Ver­ant­wor­tung stehlen“, begründet er die Motivation seiner erneuten Kandidatur. Weichen stellen alleine, sagt Stefan Schmutz, reicht ihm nicht. Dann plaudert er aus dem Näh­käst­chen. In sei­nem Büro, sagt er, habe er eine „Hall of Fame“ – Pro­jekte wie die Sanie­rung des Wasser­turms, von denen er nie gedacht habe, dass er sie er­leben werde. „Es macht Spaß, solche Momen­te zu erleben“, sagt er.

Wäh­rend er das er­zählt, sitzt Schmutz im Café Juli. Hier findet sein Presse­gespräch statt. Ein anderer Ort als 2017. Ein anderes Gefühl. „Damals kam ich von außen“, sagt er rück­blickend. Heute ist er ver­traut mit den Themen, weiß, wie die Men­schen und die Stadt ticken. Ein Vorteil, den er für sich als Amts­inhaber hat, so Schmutz. Vor allem aber kann er jetzt an­knüp­fen – so die Bürge­rinnen und Bürger ihn lassen. Bürger­meister zu sein, ist für ihn ein Amt, um das man käm­pfen muss. „Dafür müssen Men­schen einem ver­trauen“, ist er über­zeugt.

Er will diesen Men­schen aber auch zu­hören. Dafür lädt er im Novem­ber zu Zukunfts­spazier­gängen in drei Stadt­teilen ein. Gespräch und Aus­tausch sollen dabei im Mittel­punkt stehen. Auf seiner Home­page www.stefan-schmutz.de besteht zudem die Mög­lich­keit, eigene Ideen ein­zubrin­gen. In einer Um­frage Anfang Dezem­ber will er aus Ideen mit Umset­zungs­potenzial den Spitzen­reiter der Stadt­gesellschaft ermit­teln. Er soll Bestand­teil seiner Kampagne werden.

„Politik ist dann bedeut­sam, wenn sie kon­krete Ergeb­nisse vorzeigen kann“, fasst Stefan Schmutz seine Auf­fassung zusammen. Ergeb­nisse will er weiter liefern. „Ich bin jemand, der sich gerne für andere ein­setzt“, sagt er. Das kann er gerade in seiner Posi­tion als Bürger­meister tun. Dass er dafür in Laden­burg wohnen muss, sieht er nicht. Perspek­tivisch ist das durch­aus eine Idee, aller­dings, sagt Schmutz, sei er auch so viel in der Stadt. „Und die Freizeit gehört der Familie. Da ist es gut, dass man dann auch aus der Bürger­meister­rolle raus­kommt“, weiß er die Distanz zwi­schen Büro und Zu­hause zu schät­zen. Dass er die Rolle gerne aus­füllt, daran lässt er keinen Zwei­fel. Er kandi­diere aus Über­zeugung, sagt Stefan Schmutz, macht auch deut­lich, dass seine Wahl ein Ver­sprechen auf acht Jahre sei. „Es gibt nichts, was mich an an­derer Stelle reizt“, winkt er bei der Frage nach höheren Ambi­tionen ab. Mit­bewer­ber indes würde er begrü­ßen. „Ich finde wichtig, dass die Men­schen eine Wahl haben“, sagt er. Und blickt auch auf die Legi­tima­tion, die diese Wahl für den kom­menden Bürger­meister mit sich bringt. Und wie sieht der Plan B aus? Stefan Schmutz schaut er­staunt. „Ich habe keinen Plan B“, sagt er dann. Es wirkt nicht so, als komme das aus der Über­zeugung seiner Wieder­wahl. Wohl aber aus dem Wunsch, wieder­gewählt zu werden. Weil ihm Spaß macht, was er macht.

Christina Schäfer

Information

Stefan Schmutz lädt an fol­genden Termi­nen zu Zukunfts­spazier­gängen ein:

2.11, 10 Uhr:
Nord­stadt, Treff­punkt am Hebe­werk

16.11., 10 Uhr:
Altstadt, Treff­punkt Markt­platz

23.11., 10 Uhr:
West­stadt, Treff­punkt Bäcker Görtz





Bürgermeister Schmutz

Ladenburger Zeitung vom 11.10.2024

In der zweiten Amts­periode will Bürger­meister Schmutz die Pro­bleme der Alt­stadt an­packen

Bürger­meister Schmutz erläu­terte in einer SPD-Mit­glieder­ver­samm­lung seine Wahl­kampf­strategie / Auf die CDU will Schmutz nicht aktiv zugehen

Es ist sicher keine Über­raschung, dass der SPD-Orts­verein bei der nächsten Bürger­meister­wahl „den Genossen“ Stefan Schmutz unter­stützen wird. Der Bürger­meister teilte Anfang Februar im Rahmen einer Presse­konferenz mit, dass er eine zweite Amts­zeit an­strebt (die LAZ berich­tete). Er will nämlich zusammen mit dem Gemeinde­rat zahl­reiche begon­nene Projekte wie bei­spiels­weise den Bau der neuen Drei­feldsport­halle, den CO₂-neutralen Umbau des Frei­bades und die Weiter­entwicklung des ehemaligen ABB-Geländes in seiner zwei­ten Amts­periode zu Ende bringen, sagte der 46-jährige zwei­fache Familien­vater damals.

In einer Mit­glieder­versamm­lung des SPD-Orts­vereins in der Löwen­scheuer bekräf­tigte Schmutz nun, dass er sich über die erneute Unter­stüt­zung aller SPD-Mit­glieder freuen würde, was der Mode­rator der Ver­anstal­tung, Gerhard Klein­böck, eingangs an­kündigte. Klein­böck hatte auch den Viern­heimer Bürger­meister Matthias Baaß ein­geladen, der über die Ver­ände­rungen der Amts­führung eines Bürger­meisters referierte.

„Für den SPD-Orts­verein ist die Unter­stützung des Amts­inhabers eine Selbst­verständ­lichkeit, denn Stefan Schmutz hat die wich­tigsten Zukunfts­aufgaben an­gepackt und gemein­sam mit dem Gemeinde­rat gelöst“, brachte Klein­böck die Stimmung im Orts­verein auf den Punkt. „Wir werden unseren Bürger­meister daher mit voller Über­zeugung und mit großer Ge­schlossen­heit unter­stützen, denn gerade jetzt ist es wichtig, dass in Laden­burg weiter­hin ein Mann Verant­wortung trägt, der ziel­orientiert und um­sichtig die an­stehen­den schwie­rigen Auf­gaben anpacken kann“, so Klein­böck. Stefan Schmutz sei dafür die richtige Persön­lichkeit, denn er habe in den letzten sieben Jahren bewiesen, dass er ein „exzellen­ter Ver­wal­tungs­fachmann und ein weit­sichtiger Ge­stalter ist“.

Diese Ein­schätzung konnte SPD-Mitglied Joachim Loose, der auch Vor­sit­zender des ASV Ladenburg ist, nur unter­streichen. „Ich muss sagen, am Anfang der Amts­zeit war im Verein das Verhäl­tnis zu unserem Bürger­meister nicht das beste. Der Motor stot­terte doch ein wenig“, sagte Loose. „Aber wir im Verein haben erkannt, dass Stefan Schmutz an­stehende Pro­jekte ziel­orientiert umsetzt“, meinte der Vereins­vorsitzende der Athleten. In Laden­burg wurde nämlich Jahr­zehnte über den Bau einer Drei­feldsport­halle geredet. „Schmutz hat den Bau auf den Weg gebracht“, so Loose, der auch an­getan war, wie der Bürger­meister das „heiße Thema Vereins­förderung“ gelöst hat. „Wie an die Sache heran­gegangen wurde und wie die Vereine ein­gebun­den wurden, das war schon sehr ziel­führend“, meinte Loose.

Viern­heimers Bürger­meister Baaß lobte seinen Kollegen in den höchsten Tönen

Die Worte aus dem Munde des Viern­heimer Bürger­meister-Kollegen Matthias Baaß unter­strichen, „dass Schmutz der richtige Bürger­meister für Laden­burg ist“. Baaß, der Mit­glied des regionalen Bürger­meister-Sprengels ist, be­schrieb das Standing des Laden­burger Bürger­meisters in diesem Bürger­meister­kreis. „Wir Bürger­meister sind uns einig, dass Stefan Schmutz eine Kommunal­politik macht, wie sie die Leute heute erwarten“, sagte Baaß. „Schmutz ist kein Sprech­blasen­politiker, sondern er geht die Pro­bleme konse­quent an“, meinte der Viern­heimer Kollege.

Baaß wurde schon drei Mal im Amt bestätigt und er hat die Verände­rungen in der Amts­führung selbst erlebt. Im letzten Jahr­hundert erwar­teten die Vereine noch, dass ein Bürger­meister jede Jahres­haupt­versamm­lung besucht, Vereins­ausflüge mitmacht und selbst zur Weihnachts­zeit wurde dem Familien­vater in Viern­heim keine Auszeit gegönnt. Diese Er­war­tungs­haltung habe sich zum Glück ver­ändert, stellte Baaß fest, der aber unter­strich, dass Bürger­nähe immer noch wichtig ist.

In seiner Rede infor­mierte Schmutz, dass er sich um die Unter­stützung der Parteien bemüht, die ihn schon bei der ersten Wahl unterstützt hätten. „Ich bin in guten Gesprächen mit den Ver­ant­wort­lichen und kann optimis­tisch sein“, so die Ein­schät­zung des Stadt­ober­hauptes. Er begrüßt es grund­sätzlich, dass die CDU einen eigenen Bürger­meister­kandidaten sucht, denn die Demo­kratie lebe von Angebo­ten. Er fände es daher gut, wenn er bei der Wahl am 2. Februar nicht alleine auf dem Wahl­zettel stehen würde. Auf die CDU zugehen wird Schmutz nicht. „Die Christ­demo­kraten sind wohl in guten Gesprä­chen mit anderen Kandi­daten. Wenn die CDU an einem Gespräch mit mir inter­essiert ist, verweigere ich mich natür­lich nicht“, sagte Schmutz den SPD-Mit­gliedern.

Der teilte auch mit, dass in der nächsten Periode die Pro­jekte in der Alt­stadt auf seiner Agenda stehen. In der ersten Amts­periode waren es über­wiegend Themen, die die Außen­bezirke betrafen. Es sei gemein­sam gelungen, die Kinder­garten­betreuungs­quote auf 100% zu bringen. „Das war ein hartes Stück Arbeit für die Verwal­tung und den Gemeinde­rat“, meinte Schmutz.

Nun gelte es, das Augen­merk auf die Entwick­lung der Alt­stadt zu legen. Der Einzel­handel und das Gewerbe brauchen Unter­stützung. Die Entwick­lung eines zukunfts­weisenden Energie­konzeptes brennt ihm unter den Nägeln und auch das Thema Straßen­beläge in der Alt­stadt stehe ganz oben auf der Agenda. Die Zeiten des Wachs­tums seien jetzt vorbei. „Der Klein­stadt­charakter Laden­burgs muss erhalten bleiben“, sagte Schmutz.

Die heiße Phase des Wahl­kampfs will Schmutz im Januar beginnen. Er bedankte sich ab­schlie­ßend für den großen Vertrauens­beweis, den er aus den Reihen des Orts­vereins spüre. „Ich habe richtig Lust auf eine zweite Amts­periode“, meinte Schmutz ab­schlie­ßend, der für seine Sicht­weise von den Mit­gliedern viel Applaus erntete.

Axel Sturm





Bürgermeister Schmutz bei der SPD Ladenburg

Aus der Kreistagsfraktion am 02.10.2024

Im Kreistag notiert: Aus dem Aus­schuss für Schulen, Kultur und Sport

Der Kreis­tags­aus­schuss für Schulen, Kultur und Sport befasste sich u.a. mit dem Kultur­pro­gramm „Kultur im Kreis 2025“, Zu­schüssen an die Jugend­musik­schulen im Land­kreis und einem Bericht über den bau­lichen Zustand der kreis­eigenen Schulen.

Dort stellte der für Bildung, Kultur und Sport zuständige Dezernent Ulrich Bäuerlein die Akti­vitäten des Rhein-Neckar-Kreises in diesen Bereichen vor und erläu­terte, welch großen Stellen­wert die Förderung des musika­lischen Nach­wuchses im Land­kreis hat. Im Nach­gang an die Bera­tung bewillig­ten die Kreis­rätinnen und Kreis­räte die Kreis­zuschüsse an die Jugend­musik­schulen im Jahr 2024 in Höhe von rund 269.000 €. Davon erhalten die Jugend­musik­schulen in Edingen-Neckar­hausen 5269 €, Ilves­heim 3335 € und Laden­burg 14.263 €.

Im An­schluss wurde den Aus­schuss­mitglie­dern das Kultur­programm „Kultur im Kreis 2025“ erläutert, das in Abstim­mung und Koopera­tion mit der Kultur­stiftung Rhein-Neckar-Kreis e. V. erarbeitet wurde. Es gliedert sich in die Bereiche Bildende Kunst, musikalische und lite­rarische Ver­anstal­tungen, Begeg­nungen mit den euro­päischen Partner­regionen sowie die Koopera­tion mit der Kultur­stiftung Rhein-Neckar-Kreis. Bei diesem Tages­ordnungs­punkt gab unser Kreis­rat Thomas Zachler für die SPD-Fraktion die Stellung­nahme ab und stimmte namens der SPD-Fraktion für die Annahme des Kultur­programms.

Danach berich­tete Ralf Schmidt, Betriebs­leiter Bau im Eigen­betrieb Bau, Vermögen und Informa­tions­technik, über den baulichen Zustand der sieb­zehn Schulen in der Träger­schaft des Rhein-Neckar-Kreises (in Ladenburg ist das die Martinsschule). Der Aus­schuss nahm von der Fort­schreibung der kurz-, mittel- und lang­fristigen Bau­unter­haltungs­maß­nahmen im Bereich der kreis­eigenen Schul­gebäude Kenntnis.





Hände auf Klaviertasten

Aus der Kreistagsfraktion am 19.09.2024

Vorbei­kommen und Rein­schauen - zu Gast in den Rhein-Neckar-Werk­stätten

Auf Ein­ladung der Johannes-Diakonie Mos­bach besuchte unser Fraktions­mitglied Thomas Zachler (Edingen-Neckar­hausen) die Rhein-Neckar-Werk­stätten (RNW) in Heidelberg. Eine Ein­richtung, deren hervor­ragende Ent­wicklung seit ihrer Ent­stehung von der SPD-Kreistags­fraktion immer verfolgt und unter­stützt wird.

Bei diesem Besuch, zu welchem unter der Über­schrift "Vorbei­kommen und Rein­schauen" ein­geladen wurden war, konnten in lockerer Atmo­sphäre Einblicke in die Arbeits­bereiche des RNW, in die pädago­gischen Methoden und das Leistungs­spektrum genommen werden.

Die Rhein-Neckar-Werk­stätten (RNW) sind ein gemein­nütziges Unter­nehmen und anerkannt als Werkstatt für behin­derte Menschen (WfbM).

In den Werk­stätten in Heidel­berg arbeiten rund 160 Menschen, die eines gemein­sam haben: Sie leben mit dem Handicap, psychisch beeinträch­tigt zu sein. In unter­schied­lichen Berei­chen erfolgt jeweils eine indivi­duelle Förderung, damit diese Menschen in Zukunft wieder am Arbeits­leben teil­haben und ein­gegliedert werden können. Das wird unter anderem dadurch ermöglicht, indem hier für die regio­nale Industrie und Wirt­schaft der Rhein-Neckar-Region Produktions- und Dienst­leistungen durchgeführt werden.

Unser Kreisrat Thomas Zachler, der als stellvertr. Mitglied im Sozial­ausschuss mitarbeitet, zeigte sich beim Rund­gang durch die sechs Bereiche RNWschreinerei, RNWgastro, RNWdienste, RNWoffice, RNWe-technik und RNWwerkbank, beeindruckt, wie viele fordernde und fördernde Aufgaben hier für die rund 160 beschäf­tigten Menschen vor­gehalten werden.

Zu Abschluss des zwei­stündigen Besuchs bedankte sich Thomas Zachler sehr herzlich bei Werkstatt­leiter Jan Esterle und seinen Gruppen­leitern für die informa­tive Führung und trans­parenten Einblicke in die jeweiligen Bereiche.





Thomas Zachler bei Diakonie Mosbach

Pressemitteilung vom 11.09.2024

Kahl­schlag der Landes­regierung bei der Inte­grations­finan­zierung

Die Rhein-Neckar Sozial­demokraten kriti­sieren die über 50-prozentigen Kürzungen des Landes beim Inte­grations­management. „Die Bedeutung einer möglichst guten und schnellen Inte­gration ist Konsens, ins­besondere auch um die betrof­fenen Per­sonen möglichst schnell in den Arbeits­markt zu bringen und damit das Sozial­system zu entlasten. Hierfür hat das Land seit 2017 mit dem Pakt für Inte­gration in den Kom­munen ein Inte­grations­management finan­ziert“, berichtet die stell­vertretende Fraktions­vorsit­zende und sozial­politische Spre­cherin der Frak­tion, Renate Schmidt (Eppelheim).

„Inzwischen arbeiten in den 54 Kom­munen des Rhein-Neckar-Kreises enga­gierte Menschen profes­sionell an der Inte­gration. Sie sind erfahren, haben ein gut funk­tionie­rendes Netz­werk und ver­richten eine wichtige Arbeit“, findet Fraktions­vorsit­zender und Brühler Bürger­meister Dr. Ralf Göck lobende Worte.

Nun werden die Mittel des Landes um über 50% gekürzt, und die Ver­wal­tung der Inte­grations­manager geht auf den Kreis über: „Wieder wird eine Auf­gabe mehr und mehr den Städten und Gemein­den zu­geschoben“, ärgert sich Göck, der die Inte­gration in Brühl nun noch mehr als bisher aus dem Gemeinde­säckel bezahlt, ähnlich wie das Sins­heim, Wall­dorf und andere Kom­munen tun.

Aber was geschieht in Kom­munen, die die dras­tischen Kür­zungen des Landes nicht aus eignen Mittel kompen­sieren? „Nach den uns vorlie­genden Zahlen kann dies z.B. konkret für die große Kreis­stadt Wies­loch bedeuten, dass nur noch eine Stelle zur Ver­fügung stehen wird, das wäre ein Drittel der der­zeitigen Kapa­zität“, hat die Wall­dorfer Kreis- und Gemeinde­rätin Dr. Andrea Schröder-Ritzrau erfahren. Die drei Inte­grations­manager:innen in Wiesloch sind voll aus­gelastet mit der anfal­lenden Arbeit und eine Aus­weitung nicht eine Redu­zierung wäre angezeigt, so Schröder-Ritzrau weiter, und gemein­sam mit dem Wies­locher Kreisrat Richard Ziehen­sack fürchtet sie: „Wenn der Kreis im August mit der Planung für seine neue Aufgabe beginnt, werden die Wies­locher Inte­grations­manager:innen sich nach einer anderen Stelle umschauen, da nicht alle bleiben können“.

Damit gehe Kompe­tenz verloren, zumal es ver­schiedene Gruppen von Klienten gebe. Nun wird befürchtet, dass die Qualität der Betreu­ung nach­lassen wird. Die Lasten werden die jetzt schon über­lasteten Beschäftig­ten im Rat­haus, die nicht über die nötige Fach­kompetenz verfügen, tragen müssen. Längere Warte­zeiten auf Termine werden unaus­weich­lich, die Bearbei­tung der Fälle findet lang­samer statt, Fristen können nicht ein­gehalten werden und die Betrof­fenen wenden sich in ihrer Not an andere Stellen, z.B. Ordnungs­amt oder Bürger­büro, wo wiederum andere Arbeit liegen bleibt.






Mannheimer Morgen vom 19.08.2024

Neu im Laden­burger Gemeinde­rat: Markus Bündig (SPD)

Als Chef einer Garten­bau­firma hat der neue Laden­burger Stadt­rat Markus Bündig (SPD) einen genauen Blick fürs Machbare. „Ich will nicht nur kriti­sieren, sondern aktiv mit­gestalten“, betont er.

Ladenburg. „Dass es anstrengend wird, ist klar“, sagt Markus Bündig. Der 42-jährige hat als selbst­ständiger Garten- und Land­schafts­bauer einen genauen Blick. Nicht nur auf der Bau­stelle, sondern auch im Hin­blick auf sein neues Ehren­amt: Mit 2853 Stimmen hat der seit 2021 amtierende Chef des SPD-Orts­vereins das dritt­beste Ergebnis unter neun neuen Rats­mit­gliedern in Laden­burg erzielt. Die künftigen Sit­zungen - auch in mehreren Fach­aus­schüssen -, sein Familien­leben mit drei Kindern im Alter von acht, sechs und zwei­einhalb sowie die junge Firma: Ist das alles gut leistbar?

Bündigs klare Antwort lautet: „Ich habe mir absolut nicht zu viel vor­genommen.“ Sieht er doch beispiels­weise die Führung des Orts­vereins personell gut auf­gestellt. „Ich habe aber ebenso in der Familie ein gutes Team“, stellt Bündig fest. Ehefrau, Eltern und Schwieger­eltern weiß er hinter sich stehen. Und vor ihm liegt schließ­lich eine wichtige Aufgabe: „Ich habe mich bewusst dafür ent­schieden, Ver­antwor­tung zu über­nehmen, weil ich nicht nur kriti­sieren, sondern aktiv mit­gestalten will.“ Schmerz­haft sei freilich, dass der bisherige Fraktions­vorsitzende Steffen Salinger nach mehr als 27 Jahren am Rats­tisch nicht wieder­gewählt wurde.

„Das hat uns getroffen - und Steffen natürlich auch“, sagt Bündig. Erfahrung und Fach­wissen auch aus Salingers beruf­lichem Hinter­grund als Unter­nehmer ließen sich nicht ohne Weiteres ersetzen. Doch auch diese Heraus­forderung nimmt Bündig an. Er hat als gelernter Stein­metz freilich auch Erfahrung im Umgang mit schweren Lasten. „Wir müssen Steffens Aufgaben jetzt eben auf mehrere Schul­tern verteilen, haben aber eine gute Frak­tion, die das leisten kann, und wir wissen außer­dem, dass Steffens Tür für Fragen immer offen steht“, erklärt Bündig. Nicht zuletzt auch deshalb sei der Fraktions­vorsitz bei Angelika Gelle, die jetzt - erneut mit einem starken Wahl­ergebnis und mehr als 4700 Stimmen - ihre dritte Amts­zeit an­getreten habe, in guten Händen.

Der glühende Eintracht-Fan hat keine Zeit mehr für Fuß­ball

Eine deutliche Antwort hat Bündig ebenso auf die Frage, ob ihm als glühendem Fan des Fußball-Bundes­ligisten Eintracht Frankfurt künftig noch Zeit für Stadion­besuche bleibe? „Nein“, sagt er kurz und knapp, aller­dings nicht ohne schmun­zelnd einen spontanen Brummton des Bedauerns voraus­zuschicken. Sein Verzicht reicht sogar noch weiter: „Mittler­weile schaue ich noch nicht mal mehr samstag­nachmittags im Fernsehen Fußball, weil sich meine Priori­täten inzwischen klar in Richtung Familie verlagert haben“, führt Bündig aus. Seine Frei­zeit gehört am Wochen­ende voll und ganz den drei Kindern, die in Sport­arten wie Leicht­athletik, Rope-Skipping, Voltigieren und Turnen aktiv sind und von ihrem Papa jeweils zu entsprechenden Ver­anstal­tungen oder Freun­dinnen und Freunden gebracht werden wollen.

Wenn Bündig und die SPD sich gerne für Schwächere stark­machen, muss es Bündig doch freuen, dass noch in diesem Jahr eine mobile Tafel des DRK-Kreis­verbands Mannheim regelmäßig auch in Ladenburg Station machen soll. Oder nicht? „Grund­sätzlich finde ich das gut, denn das geht ja ebenso wie der bereits eingeführte Mittags­tisch für Senioren auch auf einen SPD-Antrag im Gemeinde­rat zurück, aber es ist doch schade, dass wir das über­haupt brauchen“, findet Bündig eine differen­zierte Antwort. Mit weiteren Ideen hält er sich zurück, weil er findet, dass momentan schon enorm viel geleistet werde und noch zu stemmen sei. Als Bei­spiele nennt Bündig den Bau der neuen Sport­halle und von Kinder­gärten. Bündig lobt auch, dass Laden­burg sein Freibad ab 2025 saniere und zukunfts­fähig mache, während andere Kommunen Einrich­tungen schlössen.

Bündig sieht Bedarf für weitere Gewerbe­flächen

„Unser SPD-Bürgermeister Stefan Schmutz macht einen Riesen­job, wenn man sieht, was alles angepackt wird und wie dennoch Schulden abgebaut wurden“, sagt Bündig. Nicht aus den Augen ver­lieren dürfe man jedoch Dauer­aufgaben wie beispiels­weise die weitere Sanierung des Altstadt­pflasters, die allerdings sinnvoller­weise erst nach Abschluss der Kanal­befahrungen planbar sei, so der tief­bau­erfahrene Stadtrat.

Was Laden­burg künftig ebenfalls brauche, seien neue Gewerbe­flächen. Immer dringender sei ebenso der Bedarf an bezahl­baren und auch an senioren­gerechten Wohnungen sowie Tages­pflege­plätzen. Als eine Möglichkeit, um der katastro­phalen Entwicklung im Immobilien­bereich gegen­zusteuern, sieht Bündig eine inter­kommunale Wohnbau­genossen­schaft mehrerer Städte und Gemeinden an: „Das wäre für uns als SPD-Fraktion vorstellbar, weil das etwas wäre, wo man den Preis steuern kann.“

Markus Bündig
Jahrgang: 1981
Familie: verheiratet, drei Kinder
Beruf: Selbstständiger Garten- und Landschaftsbauer
Partei: Mitglied der SPD seit 2020
Wahlergebnis: 2853 Stimmen
Ausschüsse: Technischer Ausschuss, Umlegungs­ausschuss, Sanierungs­ausschuss, Umwelt- und Landwirtschafts­ausschuss


Peter Jaschke





Markus Bündig in seinem Garten

Ladenburger Zeitung vom 16.08.2024

Heinz Schmitt ist der „Vater der Laden­burger Neckar­wiese“

Wie die Laden­burger Neckar­wiese entstand / Auch dem langjährigen Stadtgärtner Werner Edelmann ist die Freizeitwiese ans Herz gewachsen / Ohne die US-Soldaten gäbe es die Laden­burger Neckar­wiese nicht

Was hatte das 100-jährige Jubiläum des Turnvereins TSG 1864, das vor 60 Jahren in Laden­burg groß gefeiert wurde, eigentlich mit der heute so beliebten Neckar­wiese zu tun? „Sehr viel“, weiß der langjährige Leiter der Stadt­gärtnerei und LSV-Ehren­mitglied Werner Edelmann, der im Turn­verein 1864 schon damals eine unentbehrliche Arbeitsstütze war. Edelmann kann sich nämlich noch gut an die Vorbereitungen des 100-jährigen Jubiläums des Turn­vereins erinnern, die bereits im Jahre 1962 begannen. Der damalige TSG-Vorsitzende Reinhold Menzel schlug Bürgermeister Hermann Hohn vor, die Feierlichkeiten der TSG auf einer Wiese zu begehen, die auf dem Neckarvorland angelegt werden könnte. Der Verein habe da eine interessante Idee, sagte Menzel dem Bürgermeister, der von 1953 bis 1965 Stadtoberhaupt war und der 1965 vom jungen Bürgermeister Reinhold Schulz abgelöst wurde.

Dass die Idee der TSG-Verantwortlichen die Geburt der Laden­burger Neckar­wiese und deren vielseitige allgemeinen Nutzung war, konnten die Ideengeber damals nicht ahnen. Vor allem konnte 1962 niemand wissen, welch einen Stellenwert die Neckar­wiese einmal haben sollte.
Für die TSG 1864 stand nämlich zunächst der eigene Vorteil im Mittelpunkt, denn man wollte das 100-jährige Jubiläum an einer attraktiven Stelle in angemessener Umgebung feiern.

Werner Edelmann war damals als junger Mann, der sich als Turnübungsleiter bei der TSG einbrachte, bei allen Vorstandssitzungen dabei. „Zu sagen hatten wir damals nicht viel aber wenn Arbeit verteilt werden musste, waren wir Jungspunde natürlich gefragt“, erinnert sich das TSG-Urgestein. In einer Vorstandssitzung, die ca. zwei Jahre vor dem Jubiläum stattfand, stand das Thema „Festwiese“ auf der Tagesordnung. Die Vorstandschaft wollte nämlich das verwilderte Neckarvorland zu einer Festwiese umgestalten. Dieser Bereich wurde bis dahin aber noch anderweitig genutzt. Am Anfang des Neckarvorlandes lag damals die „Füllewaad“, wie die Einheimischen die Fohlen- und Viehweide nannten. Sie hieß immer Fohlenweide obwohl sich im Gatter Kühe und Rinder befanden. Damals existierte die Neckarstraße noch nicht. Dafür gab es einen Trampelpfad, der in Richtung Freibad bzw. zum Schwabenheimer Hof – genannt Schwommer Hof – führte. Auf dem Gelände des Neckarvorlandes befanden sich außerdem vor der Straße „An der Beint“ liegend, zahlreiche Kleingärten, die von Laden­burger Familien für den Gemüseanbau genutzt wurden. „Es gab damals viele kinderreiche Familien. Das Geld war knapp und daher war man froh, wenn man einen kleinen Garten bewirtschaften konnte um die Familie mit Obst und Gemüse zu versorgen“, erzählt Edelmann.

Heinz Schmitt nahm das Projekt in die Hand

Dem Vorstandsteam war daher klar, dass der Umgestaltungsplan der TSG auf dem Neckarvorland nicht nur auf Begeisterung stoßen wird. Edelmann erinnert sich, dass das Neckarvorland recht hügelig und mit Unkraut übersät war. Der Gärtnerlehrling wusste, dass man für die Bearbeitung des Geländes schweres Gerät wie Bagger, Raupen und Walzen benötigen wird. Die hatte der Bauhof damals nicht, so dass die Umsetzung des Projektes Neckar­wiese unrealistisch erschien.

Doch nun kam das damalige TSG-Vorstandsmitglied Heinz Schmitt ins Spiel. Schmitts Mutter, die Hebamme Hildegard Schmitt, betrieb von 1930-1962 das Laden­burger Wöchnerinnenheim „Am Seilergraben“, in dem ganze Generationen junger Laden­burger Erdenbürger das Licht der Welt erblickte.

Heinz Schmitt machte beruflich Karriere und war Leiter des Mannheimer Hafenamtes. Er war ausgebildeter Hochsee-Kapitän, der sogar mehrfach auf der Kommandobrücke das legendäre Kap Hoorn umschiffte. „Doch dann wollte der Weltenbummler an Land sesshaft werden“, erzählte seine spätere Frau Reni, die übrigens die gute Seele des Wöchnerinnenheims war, das von ihrer resoluten Schwiegermutter doch recht streng geführt wurde.

Heinz Schmitt hatte in seiner Funktion als Mannheimer Hafenmeister gute Kontakte zur Führung der amerikanischen Streitkräfte, die damals in mehreren Stadtteilen in den Mannheimer US-Kasernen stationiert waren. Wenn US-Panzer oder Raketen per Schiff über den Rhein und Neckar zum Mannheimer Hafen transportiert wurden, waren umfangreiche Koordinationsarbeiten mit der US-Standortführung zu besprechen. Schmitt war ein umgänglicher, freundlicher Mensch, der sich mit den Offizieren und Kommandeuren sehr gut verstand. Das TSG-Vorstandsmitglied wusste in seiner Funktion als Hafenmeister genau über die Bestände in den Kasernen Bescheid. Hier standen nicht nur Panzer und Militär-LKWs, sondern auch schwere Geräte wie Bagger, Raupen und Straßenwalzen, die kaum bewegt wurden. Daher sucht Schmitt das Gespräch mit dem Standort-Kommandeur, um ihm ein „Manöver in Laden­burg“ schmackhaft zu machen. Reni Schmitt erzählte, dass ihr Heinz anfragte, ob mit den Gerätschaften nicht was Sinnvolles getan werden kann. „In Laden­burg soll das Neckarvorland hergerichtet werden“, fragte Schmitt nach, ob die amerikanischen Freunde nicht zu „einem kleinen Arbeitseinsatz“ nach Laden­burg kommen könnten. Schmitt saß ab 1959 als SPD-Stadtrat am Ratstisch und natürlich holte er sich zuvor die Genehmigung des Gemeinderates ein, damit die „Amis“ das Neckarvorland umgestalten konnten.

Der zuständige US-Kommandant war angetan, was die Laden­burger mit ihrem Neckar-Vorland machen wollten. Er kannte Laden­burg bestens, denn nach dem Krieg wurden die Befreier in der Stadt herzlich aufgenommen. Amerikanische Führungskräfte wohnten in Häusern in der Nähe des Neckarvorlandes und die amerikanischen Soldaten nutzten gerne das Laden­burger Schwimmbad, das nach dem Krieg für eine Badesaison für die Bevölkerung gesperrt war. Hier organisierten die Amis sogar Schwimm-Meisterschaften. Erst im Spätsommer 1947 hatte man dann ein Einsehen und gab das Freibad für den allgemeinen Badebetrieb wieder frei.

Schnitzel mit Bratkartoffeln waren bei den Pionieren sehr beliebt

Vielleicht war es sogar sein „schlechtes Gewissen“ wegen der Freibadsperrung, das den Kommandeur plagte, dass Heinz Schmitt nach wenigen Tagen eine Zusage bekam. Die Kasernen-Leitung sicherte zu, das Projekt Neckar­wiese mit ihren Pionieren anzupacken. Die Gerätschaften und die Arbeitskräfte stellten die Amerikaner kostenlos zur Verfügung. Nur den Diesel-Kraftstoff musste die Stadt Laden­burg bezahlen, die sich außerdem verpflichtete, die Soldaten mit einem Frühstück und einem warmen Mittagessen zu verköstigen. Werner Edelmann erinnert sich daran, dass um die 20 Soldaten täglich das Mittagessen im Gasthaus „Zur Zwiwwel“ einnahmen und es ist überliefert, dass die Pioniere besonders gerne Bratwurst mit Sauerkraut aber auch Schnitzel mit Bratkartoffel gerne gegessen haben sollen.

Fakt ist hingegen, dass die Soldaten ganze Arbeit auf dem Neckarvorland geleistet haben. Die hügelige Topografie wurde „relativ gut eingeebnet“, erzählt Edelmann, der die Arbeiten aus seinem fachlichen Blickwinkel genau beobachtete. „Die haben geschafft wie die Brunnenputzer“, zeigte sich Edelmann mit der Arbeitsmoral der Soldaten mehr als zufrieden. Die übergaben letztendlich nach einem achtwöchigen Arbeitseinsatz eine platt gewalzte Fläche, die die Stadt Laden­burg nun zur Festwiese umgestalten sollte.

Doch dieser Schritt war alles andere als einfach, erzählt Edelmann, denn die Oberfläche war „brockelhart“. Die Stadt selbst hatte damals keine geeigneten Geräte, um den Boden wieder etwas aufzulockern damit der Rasensamen eingebracht werden konnten. Die Stadtgärtnerei des Bauhofs war äußerst spärlich ausgestattet. „Als ich als Stadtgärtner im Jahre 1960 im Bauhof anfing, haben wir unser Werkzeug von zuhause mitbringen müssen“, erinnert sich Edelmann an eine schwere Zeit unter dem damaligen Stadtgärtner Leo Jung. Erst als der Bauhof Ende der 60er Jahre in den Zuständigkeitsbereich von Walter Möll kam, wurden städtische Gerätschaften angeschafft.

Über den Zustand des planierten Neckarvorlandes machten sich auch die TSG-Verantwortlichen Sorgen. Zwar wurde das wachsende Unkraut von den städtischen Gärtnern regelmäßig entfernt aber eine ordentliche Rasenfläche brachte man vorerst nicht zustande. Mit Hilfe der Bauern Karl Helmling und Ernst Münz wurde im Herbst 1963 die Fläche mit landwirtschaftlichen Geräten aufgelockert, um endlich die Rasensamen einzubringen.

Die Planungen der TSG 1864, das 100-jährige Jubiläum auf der neuen Neckar­wiese zu feiern, wurden allerdings aufgegeben. „Es war uns zu unsicher wie sich die Neckar­wiese entwickeln würde“, erzählt Edelmann. Die Festaktivitäten wie das große Turnfest und das Jugend-Zeltlager fanden stattdessen auf dem städtischen Wasserturm-Sportplatz statt, wo auch das Festzelt aufgebaut wurde. „Das Jubiläum ist gut gelaufen“, erinnert sich Edelmann noch heute.

Gut gelaufen ist es auch mit der Entwicklung der Neckar­wiese, die für Werner Edelmann eine Herzenssache wurde. Ab 1964 war er für die Pflege der Rasenfläche zustände, was nichts anderes bedeutete als die Wiese regelmäßig zu mähen. Gedüngt wurde die Neckar­wiese nicht. Erstens hatte man für die teuren Düngemittel kein Geld in der Stadtkasse und zweitens diente der Neckarschlamm als Dünger, der kostenlos „geliefert“ wurde, wenn der Neckar sein Flussbett verließ. Für den Mähvorgang schaffte der Bauhof sogar einen Sitzrasen-Mäher an. „Ich habe die Neckar­wiese mindestens 1.000-mal gemäht“, rechnet Edelmann hoch, der in den 1980er Jahren zum Leiter der Stadtgärtnerei aufstieg. Die Entwicklung „seiner Neckar­wiese“ hatte er immer im Auge. Immer wieder wurden Bäume gepflanzt, so dass Schattenplätze entstehen konnten.

Es stellte sich schnell heraus, dass die Laden­burger Neckar­wiese ein Treffpunkt für erholungssuchende Menschen aus der gesamten Region werden wird. Es wurde Anfang der 70er Jahre sogar ein Sportplatz gestaltet, auf dem Jugendspiele des FV03 stattfanden. Die Schulen nutzten die Wiese gerne für den Schulsport und die Rasenkraft-Abteilung des ASV Laden­burg erstellte dort ein kleines Sportzentrum mit einem Hammerwurfkäfig.

Die tolle Entwicklung und die Beliebtheit der Neckar­wiese konnte der eigentliche „Vater der Neckar­wiese“, Heinz Schmitt, nur wenige Monate beobachten. Der SPD-Stadtrat erarbeitete sogar ein Nutzungskonzept aus, das er im November 1966 im Gemeinderat präsentieren sollte. Das Konzept hatte er zuvor mit dem neuen Bürgermeister Reinhold Schulz noch abgesprochen. Doch zu einer Präsentation vor dem Ratsgremium kam es tragischerweise nicht mehr. Schmitt verstarb nämlich kurz vor der Sitzung völlig überraschend im Alter von nur 45 Jahren. „Das war ein schwerer Schicksalsschlag für unsere Familie“, erzählt Reni Schmitt, die den damals zwölfjährigen Johannes und die dreijährige Hildegard alleine großziehen musste. Reni Schmitt wurde übrigens bei der nächsten Gemeinderatswahl selbst mit dem zweitbesten Stimmenergebnis für die SPD in den Gemeinderat gewählt. Natürlich war sie immer traurig, wenn Themen um die Neckar­wiese auf der Tagesordnung standen, die ihr Heinz doch so gerne selbst bearbeitet hätte.

Axel Sturm





Neckarwiese um 1900

Ladenburger Zeitung vom 02.08.2024

Ausbau ohne Vermark­tungs­quote

Fast jede Kommune befasst sich derzeit mit dem Glas­faser­ausbau. Das ist in Laden­burg nicht anders. „Wir haben uns im letzten halben Jahr intensiv mit dem eigen­wirtschaft­lichen Ausbau beschäftigt“, verwies Bürger­meister Stefan Schmutz in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf die Gespräche mit zwei poten­ziellen Anbietern. Mit Unsere Grüne Glasfaser GmbH & CO. KG (UGG) aus Ismaning ist die Verwal­tung jetzt zu einer Eini­gung gekommen. Der Gemeinde­rat stimmte einer entspre­chenden Ver­einbarung dann auch ein­stimmig zu. Das seit 2020 agierende Unter­nehmen mit dem spanischen Telefónica-Konzern sowie den Allianz-Versiche­rungen als Kapital­geber im Rücken hat sich damit gegen die Deutsche Giganetz durch­gesetzt. Das Ver­sprechen des Unter­nehmens: Man baut das gesamte Stadt­gebiet aus, und zwar ohne Vor­vermarktungs­quote. Letzteres ist der Grund, weswegen in anderen Kommunen an der Berg­straße der Ausbau nur in Teilen oder gar nicht realisiert wurde.

Expansions­manager Jörg Eller­brock ver­deutlichte, dass sich das Unter­nehmen in seiner Tätigkeit auf den länd­lichen Raum konzen­triere, also die Gebiete, in denen etwa die Telekom abwinkt.
„Für den Ausbau haben wir 5 Milliarden Euro zur Verfügung“, nannte er die Kapital­summe, mit der bis 2026 insgesamt 2,2 Mio. Haus­halte an das Glas­faser­netz an­geschlos­sen werden sollen. Bisher hat UGG laut Eller­brock 380 Kommunen ausgebaut und darüber 1,2 Mio. Haus­halte erreicht, weitere 607.000 seien in der Planung. Auf die lange Bank schieben will man den Laden­burger Ausbau nicht. Nach Unter­zeichnung der Erklärung werde man eine maximal sechs­monatige Planungs­dauer benötigen, ehe es in die Um­setzung gehen kann, die Ellerbrock auf 24 bis 28 Monate veranschlagte. Verlegt wird in der Altstadt in einer Tiefe, die eine Über­deckung der Lei­tungen von ca. 45 cm, außer­halb von ca. 50 cm vorsieht. Aus­genommen vom Ausbau sind einzig Gebiete, in denen die Telekom bereits ein Glas­faser­netz verlegt hat.

Einen Glas­faser­anschluss, der im Übrigen während der Vermarktungs­phase kostenlos ist, bekommen aber nur jene Haushalte, die auch einen Vertrag mit einem An­bieter unter­zeichnen. Während der Planungs­dauer werde UGG in die Ver­marktung ein­steigen, aller­dings ohne eigenen Tarife. Anbieter wäre stattdessen O2. Nicht verwun­derlich, da es sich um eine Telefónica-Tocher handelt. Für zwei Jahre wäre man an den Anbieter gebunden, danach ver­spricht UGG die Öff­nung des Netzes. Die voll­mundige Ankündi­gung der freien Wahl des Internet­anbieters hat also eine Ein­schrän­kung: Wer von Beginn an bei seinem jetzigen An­bieter bleiben möchte, der aber nicht O2 heißt, schaut in die Röhre. Allerdings weckte Eller­brock Hoff­nungen darauf, dass bis zum Beginn des Glas­faser­ausbaus in Laden­burg noch weitere An­bieter ver­fügbar sein könnten. „Wir sind in Gesprächen“, konnte der Expansions­manager aber noch keinen Ab­schluss vermelden. Er ver­sicherte aller­dings, dass es nicht das Bestreben des Unter­nehmens sei, einzig die Telefónica-Tochter auf dem Netz zu haben.

Was noch gefunden werden muss, ist ein Platz für den Point of Presence, kurz PoP. Von diesem Punkt aus gehen die Kabel­leitungen stern­förmig in die Stadt hinein. Die Größe des dafür vor­gesehenen Gebäudes ist laut Eller­brock die einer Garage.

Dass Glas­faser­netz kommen muss, daran ließ Eller­brock keinen Zweifel. „Es ist schnel­ler und stabiler“, verwies er auf den Anschluss der ein­zelnen Einheiten. Zudem sei es noch ein Stand­ort­vorteil. „Kein Gewerbe wird sich dort ansiedeln, wo kein Glas­faser­netz besteht“, war er sich sicher. Zuvor hatte schon Stefan Schmutz die Not­wendigkeit des Aus­baus bekräftigt. „Wir sehen darin die Zukunfts­technologie, auf die jeder angewiesen sein wird“, so der Bürger­meister angesichts stetig steigender Daten­über­mittlung. Mit der alten Infra­struktur, so der Bürger­meister, stoße man dabei spätes­tens in einigen Jahren an Grenzen.

Christina Schäfer





Bunte Glasfaser-Kabel

Ladenburger Zeitung vom 26.07.2024

"Lassen Sie uns die Zukunft Laden­burgs gestalten"

Am vergangenen Mittwoch, kurz nach 19 Uhr, nahm der neu gewählte Gemeinde­rat mit einer konsti­tuierenden Sitzung seine Arbeit auf. Und es sollte eine lange Sitzung werden, in der das Gremium bereits die ersten Ent­scheidungen zu treffen hatte.

Bevor es in die Debatten ging, hieß Stefan Schmutz die Stadt­rätinnen und Stadt­räte und dabei ins­besondere die neu gewählten will­kommen. Dass die Arbeit nicht nur Ver­gnügen sein würde, daran ließ Schmutz von Beginn an keinen Zweifel auf­kommen. „Die Mit­glied­schaft ist zeit­intensiv und viel­fältig. Sie stehen in der Öffent­lich­keit und sind Vor­bild“, umriss er das, was auf das neue Gremium zukommt. Dazu auch die Ver­ant­wortung: Man setze im Haus­halt Schwer­punkte und mit der Debatten­kultur in Rat und Aus­schüssen beein­flussten die Mit­glieder die Wahr­nehmung des Gremiums wie auch die Stimmung in der Bevöl­kerung, so Schmutz. Für ihn waren Stadt­verwaltung und Gemeinde­rat zwei Seiten der gleichen Medaille: „Im Mittel­punkt jeder Ent­scheidung steht stets das Wohl der Stadt und ihrer Bürger­schaft.“ Um sich auf eine gemein­same Sicht­weise bei zentralen Themen der Stadt­entwick­lung zu ver­ständigen, sei Kompromiss­fähigkeit genauso wichtig wie das Ver­trauen in die Stadt­verwaltung, die getrof­fenen Ent­schei­dungen umsetzen zu können, beschwor der Bürger­meister einen gewissen Konsens. „Lassen Sie uns die kom­menden fünf Jahre gemein­sam nutzen, um die Zukunft Ladenburgs zu gestalten, denn genau das erwarten die Bürgerinnen und Bürger“, forderte Schmutz die Stadt­räte vor der dann folgenden Verpflich­tung auf.

Ämter­verteilung

Die erste Entschei­dung, die der Gemeinde­rat dann in gehei­mer Wahl zu treffen hatte, war die Beset­zung der Bürger­meister­stell­vertretung. Das Amt des ersten Stell­vertreters wird weiterhin Günter Bläß (CDU) bekleiden, zweite Stell­vertreterin ist Iris Lipowsky-Overduin (Grüne) und dritte im Bunde Uta Blänsdorf-Zahner (SPD).

Mit der neuen Zusammen­setzung des Gemeinde­rats änderten sich auch die Rollen in den Frak­tionen und Grup­pierungen hin­sichtlich der Sprecher. Das Amt übernimmt bei der CDU Sophian Habel, bei den Grünen bleibt Max Keller am Ruder. Nach dem Aus­scheiden von Steffen Salinger folgte bei der SPD Angelika Gelle als Fraktions­vorsitzende. Die Gruppe der FDP führt Ernst Peters als Sprecher an, Thomas Lohmann übernimmt das Amt bei den Bürgern für Laden­burg (BFL).

Das Ergeb­nis der Wahl verbunden mit dem Rückzug verschie­dener Stad­träte wie auch der Fraktion der Freien Wähler hatte Aus­wirkungen auf die Zusammen­setzung des regel­mäßig tagenden Tech­nischen Aus­schusses. Hier wird die CDU vertreten von Till­mann Jahn, Louis Schuh­mann und Christian Vögele. Für die Grünen gehören Max Keller, Iris Lipowski-Overduin und Jennifer Zimmer­mann dem Aus­schuss an, die SPD schickte Markus Bündig, Bernd Garba­czok und Angelika Gelle in die Reihen. Ernst Peters (FDP) und Thomas Lohmann (BFD) vertreten die beiden Gruppen des Gemeinde­rats. Die Wahlen dieser wie auch aller weiteren Beset­zungen verlief ein­stimmig.

Ende nach drei Stunden

Das war insgesamt der Tenor der Sitzung: Ein­stimmig ging es zu bei Ent­schei­dungen zu, harmo­nisch in den einzelnen Themen, bei denen schon etliche neue Stimmen für ihre jeweilige Fraktion oder Gruppe sprachen. Es war das Warm­laufen für die kom­menden fünf Jahre, das nach genau drei Stunden um 22:05 Uhr beendet war.

Christina Schäfer





Der neugewählte Gemeinderat im Gruppenfoto mit Bürgermeister Schmutz

SPD Ladenburg vom 17.07.2024

Sitzbank gegen Rassismus

Heute wurde eine Sitz­bank gegen den Rassis­mus vor dem Rat­haus eingeweiht. Bürger­meister Schmutz hielt dazu diese Rede:

Wir präsentieren heute eine Bank mit Bot­schaft vor dem Eingang zum Rat­haus:

Ladenburg steht für Viel­falt – kein Platz für Rassis­mus.


Es ist eine einfache, eine klare Bot­schaft, die eigentlich selbst­verständ­lich ist. Eigentlich deshalb, weil es politi­sche Strömungen in unserem Land gibt, denen diese Selbst­verständlich­keit miss­fällt und die unsere freiheit­liche Demokra­tie miss­brauchen, um demokra­tische Grund­sätze zu relativie­ren und ab­zuschaffen. Diesen Bestre­bungen stellen wir uns als Stadt­verwaltung entgegen und dies soll diese Bank sichtbar zum Aus­druck bringen.

Der Ort ist bewusst gewählt, er steht am Aufgang zum Rathaus, die Sitz­gelegenheit ist von der Haupts­traße aus gut einsehbar und der Ort als Sitz­platz hat bereits Tradition. Eine direkte Sicht­beziehung aus dem Amts­zimmer ist ebenfalls gegeben.

Als Stadt­verwaltung sind wir dem Gleich­behand­lungs­grund­satz verpflichtet. Jeder Mensch hat die gleichen Rechte, eine Kategori­sierung in bessere und schlech­tere Menschen lehnen wir ent­schieden ab. In Ladenburg leben Menschen aus über 90 Ländern.

Dies gilt nicht minder für die Stadt­verwaltung als Arbeitgeber. Wir beschäftigen 250 Mitarbeitende, deren familiären Wurzeln sich in über 24 unter­schied­lichen Ländern befinden.

Wir verstehen gesell­schaft­liche und kulturelle Viel­falt als Berei­cherung und Basis für ein gelingendes Zusammen­spiel zum Wohle der Stadt.

In diesem Sinne eint uns als Stadt­verwaltung die einfache Bot­schaft dieser Bank und stärkt den Zusammen­halt.

Mein Dank gilt Fred Hammer­schlag für die Auf­bereitung und Farb­gebung sowie unserem Bauhof der die Bank aufgestellt hat.

Zugleich freue ich mich, dass das Bündnis für Demokra­tie und gegen Aus­grenzung diese Aktion unter­stützt und zugleich mit der Ladenburger Erklärung ver­stärkt, der sich in den letzten Wochen zahl­reiche weitere Vereine und Initiativen angeschlossen haben.






Sitzbank gegen Rassismus

Ladenburger Zeitung vom 05.07.2024

Im SPD-Ortsverein ist etwas zusammen­gewachsen

Gute Stimmung beim Sommer­fest der Laden­burger Genossen / Der Ortsverein war erstmals im Pumpwerk beim ASV Ladenburg zu Gast

Die legendäre Aussage des ehemaligen Bundes­kanzlers Willy Brandt zum Mauerfall am 9. November 1989, „Es wächst zusammen, was zusammen­gehört“, hat auch dem heutigen SPD-Ortsvereins­vorsitzenden Markus Bündig imponiert. Er wandelte das Brandt-Zitat beim Sommer­fest allerdings ein wenig ab, um damit seine Zufrieden­heit über die Ent­wicklung im Orts­verein aus­zudrücken.

„Auch im Orts­verein ist in den letzten Monaten etwas zusammen­gewachsen, das mich hoffnungs­froh stimmt“, sagte Bündig, der nach seiner Wahl zum Vor­sitzenden im Jahre 2021 den Generationen­wechsel bei den Ladenburger Genossen eingeleitet hat. Er schaffte es eine attraktive Gemeinderats­kandidaten­liste zu erstellen, so dass die SPD ihre fünf Sitze am Rats­tisch wenigstens halten konnte. „Der angestrebte sechste Gemeinderats­sitz wurde leider ganz knapp verpasst“, sagte Bündig, der selbst in das Gremium gewählt wurde, in seiner Begrüßungs­rede. Was aber genauso wichtig wäre ist „das Zusammen­bleiben“, meinte der selbst­ständige Unternehmer, der einen Landschafts­pflege­betrieb hat. Er ist optimis­tisch, dass der Zusammen­halt der Listen-Kandidaten/innen bestehen bleibt. Mit den Kandida­tinnen Doris Vassiliou und Jule Walz sowie dem neuen Presse­wart Klaus Fuchs wurden jüngst drei junge Listen­kandidaten in die Vorstand­schaft des Ortsvereins gewählt. Diese Entwick­lung freut natürlich auch Bündigs Amts­vorgänger, Gerhard Kleinböck, der feststellte, dass sein Nachfolger viele Dinge angestoßen hat und die ein oder andere Klippe voraus­schauend umschifft hat. „Gratulation – unser Ortsverein lebt und wir sind auf einem guten Weg“, meinte Kleinböck, der zuversichtlich ist, dass sich die all­gemeine Stimmung in der Parteienlandschaft wieder zu Gunsten der SPD drehen kann. „Die Sozialdemokratie wird gebraucht – gerade jetzt“, waren sich Bündig und Kleinböck einig.

Bündig dankte beim Sommer­fest auch seiner Stell­vertreterin Barbara Scholz, die gerade im Wahl­kampf „großen Einsatz“ gezeigt habe. „Ihr Erfahrungs­schatz hat uns viel geholfen“, meinte Bündig, der froh ist, dass in der neuen Vorstand­schaft das Alters-Mischungs­verhältnis stimmt. „Es hat Spaß gemacht mit dir zusammen­zuarbeiten“, meinte Bündig, der danach zusammen mit Scholz die Ehrungen langjähriger Mit­glieder vornahm. Von den elf zu Ehrenden waren allerdings nur drei persön­lich anwesend in der neuen „Location“ am Pump­werk, wo der ASV Laden­burg sein Domizil hat. Der ASV Vereins­vorsitzende Joachim Loose hieß hier „seine Genossen“ herzlich willkommen.

Für die SPD und den FFL Engagement gezeigt

Applaus für ihren gesell­schaft­lichen Einsatz – nicht nur bei den Sozial­demokraten – erhielt Ex-Stadträtin Carola Sturm, die vor 35 Jahren in die Partei eintrat. Sie ist Gründungs­mitglied des Freibad-Förderverein FFL, dem sie 16 Jahre als 1. Vorsitzende vorstand.

Über den Applaus der rund 40 an­wesenden Mit­gliedern durften sich auch die passiven Mitglieder Jan Voermann und Olaf Müller freuen. „Wenn ihr gebraucht werdet, können wir uns auf euch verlassen“, dankte Bündig für die Unter­stützung.

In Ab­wesenheit wurden außerdem geehrt: Hanns Buchta, Ursula Abbate (25 Jahre Mitglied) Barbara Richter, Susanne Beier (35 Jahre Mitglied), Hans Göttlicher, Gerhard Kasimir, Gisela Grollmann und Gerd Kinzig (50 Jahre Mitglied).

Beifall gab es aber auch für den Chef der Grill-Station, Johannes Zech. Und natürlich wurden auch die deutschen Elite­kicker bei ihrem Spiel gegen Dänemark beim Public-Viewing unterstützt. Dass der Nord­deutsche Jan Voermann von der Küste den dänischen Kickern die Daumen drückte, nahm ihm natürlich keiner übel. „Wir sind tolerant und respek­tieren andere Meinungen“, lachte der Fußball-Experte Markus Bündig, der in „seiner Jugend“, ebenso wie der anwesende SPD-Stadtrat und FC-Kölle-Fan Bernd Garbaczok beim FV03 dem runden Leder hinterher­jagte. „Das ist aber lange her“, frotzelten die Stadt­rätinnen Angelika Gelle und Uta Blänsdorf-Zahner, die in der neuen Gemeinderats­periode „Ausdauer“ zeigen wollen, um die SPD-Anliegen für eine zukunfts­orientierte Stadt­entwicklung am Rats­tisch zu vertreten.

Axel Sturm





Bilder vom Sommerfest der SPD

Ladenburger Zeitung von 05.07.2024

Der Kämpfer für die Ein­haltung der Arbeit­nehmer­rechte feierte am ver­gangenen Mon­tag seinen 80. Geburts­tag 

Er war 30 Jahre als ehren­amtlicher Arbeits­richter tätig

Am ver­gangenen Montag wurde im Hause Ritt­linger nicht gekämpft, sondern der 80. Geburts­tag des Kämpfers für die Ein­haltung der Arbeit­nehmer­rechte gefeiert. Der stadt­bekannte Funktionär und haupt­berufliche Gewerk­schafts­sekretär durfte zahlreiche Glück­wünsche zu seinem Jubel­tag entgegen­nehmen und es freute ihn besonders, dass auch die ein oder andere Person gratulierte, der Ritt­linger „aus der Patsche“ helfen konnte.

Wenn Men­schen als „streitbar“ ein­gestuft werden, dann zählt der Ur-Laden­burger sicherlich dazu. Denn wenn es um die Be­wahrung der Arbeit­nehmer­rechte und den Ein­satz für Gerech­tig­keit sowie die Hilfe für Schwä­chere ging, konnte Ritt­linger in der Tat heftig streiten. „Mir ging es in den Arbeits­kämpfen immer darum, das Beste heraus­zuholen für die Arbeit­nehmer, die vor der Ent­las­sung standen“, meinte der Gewerk­schaftler.
Als er seine Lehre als Seiler bei der Mann­heimer Firma Seil-Wolf absolvierte, engagierte er sich schon früh für die Rechte seiner Kollegen/innen. Das Betriebs­verfassungs­gesetz kannte der junge Mann aus dem Effeff. Auch als Seil­macher von Draht­seilen war der Laden­burger geschätzt, der an seiner Auf­gabe viel Freude hatte. So fertigte er beispiels­weise die 16 km-langen Seile für die Industrie­seil-Bahn des Leimener Zement­werks an. Als Betriebs­rats­vor­sit­zender von Seil-Wolf hätte er sich frei­stellen­lassen können – aber das wollte Ritt­linger nie, denn der direkte Kontakt zum Kolle­gium war ihm wichtig.

Gewerk­schafts­funktionäre wie Herbert Lucy und Karl Feuer­stein vom Benz in Mann­heim er­kannten das Talent von Ritt­linger früh. Sie rieten dem durch­setzungs­starken jungen Mann eine weitere Ausbildung zum Gewerk­schafts­sekretär zu machen, um haupt­amtlich für den DGB arbeiten zu können. Diesen Schritt hat Ritt­linger nie bereut, der die IG-Metall-Geschäfts­stelle in Mannheim 30 Jahre leitete. Er war unter anderem auch für die Betreu­ung der Laden­burger Betriebe verant­wort­lich und zwar in einer Zeit als es in der Stadt noch über 7.000 Arbeits­plätze in der Metall­branche gab. Er erinnert sich mit Wehmut, wie die Feuer­löscher-Firma regelrecht „platt gemacht“ wurde. Lukra­tive Firmen­bereiche wurden in den 80er Jahren nach Köln verlegt. „Mit ihren Ent­schei­dungen hat die Geschäfts­leitung Millionen in den Sand gesetzt“, ärgert sich der Gewerk­schafts­sekretär noch heute. Die Folgen der Management-Miss­wirt­schaft hatten 800 Arbeit­nehmer aus­zubaden, für die Ritt­linger wenig­stens einen an­ständigen Sozial­plan durch­bringen konnte. Auch das Auf und Ab im ABB-Konzern erlebte Ritt­linger mit. In Laden­burg war die Sparte Gebäude-Technik betroffen, die Schritt für Schritt abgebaut wurde. Als Arbeit­nehmer­vertreter saß Ritt­linger sogar im Aufsichts­rat, wo er die ein oder andere Aufsichts­rats­sitzung leitete.

Seine Er­fahrung und seine Kennt­nisse auf dem Gebiet des Arbeits­rechts verhalfen ihm zu einer neuen inter­essanten Aufgabe. Ritt­linger wurde zum ehren­amtlichen Arbeits­richter berufen, wo er sogar am Landes­arbeits­gericht in Mann­heim tätig war.

Auch in Ladenburg hat Ritt­linger Spuren hinterlassen. Er war einige Jahre stellv. LSV-Vorsit­zender und Abteilungs­leiter der LSV-Fuß­baller, die in der Landes­liga eine gute Rolle spielten. Ritt­linger hatte die Idee, nach dem Grün­projekt 2005 das Ballon-Festival unter der Leitung der LSV-Fuß­baller weiter fort­zuführen. Das finan­zielle Risiko wurde dem Verein jedoch zu groß, so dass das Festival auf der Neckar­wiese nach drei Jahren eingestellt werden musste.

„Sein Verein des Herzens“ ist und bleibt aber der ASV Laden­burg. Für den ASV stand Ritt­linger auf der Ringer­matte und war aktiver Gewicht­heber. Mit Tauzieh-Sport­lern wie Schorsch Salven­moser, Fritz Sauer, Dieter Gärtner oder Ede Rothen­bach gewann er in den 1960er Jahren den 3. Platz bei den Deutschen Meister­schaften. Die Freund­schafts­pflege zu den alten Sport­kameraden ist ihm heute noch wichtig.

Heute hält sich der Jubilar mit dem Tennis­spiel fit. Die Familie gibt ihm Er­füllung. Seine Frau Anni teilte mit ihm ein Leben lang den Ein­satz für die Arbeit­nehmer­rechte. Die Betriebs­rätin bei der Mann­heimer Eichbaum erhielt für ihr Engagement sogar die Hans-Böckler-Medaille des DGB, was der Jubilar mit Stolz erwähnte. Stolz ist Ritt­linger auch auf die Ent­wicklung seiner beiden Söhne Christian und Alex, die sich wie ihr Vater, ehren­amtlich in der Stadt einbringen. Auch die drei Enkel halten den Opa auf Trab, der sich über die Leicht­athletik-Erfolge des 13jährigen Max freuen darf, der bei der MTG Mann­heim aktiv ist.

Axel Sturm





Herr Ritt­linger

Ladenburger Zeitung vom 14.06.2024

Unter­schiedliche Stimmungen bei den unter­schiedlichen Wahl­partys 

Bei der CDU wurde im Römer­stadion ausgiebig gefeiert – Die SPD hat ihren Fraktions­sprecher verloren – Kater­stimmung bei den Grünen

Die Kandidaten/innen der Grünen trafen im Vorfeld eine gute Entscheidung, sich mit ihren Anhängern nicht direkt nach der Auszählung der Kommunal­wahl zu treffen. Das schlechte Wahl­ergebnis konnten die Grünen erst einmal sacken lassen, das am Dienstag­abend im Römerstadion analysiert wurde. „Leider haben wir einen um zwei Prozent geringeren Stimmenanteil und in der Konse­quenz einen Sitz weniger im Rat – dies ist nicht das Ergebnis, das wir angestrebt haben“, brachte es Jürgen Frank, vom Orts­vorstand der Grünen, auf den Punkt.

Die Enttäu­schung war auch deswegen so groß, weil „in den vergangenen Jahren unsere Grüne Fraktion im Gemeinde­rat eine phantastische Arbeit geleistet hat“, meinte Frank, dass sich die Fraktions­mitglieder immer vom Gedanken der Nach­haltigkeit leiten ließen. „Es ist sehr schade, dass diese Arbeit und unsere Liste mit einem guten Mix an Kandi­dierenden nicht stärker überzeugen konnte“, meint Frank, der davon überzeugt ist, dass die Gemeinderatswahl von der negativen Stimmung gegenüber den Grünen auf Bundes­ebene beeinflusst wurde. Es sei eben viel einfacher, simple Erklärungen und vorgebliche Lösungen zu favorisieren, statt mühsame, aber nach­haltige Wege zu gehen, sagte Frank der LAZ, der ankündigte, dass die fünfköpfige Grünen-Fraktion weiter für ehrliche Lösungen stehen wird. Er geht davon aus, dass der kooperative Arbeits­stil fortgesetzt wird, den die Grünen in der letzten Wahl­periode schon vielfach vorgelebt haben. Die Stimmung bei der Wahlparty wurde natürlich auch wegen der Abwahl von Hanne Zuber getrübt, der die Fraktionsmitglieder für ihren engagierten Einsatz dankten.

Die Stimmung bei den Sozial­demokraten, die sich am Montag­abend im Lokal Hirsch trafen, war ebenfalls getrübt. Es schmerzt, dass der bisherige Fraktions­sprecher Steffen Salinger den Einzug in das neue Ratsgremium nicht mehr schaffte. Auch das Ziel, einen Sitz hinzu­zu­gewinnen, wurde von der SPD nicht erreicht. „Es fehlten leider nur wenige Stimmen, sonst hätten wir einen zusätz­lichen Sitz gewonnen“, ärgerte sich der Orts­vereins­vorsitzende Markus Bündig ein wenig, weil es letzt­endlich so knapp war. Er selbst schaffte als „Neuling“ den Sprung an den Ratstisch. Angesichts des bundespolitischen Gegen­winds könne man in Laden­burg mit dem SPD-Ergebnis zufrieden sein, meinte Bündig, der sich vom Rechts­ruck bei der Europa­wahl entsetzt zeigte. Er ist froh, dass in Laden­burg die AfD bei den Kommunal­wahlen nicht angetreten ist und es sei kein Trost, dass die AfD bei den Europa­wahlen in Ladenburg unter der 10 %-Marke geblieben ist. Wie die SPD-Fraktion mit den zwei Mandatsträgern der Bürger für Ladenburg (BfL) umgehen wird, bleibe abzuwarten. Wenn sich die aus dem Kreis der Montags­spazier­gänger und Verschwörungs­theoretiker gegründete Vereinigung an die demokra­tischen Spielregeln halten würde, gäbe es für eine Aus­grenzung am Ratstisch keinen Grund, meinte Bündig, der auf den Stil der Mitarbeit der BfL selbst gespannt ist.

Beste Stimmung bei der CDU

Aus­gelassen gefeiert wurde bei der Wahlparty der CDU am Montag­abend im Gasthaus Römer­stadion. „Die CDU ist wieder da“, rief der Stimmen­könig Sophian Habel in die Runde, der den Hinzu­gewinn von zwei Sitzen als „grandios“ bezeichnete. Dass er das Wort als Erstes vor den begeisterten Christ­demokraten ergriff, ist wohl ein Wink, dass Habel der neue Fraktions­sprecher werden könnte. Mit am Ratstisch sitzt auch der Stadt­verbands­vorsitzende Tillmann Jahn, der von einem großen Tag für die Ladenburger CDU sprach. „Ich bin unheimlich stolz, was unser Team geschafft hat“, blickte Jahn auf „einen tollen Wahlkampf“ zurück. Die CDU habe mit Abstand die meisten Wähler­stimmen geholt und mit Sophian Habel und Louis Schuhmann sind die zwei jüngsten Ratsmitglieder in den Reihen der CDU“, sagte Jahn, der den Youngsters zu „phantastischen Stimmen­ergebnissen“ gratulierte. Was an diesem ausgelas­senen Wahlabend Jahn aber schmerzte, war die Tatsache, dass in der achtköpfigen CDU-Fraktion keine einzige Frau vertreten sein wird. „Dieser Umstand ist sehr unerfreulich“, meinte der 53-jährige Chirurg und geschäfts­führende Oberarzt am Karlsruher Vincentius Klinikum, der nach seiner Wahl in den Gemeinde­rat wohl nun auch weniger Zeit für seine vier Kinder haben wird. Auch Jahn ist gespannt, wie sich die beiden BfL-Vertreter am Ratstisch verhalten werden. „Da bin ich neugierig und ganz entspannt“, meinte Jahn, der mit allen Rats­mitgliedern einen fairen Umgang anstrebt.

Im privaten Rahmen im „Hause Peters“ feierten die Freien Demokraten ihren Wahlerfolg. „Wir wollten bei der Kommunal­wahl zulegen und haben unser Ziel erreicht“, sagte Ernst Peters auf Anfrage, dass im Vergleich zur letzten Kommuna­lwahl ein Stimmenplus von 26 % erzielt werden konnte. „Mit fast 8 % der Stimmen sind wir mit der FDP in Ladenburg deutlich besser als bei Europa und im Bund“, denkt Peters, dass die FDP durch die bisherige Arbeit im Gemeinde­rat mehr Bürgerinnen und Bürger überzeugen konnte. Dies ist für Peters und Riemenschneider Ansporn genug, sich auch zukünftig engagiert einzusetzen.
Die Ein­schätzung der Bürger für Ladenburg liegt nicht vor. Die Anfrage der LAZ wurde bis zum Redaktions­schluss nicht beantwortet.

Axel Sturm





SPD Mitglieder nach der Wahl

Ladenburger Zeitung vom 07.06.2024

Demokratie-Feinde bieten keine Alternativen

Ladenburg hält zusammen, wenn es um die Festigung der Demokratie geht / Ein Wahlkampf-Resümee vor der Kommunalwahl am Sonntag

Schon vor der ersten Stimmen­auszählung für die Kommunalwahl steht fest: Ladenburg ist ein Wahl-Gewinner. Es ist nämlich ein Segen, dass die rechts­populistische Alternative für Deutschland (AfD), die natürlich keine (Wahl-)Alternative ist, erst gar nicht auf dem Ladenburger Stimmzettel zur Kommunalwahl steht. Dieser erfreuliche Umstand ist übrigens kein Glück, sondern die Ladenburger Methode. Die demokratischen Kräfte in Ladenburg erhoben besonders laut ihre Stimmen, als die vom Verfassungs­schutz beobachtete Hetzer-Partei mit ihren menschen­verachtenden Ankündigungen die Demokratie in Frage stellte.

AfD-Parolen wollen die aufrechten Bürgerinnen und Bürger in Ladenburg nicht hören. Das wissen auch die AfD-Funktionäre, die schon mehrfach erfahren haben, dass rechtsradikale Kräfte hier die rote Karte sehen.
Es hat sich gezeigt, dass die Ladenburger Begriffe wie Vielfalt, Zusammenhalt, Respekt und Eintreten für demokratische Regeln sehr ernst nehmen. 1.500 Menschen gingen im Frühjahr auf die Straße um gegen die Demokratie­feinde zu demonstrieren und erst kürzlich wurde von allen Parteien, die sich für die 22 Gemeinderats­mandate bewerben, die Ladenburger Erklärung zur Einhaltung von Respekt und der verbrieften Menschen­rechte unterschrieben. Lediglich die neue Vereinigung „Bürger für Ladenburg“ war abwesend. Die Sympathisanten der BfL ziehen es stattdessen vor, bei ihren Montags-Spazier­gängen, die immer noch stattfinden, für ihre skurrilen Ansichten auf die Straße zu gehen. Die AfD hat in Ladenburg keine Liste aufgestellt. Dies ist gut so.

Kein AfD-Bewerber wollte sich in Ladenburg outen. Klar ist aber ebenso, dass es auch hier Wählerinnen und Wähler gibt, die der AfD ihre Stimme geben würden, was sich bei der Europa­wahl und Kreistags­wahl zeigen wird. Eine AfD-freie-Zone ist nämlich auch Ladenburg nicht – auch wenn sich dies alle demokratischen Kräfte, die in unserer Stadt Verantwortung übernehmen wollen, wünschen würden.
Der Wahlkampf in der Römer­stadt hat gezeigt, dass die „Vernünftigen“ zusammen­halten, wenn es darauf ankommt. An anderen Orten wurden im Wahlkampf die Bewerberinnen und Bewerber angepöbelt und sogar tätlich angegriffen. In Ladenburg war die Stimmung friedlich und alle demokratischen Vertreter gingen fair und respektvoll miteinander um. Wahlplakate-Zerstörungen in Ladenburg? Verbale oder gar tätliche Angriffe in Richtung des politischen Gegners in Ladenburg? Missachtung der vereinbarten Regeln in Ladenburg? Alle Fragen können mit einem Nein beantwortet werden und diese Tatsache ist wohl einer der erfreulichsten Aspekte.

Video gedreht für gemeinsamen Wahlaufruf

Eine klare Botschaft zur Bekennung der Demokratie war auch der gemeinsame Aufruf der Grünen, der CDU, der SPD und FDP, am Sonntag zur Wahl zu gehen. Am Wasser­turm wurde gemeinsam ein Video gedreht, das in das Netz eingestellt wurde. (Video ist auf den Internet­seiten der Ladenburger Ortsvereine zu finden). Das anschließende Gruppenfoto dokumentiert, dass sich die verantwortungs­bewussten Bewerberinnen und Bewerber einig sind, dass in Ladenburg kein Platz für Demokratie­feinde, Verschwörungs­theoretiker oder Quer­denker ist.

Parolen aus der untersten Schublade

Die etablierten Parteien haben zahlreiche informative Veranstaltungen angeboten, die erfreulicher­weise nicht nur von den „üblichen Verdächtigen“ besucht wurden. Der CDU-Rundgang zu den Holzbetrieben, der Stadtgrün-Rundgang der Grünen, der Grund­steuer­informations­treff der SPD oder der Digitalisierungs­vortrag der FDP – alle Veranstaltungen waren informativ, sodass die Gäste schlauer den Heimweg antreten konnten.

Der optische Auftritt der etablierten Gemeinderats­parteien sowie der Auftritt im Netz ist erfrischend. Es war gut, dass die Parteien beim Thema Wählerinformation neue Wege gingen und die „alten Pfade“ verlassen wurden. Die Wählerinnen und Wähler wollen wissen, wem sie ihre Stimme geben und daher waren Gespräche und persönliche Begegnungen mit den Kandidatinnen und Kandidaten für „das Wahlvolk“ bei dieser Wahl von besonderer Bedeutung. Ob sich die CDU einen Gefallen getan hat, bei der städtischen Kultur­veranstaltung „Sundowner“ auf der Festwiese einen Wahlstand aufzubauen, müssen die Christ­demokraten selbst beantworten – aber dieser kleine Zwischenfall ist nur eine kleine Randnotiz.

Ach ja – auf den offiziellen Plakatwänden in der Stadt wirbt auch eine neu gegründete Vereinigung mit dem Slogan „Lösungen statt Losungen – Bürger für Ladenburg“ um Wählerstimmen. Diese Aussage kann man in die Kategorie „unterste Schublade“ ablegen. Ein Wahl­programm hat die Vereinigung bewusst nicht aufgelegt und es spricht Bände, wenn die BfL mehr Bürger­beteiligung einfordern, aber es selbst nicht schaffen, auch nur eine einzige Wahl­veranstaltung zu organisieren. Stattdessen wirbt man mit geradezu lächerlichen Ideen, wie die, nicht­öffentlichen Sitzungen in den Gremien abzuschaffen. Die Steuersachen von Ladenburger Unternehmen, sensible Grundstücks­angelegenheiten oder persönliche Anliegen von Firmen oder aus der Bürgerschaft sollen nach dem Willen der Bürger für Ladenburg alle öffentlich behandelt werden. Mehr kann sich eine Vereinigung, die an den Ratstisch will, nicht bloß­stellen. Die BfL-Inkompetenz ist offensichtlich.

Zu wünschen ist es, dass sich Ladenburg erneut im Spitzenfeld bei der Wahl­beteiligung im Rhein-Neckar-Kreis etablieren wird. Zudem sollte ein geschichtlicher Blick in die Vergangenheit nicht vergessen werden. Es ist noch nicht allzu lange her, dass mutige Menschen von den NS-Faschisten wegen ihres Kampfes für die Freiheit ermordet wurden. In der NS-Zeit wurden Menschen eingesperrt, weil sie sich für freie Wahlen einsetzten – auch in Ladenburg. Diese mutigen Menschen haben es verdient, dass die Wählerinnen und Wähler – gerade jetzt – bei den Kommunal­wahlen und Europawahlen an die Wahlurnen strömen, um mit der Wahl von demokratischen Parteien unsere Demokratie zu festigen.

Axel Sturm





SPD-Mitglieder vor dem Jugendzentrum Kiste

Ladenburger Zeitung vom 31.05.2024

Die Pizza schmeckte – die Grund­steuer­reform des Landes nicht

Der SPD-Ortsverband kritisiert die fehlenden sozialen Aspekte des neuen Grund­steuer­gesetzes / Wird der Hebesatz in Ladenburg erhöht?

Politische Veranstal­tungen mit ernsten Themen müssen nicht immer im „Kämmerlein“ stattfinden. Das Format, das der SPD-Ortsverein wählte, um über das Thema der neuen Grund­steuer­berechnung zu informieren, war nämlich luftig und „dufte“. Die interessierten Grund­stücks­besitzer nahmen nämlich unter den Arkaden des Alten Rathauses Platz, wo vom Gastgeber köstlich duftende (und schmeckende) Pizzen serviert wurden, bevor das eher trockene Thema Grund­steuer­reform vom Ex-Landtags­abgeordneten und Stadtrat Gerhard Kleinböck präsentiert wurde. Es herrsche überall große Unsicherheit bei den Haus- und Grund­stücksbesit­zern – aber die Unsicherheit ist in „the Länd“ besonders groß. Wie wird die neue Grund­steuer berechnet? Wird der eigene Geld­beutel stärker belastet? Wann tritt die neue Reform in Ladenburg in Kraft? Diese Fragen beschäftigt viele Haus- und Grund­stücks­besitzer, die auch die gewählten SPD-Rats­mitglieder immer wieder gestellt bekommen. „Der neue Gemeinde­rat muss sich zeitnah damit beschäftigen, ob und wie der Hebesatz für 2025 verändert werden soll“, erklärte Kleinböck, dass es augenblicklich in Ladenburg nicht möglich ist, genaue Zahlen zu errechnen, was auf die Betrof­fenen zukünftig zukommen wird. In der Vergangen­heit gab es in Ladenburg keine Veränderungen bei den Hebe­sätzen, die eine wichtige Berechnungs­zahl ist, um die Steuerlast für Grund­stücke zu ermitteln. In Ladenburg sind dies 340 Prozent­punkte und es ist erfreulich für die Eigentümer, dass sich der Hebesatz hier seit Jahren auf dem gleichen Niveau befindet.

Kleinböck erläuterte zu Beginn seines Vortrags, dass das Bundes­verfassungs­gericht die bestehenden Einheits­werte als Basis der Berechnung für die Grundsteuer als verfassungs­widrig erklärte und dem Bund eine Reform der Grund­steuer auferlegte. Bund und Ländern wurde dafür Zeit bis zum 1.1.2025 gegeben.

„Der Bund hat darauf eine Reform erarbeitet. Der Einheits­wert wurde modifiziert, der in Kombination mit der Grundstücks­größe zu mehr Gerechtigkeit führen sollte“, erläuterte Kleinböck. Aufgrund der kontro­versen Debatte im Bundesrat wurde eine sogenannte Öffnungs­klausel vereinbart, die den Ländern ermöglicht, ein eigenes Landes­grundsteuer­gesetz zu verabschieden.

Die Grün-Schwarze Landesregierung habe diese Möglichkeit genutzt und letzt­endlich ein eigenes Landes­grundsteuer­gesetz gegen die Stimmen der Opposition verabschiedet. Kleinböck erklärte, dass es ungerecht ist, allein die Grund­stücks­größe und der daraus ermittelte Wert des Grund­stücks als Berechnungs­grundlage heranzuziehen. „Für die Landesregierung spielt es keine Rolle, ob auf dem Grund­stück ein Luxus­bungalow, ein Mehr­familien­haus oder Omas kleines Häuschen steht“, kritisiert Kleinböck. Alle anderen Länder berück­sichtigen in ihrem Gesetz die Wohn­fläche. Je mehr Wohn­fläche, desto höher muss die Grund­steuer ausfallen. Eine Ausnahme mache nur Baden-Württemberg. Hier wird nämlich nur die Fläche des Grund­stücks gerechnet.

Nicht nur die Opposition kritisierte das Gesetz. Auch der Bund der Steuer­zahler, der Verband Haus&Grund und der Wohn­eigentum-Verband Baden-Württemberg gingen mit Muster­klagen gegen das Gesetz vor. Die Entschei­dungen der Gerichte stehen derzeit noch aus. Unabhängig davon wurden die Finanz­ämter beauftragt, das Gesetz umzusetzen und die entsprechenden Daten von den Grundstücks­eigentümern zu erheben.

Die aktuelle Situation

Eine Änderung im Landes­grundsteuer­gesetz hat den Kommunen die Einführung einer Grundsteuer „C“ für unbebaute Grundstücke ermöglicht. Bereits jetzt wird die Grundsteuer A für die Landwirtschaft und die Grundsteuer B für die Privat­besitzer erhoben. Im Ladenburger Etat 2024 stehen auf der Einnahme­seite 60.000 Euro für die Grund­steuer A und 1,8 Mio. Euro für die Grund­steuer B.

Bei der Berech­nung des Grund­stücks­wertes werden in Ladenburg die Angaben des Gutachter­ausschusses herangezogen, die für die jeweiligen Gebiete unter­schiedlich sind. Aus dem Grund­wert wird mittels der Steuer­mess­zahl der Steuer­messbetrag errechnet, der dann mit dem Hebesatz (340 % in Ladenburg) multi­pliziert wird.

Experten gehen davon aus, dass die Grund­steuer deutschlandweit um 10-20 % steigen wird. Diese Einschät­zungen machen auch der Ladenburger SPD Sorgen. „Die Erhöhung der Wohn­kosten wird wohl die Folge des unaus­gego­renen Landes­gesetzes sein“, brachte es Gerhard Kleinböck abschließend auf den Punkt. Trotz der schlechten Nachrichten für die Grund­stücks­eigentümer und Mieter war die Stimmung unter den Arkaden des Alten Rathauses gut.

Der Appetit verging den Gästen jedenfalls nicht. „Gibt es noch einen Nach­schlag – die Pizza schmeckt echt lecker“, meinten Gaby Ensink und Uschi Haverkate, die ein Reihenhaus in der West­stadt besitzen. An die Erhöhung der Grund­steuer wollten sie im geselligen Teil der SPD-Veranstaltung aber nicht denken.

Axel Sturm





Gerhard Kleinböck erklärt die neue Grundsteuer

Ladenburger Zeitung vom 24.05.2024

Politische Verantwortung zu übernehmen ist nicht cool, sondern supercool 

In Ladenburg stehen zwar nicht viele, aber dafür sehr kompetente U30-Gemeinderatskandidaten/innen auf der Wahlliste

Ein Stadtrat-Mandat zu gewinnen ist wohl das Ziel, das die meisten Listenbewerber/innen anstreben, nachdem sie sich entschlossen haben, Teil der jeweiligen Kandidatenliste zu sein. In Ladenburg bewerben sich insgesamt 88 Kandidaten/innen auf fünf Listen für die 22 Plätze am Ratstisch. Das heißt konkret, nur jeder vierte Bewerber wird nach dem 9. Juni am Ratstisch sitzen, um an der Gestaltung Ladenburgs mitwirken zu können.
Der Anteil junger Bewerber ist in Ladenburg sicherlich stark verbesserungswürdig, denn mit Louis Schuhmann, Sophian Habel (beide CDU), Jule Walz und Natalia Ries (beide SPD) sowie Lena Struve (Grüne) stehen lediglich fünf Bewerber auf den Listen, die das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
Die LAZ fragte nach, welche Ziele die U30-Bewerber/innen verfolgen und wie sie sich die Arbeit am Ratstisch vorstellen.

LAZ: Nur fünf Bewerber/innen haben das 30. Lebensjahr noch nicht erreicht. Was sagt diese Zahl für Dich aus?

Sophian Habel (27 Jahre):
Wir haben es offensichtlich noch nicht geschafft, junge Menschen für die Kommunalpolitik zu begeistern. Manche haben wohl das Gefühl, nicht ausreichend gehört zu werden. Es ist aber wichtig junge Menschen zu motivieren, denn für eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung braucht man die Sicht verschiedener Altersgruppen.

Louis Schuhmann (28 Jahre):
Die Zahl zeigt, dass wir Jüngeren seltener die Chance nutzen, uns politisch einzubringen. Wir sollten es aber zumindest versuchen. Ich denke, viele junge Menschen meinen, dass Politik Sache der Älteren ist.

Jule Walz (22 Jahre):
Es ist schade, dass sich nicht mehr junge Menschen für Politik und gerade für die Kommunalpolitik interessieren. Engagement zahlt sich aus. Gerade am Ratstisch hat man die große Chance, mitzureden und mitzugestalten. Im jetzigen Gemeinderat sind aktuell nur drei Personen unter 30 Jahren vertreten. Ich würde gerne dazu beitragen, dass sich diese Zahl erhöht.

Natalia Ries (24 Jahre):
Weil junge Menschen in der lokalen Politik unterrepräsentiert sind, haben wir einen dringenden Bedarf an intensiverer und praxisnaher politischer Bildung. Eine verstärkte politische Bildung könnte jungen Menschen nicht nur die Bedeutung und die Auswirkungen der Kommunalpolitik näherbringen, sondern ihnen auch die notwendigen Fähigkeiten und das Vertrauen vermitteln, um sich aktiv zu beteiligen.

Lena Struve (19 Jahre):
Die Zahl belegt ein Ungleichgewicht zwischen den Altersgruppen, welches sich auf die Politik auswirkt.

LAZ: In Baden-Württemberg wurde das Wahlalter für die Kommunalwahl auf 16 Jahre abgeändert? Findest du dies gut?

Sophian: Ich halte die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre nicht für sinnvoll, insbesondere das passive Wahlrecht ab 16 Jahren sehe ich kritisch. Der Gesetzgeber möchte, dass Jugendliche unter 18 Verantwortung für Entscheidungen in Millionenhöhe für ihre Stadt übernehmen, auf der anderen Seite aber hält er sie nicht für mündig genug einen Handyvertrag abzuschließen? Das ist für mich der falsche Ansatz. Stattdessen sollten wir den Jugendgemeinderat weiter stärken, der zielgerichtete Politik für junge Menschen macht. Der Jugendgemeinderat bietet ein ideales Sprungbrett in die Kommunalpolitik. Das zeigt sich auch an meinem eigenen Werdegang und dem der anderen jungen Stadträte.

Louis: Ich finde das Wahlalter von 16 Jahren bei Kommunalwahlen gut, denn es ermöglicht Jugendlichen, die bereits eigene Meinungen und Interessen haben, aktiv an der Gestaltung der Gemeinschaft mitzuwirken.

Jule: Ich finde es gut, dass man jetzt schon ab 16 wählen darf. Wir müssen aber noch stärker aufklären und den Jugendlichen zeigen wie wichtig gerade in der heutigen Zeit Mitbestimmung ist. Ich selbst habe im Jugendgemeinderat gemerkt, dass meine Stimme wichtig ist und ich tatsächlich etwas bewegen und verändern kann.

Natalia: Jugendliche sind heute besser informiert und vernetzter als je zuvor. Viele sind bereits aktiv in sozialen Bewegungen und haben klare Vorstellungen von politischen und gesellschaftlichen Themen. Das Wahlalter auf 16 Jahre zu senken, erkennt diese Realität endlich an und gibt ihnen eine formale Stimme in der Politik. Die frühzeitige Einbindung in politische Entscheidungsprozesse fördert ein stärkeres Bewusstsein für politische Verantwortung und ermutigt junge Menschen, sich aktiv an der Gestaltung ihrer Gemeinde zu beteiligen. Zudem belegen Studien, dass Menschen, die früh beginnen zu wählen, eher lebenslang am Wahlprozess teilnehmen.

Lena: Ja, das finde ich gut. Jugendliche sollten über ihre Zukunft mitentscheiden dürfen.

LAZ: Sich in einer Partei zu engagieren, finden manche Altersgenossen von euch gar nicht cool. Was sagt ihr den Kritikern?

Sophian: Den Kritikern sage ich: Politisches Engagement ist eine Möglichkeit, aktiv etwas zu verändern und die Zukunft mitzugestalten. Ich war schon immer ein politischer Mensch und bin bereits mit 18 Jahren in die CDU eingetreten, weil ich fest daran glaube, dass nur diejenigen, die sich engagieren, tatsächlich etwas bewegen können. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und die Interessen unserer Generation zu vertreten. Nur so können wir sicherstellen, dass unsere Perspektiven und Anliegen berücksichtigt werden. Ich persönlich habe durch mein Engagement wertvolle Erfahrungen gesammelt. Es ist eine lohnende und sinnvolle Tätigkeit, die nicht nur „cool“, sondern sogar „super cool“ ist.

Louis: Politik ist vielleicht nicht immer cool, aber für seine eigene Meinung einzustehen, ist definitiv cool.

Jule: Es ist wichtig, dass sich junge Menschen mit den Zielen der demokratischen Parteien beschäftigen, um zu erfahren, welche Partei sie am besten vertritt. Wir können froh sein, dass wir in Deutschland in einer Demokratie leben dürfen. Uns Jugendliche geht es hier besser als den meisten anderen Jugendlichen auf der Welt. Ich finde, es ist cool Dinge zum Guten verändern zu wollen. Viele kneifen – ich nicht.

Natalia: Ich persönlich habe mich nach dem Motto „Was du nicht änderst, das wählst du“ für parteipolitisches Engagement entschieden. Wer sich engagiert, kann seine Ideen und Überzeugungen einbringen und realen Einfluss auf die Politik nehmen. Aus meiner Sicht bieten Parteien dabei eine Plattform, um aktiv an politischen Entscheidungen mitzuwirken und Veränderungen zu bewirken. Veränderungen geschehen nicht von allein – sie brauchen Menschen, die bereit sind, sich zu engagieren.

Lena: Man kann sich über Politik nicht beschweren, wenn man sie selber nicht mitgestaltet.

LAZ: Hast Du Dich in der Vergangenheit bereits gesellschaftlich engagiert?

Sophian: Mein gesellschaftliches Engagement hat schon relativ früh begonnen. Ich war vier Jahre Mitglied des Jugendgemeinderats, davon drei Jahre Vorsitzender. Ich engagiere mich auch seit langer Zeit im Wasserrettungsdienst der DLRG, wo ich stellvertretender Vorsitzender bin. Seit nunmehr fünf Jahren gehöre ich dem Gemeinderat unserer wunderschönen Stadt an.

Louis: Ich habe bereits an einigen ehrenamtlichen Aktionen der Stadt und im Sportbereich mitgewirkt. Die von mir mitorganisierten Veranstaltungen auf unserem Obsthof leisten ebenfalls einen positiven Beitrag für die Gesellschaft.

Jule: Ich war gerne Mitglied im Jugendgemeinderat, davon drei Jahre Vorsitzende. Ich bin Mitglied in der SPD und wurde in die Vorstandschaft des Ortsvereins gewählt. Ich bin leidenschaftliche Wassersportlerin, daher engagiere ich mich bei den Römerdrachen. Außerdem bin ich Stand-Up-Paddel-Trainerin. Mein Herz schlägt auch für Tiere, daher helfe ich regelmäßig im Tierheim. Ich war Klassensprecherin und bin aktuell Studiensprecherin.

Natalia: Während meiner Zeit an der Dalberg-Grundschule habe ich mich bereits als Streitschlichterin eingesetzt, an meinem Weinheimer Gymnasium (Helen-Keller-Schule) unterstützte ich dann Schülerinnen und Schüler der Flüchtlingsklasse in Schul- und Alltagsbelangen. Das für mich bislang prägendstes Engagement war aber das Freiwillige Soziale Jahr nach meinem Abitur. Dieses absolvierte ich auf der geschützten Station einer psychiatrischen Klinik. Die Arbeit mit teilweise schwer kranken Menschen und von diesen zu hören, dass ich ihnen in so jungen Jahren durch eine der schwersten Zeiten ihres Lebens helfen konnte, prägte auch die Wahl meines Studiengangs.

Lena: Ja, ich habe mich im Jugendgemeinderat und in verschiedenen Auslandsprojekten engagiert.

LAZ: Was waren Deine persönlichen Gründe, auf eine Kandidatenliste zu gehen?

Sophian: Nach meinen fünf Jahren im Gemeinderat möchte ich an die bisherige Arbeit anknüpfen und mich weiterhin für die Belange der Bürger einsetzen. Meine Erfahrungen und mein Engagement möchte ich nutzen, um kontinuierlich an der positiven Entwicklung unserer Stadt mitzuwirken und die Gelegenheit zu haben, konkrete positive Veränderungen für die Stadt, die mein Zuhause ist, zu bewirken.

Louis: Durch eine Kandidatur habe ich die Möglichkeit, die Interessen und Bedürfnisse unserer Gemeinschaft zu vertreten. Ich sehe es als Chance, positive Veränderungen anzustoßen und zur Entwicklung von Ladenburg beizutragen.

Jule: Ich möchte weiterhin etwas bewegen. Mir hat die Arbeit im Jugendgemeinderat Freude gemacht. Ich wurde von der Jugend Ladenburgs gewählt, um sie zu vertreten, dies hat mich stolz gemacht. Nun möchte ich den nächsten Schritt gehen, um am „großen Tisch“ mitgestalten zu können.

Natalia: Ich möchte aktiv an der Gestaltung meiner Stadt teilnehmen und die Interessen und Perspektiven junger Menschen in der Kommunalpolitik vertreten. Der Ladenburger Gemeinderat sollte so divers sein wie die Ladenburger Bürgerschaft selbst, wenn er diese adäquat repräsentieren möchte.

Lena: Ich möchte mich an den demokratischen Prozessen und den daraus resultierenden Entscheidungen beteiligen.

LAZ: Warum hast Du Dich für diese Partei entschieden?

Sophian: Ich bin seit Jahren überzeugtes CDU-Mitglied und vertrete meine Mitgliedschaft offen. Aus meiner Sicht hat die CDU mit ihren Werten und ihrer Politik die besten Lösungen für unser Land. Trotzdem möchte ich festhalten, dass Kommunalpolitik nur bedingt etwas mit Parteipolitik zu tun hat, denn es sollte immer um die Sache gehen. Den Bürgern ist es egal, ob das Schlagloch in der Hauptstraße nun „rot“, „gelb“, „grün“ oder „schwarz“ ist. Es ist daher ratsam, in der Kommunalpolitik die parteipolitische Brille abzunehmen.

Louis: Ich kandidiere für die CDU, weil ich mich mit ihren Werten identifiziere. Konservativ zu sein heißt für mich, bewährte Prinzipien zu bewahren und gleichzeitig Innovationen zu fördern. Gerade die Landwirtschaft hat in der CDU traditionell einen hohen Stellenwert. Als Ladenburger liegt mir das Wohl unserer Stadt am Herzen und nicht die große Parteipolitik.

Jule: Als ich im Jugendgemeinderat tätig war, konnte ich mir immer Rat vom SPD-Stadtrat Bernd Garbaczok holen. Er hat mir die manchmal komplizierten Themen mit einfachen Worten erklärt und so mein Interesse für die Politik noch mehr geweckt.
Dann hat mich der SPD Ortsvereinsvorsitzende Markus Bündig nach meiner Zeit im JGR angesprochen, ob ich mich nicht in der SPD engagieren möchte.
Ich habe seit der Zeit im JGR immer die „großen“ Parteien verfolgt und konnte mich schon damals am ehesten mit der SPD identifizieren. Man ist natürlich nicht immer mit allem einverstanden was die Partei macht, aber auf der kommunalen Ebene passt die SPD für mich sehr gut.

Natalia: Ich habe mich mit meiner Entscheidung, mich aktiv politisch zu engagieren, auch dazu entschieden, einer Partei beizutreten. Soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Freiheit als Grundwerte der SPD sind Werte, die für mir persönlich zentral sind. Daher fiel meine Entscheidung auf diese Partei. Ich fühle mich in meiner Partei grundsätzlich unter Gleichgesinnten, aber auch wir diskutieren kontinuierlich über die Wichtigkeit verschiedener gesellschaftlicher Probleme und den unserer Meinung nach „richtigen“ Umgang mit diesen. Für mich spielte die Politik der Bundes-SPD nur eine untergeordnete Rolle in der Entscheidung mich auf der Liste der SPD für die Gemeinderatswahl aufstellen zu lassen. Im Gemeinderat möchte ich die Interessen der Ladenburger Bürgerinnen und Bürger vertreten und nicht jene einer Partei.

Lena: Die Entscheidung auf die Liste der Grünen zu gehen haben nichts mit der Bundespolitik zu tun. Wichtig ist mir die kommunale Zielsetzung der Grünen und deren konkrete Herangehensweise, die mir gefällt.

LAZ: Findest Du, dass der Jugend in Ladenburg genügend Raum gegeben wird? Hast Du Schwachpunkte festgestellt?

Sophian: Als Stadtrat setze und habe ich mich immer aktiv für die Förderung der Jugend eingesetzt. Wir haben bereits viel getan, wie beispielsweise die Schaffung des Calisthenics-Parks an der Bleiche und des Pumptracks an der Skateanlage. Ich fordere jedoch eine noch stärkere Beteiligung des Jugendgemeinderats durch eine jährliche Klausur mit dem Gemeinderat. Die längst überfällige Besetzung der bereits beschlossenen Stelle für „Mobile Jugendarbeit/Streetworker“ im Jugendzentrum Kiste wäre ein wichtiger Schritt. Trotz vieler Fortschritte gibt es noch Schwachpunkte, die wir kontinuierlich überprüfen und verbessern müssen.

Louis: Ladenburg bietet bereits jetzt schon viele Möglichkeiten für junge Menschen, aber es ist wichtig, dass der Jugendgemeinderat stärker in zukünftige Planungen einbezogen wird, um die Bedürfnisse und Wünsche der Jugend noch besser zu repräsentieren.

Jule: Ich würde mir mehr Unterstützung für das Jugendzentrum wünschen, damit die jungen Leute weiterhin einen öffentlichen Anlaufpunkt haben. Der Skaterplatz benötigt meines Erachtens eine Renovierung. Gut fände ich, wenn es in Ladenburg eine Art „Party-Möglichkeit“ für die Altersklasse ab 16 Jahren geben würde, damit die Jugend nicht immer nach MA oder HD fahren muss. Die Vereine machen tolle Arbeit und bieten viele Möglichkeiten an, dennoch würde ich mir noch ein paar mehr Optionen wünschen.

Natalia: Mit der Kiste haben wir eine traditionsreiche Einrichtung, die seit Jahrzehnten großartige Angebote für die Ladenburger Jugend bereitstellt und diese immer wieder an die Belange ihrer Zielgruppe anpasst. Zudem hat die Arbeit des Jugendgemeinderats in den letzten Jahren erfolgreich zum Bau einer Calisthenics- und Pumptrack-Anlage geführt, welche einen unglaublichen Gewinn für die Freizeitgestaltung der Jugendlichen darstellen. Solche Ideen und Projekte gilt es in Zukunft weiter anzugehen.

Lena: Der Jugend wird in Ladenburg eigentlich viel Raum geboten. Es ist bedauerlich, dass die Möglichkeiten aber kaum genutzt werden.

LAZ: Welche Ziele sind dir wichtig, wenn dir der Sprung an den Ratstisch gelingen sollte?

Sophian: Sollte ich erneut das Vertrauen erhalten, setze ich mich weiterhin für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ein, einschließlich der Einführung eines Moonliner-Busses. Ebenso sind mir die Anliegen der Schulen wichtig, mit der Umsetzung der Schulmensa. Wichtig ist mir eine angemessene Ausstattung der Feuerwehr und des Gemeindevollzugsdienstes. Mir ist die Stärkung Ladenburgs als Wirtschaftsstandort wichtig, beispielsweise durch die Schaffung eines Startup-Zentrums auf dem von der Stadtentwicklungsgesellschaft erworbenen ABB-Gelände.

Louis: Als Ratsmitglied würde ich mich dafür einsetzen, dass Entscheidungen die Gemeinschaft widerspiegeln, insbesondere durch die Förderung von Jugendfreizeitangeboten und den Ausbau des Verkehrsnetzes. Eine enge Kommunikation mit den Bürgern und der Schutz landwirtschaftlicher Flächen als Grundlage für regionale Lebensmittel sind mir dabei besonders wichtig.

Jule: Ich möchte am Ratstisch gerne weiterhin der Jugend eine Stimme geben und den JGM einbeziehen. Ich möchte dazu beitragen, das Angebot für alle Jugendlichen noch besser und freundlicher zu gestalten. Die Vereine zu fördern ist mir ein wichtiges Anliegen. Wichtig ist mir eine stärkere politische Aufklärungsarbeit leisten, denn zu den demokratischen Parteien gibt es keine Alternative. Die AfD hat zwar den Namen Alternative im Parteinamen stehen – aber eine Alternative sind die mit ihren demokratiefeindlichen Ansichten natürlich nicht.

Natalia: Für mich stehen sichere Schulwege an erster Stelle und damit einhergehend eine weitergehende Einschränkung des Autoverkehrs an den Kindergärten und Schulen, um einen sicheren Fuß-, Rad- und Rollerverkehr für alle Kinder und Jugendliche zu gewährleisten. Außerdem halte ich die Einrichtung eines Social Media-Auftritts des Gemeinderats für sinnvoll, über den anstehende Sitzungen und deren Tagesordnungen auf zeitgemäße Weise kommuniziert werden.

Lena: Ich möchte der Jugend eine Stimme verleihen und mich für deren Belange einsetzen.

Axel Sturm





Louis, Jule, Natalia und Sophian

Mannheimer Morgen vom 12.05.2024

Ladenburger Initiative: Bekenntnis zur offenen Gesellschaft

Am Ort der Menschenrechte haben die Unterzeichner der "Ladenburger Erklärung" das Banner ihrer Initiative für Demokratie und gegen Ausgrenzung präsentiert. 17 Vertreter von Vereinen, Parteien, Gewerkschaften und Glaubensgemeinschaften haben unterschrieben - und es sollen noch viel mehr werden.

Ladenburg. „Die Fahne der Toleranz und eines guten Miteinanders weiter hochhalten“ - das ist das Ziel der Initiative für Demokratie und gegen Ausgrenzung in Ladenburg. Unter demselben Motto hatte am 3. Februar eine Kundgebung mit 1300 Teilnehmenden auf dem Marktplatz ein klares Zeichen gegen rechtsextreme Ideen gesetzt (diese Redaktion berichtete). „Das war ein grandioser Erfolg“, sagt der damalige Versammlungsleiter Jürgen Frank am Freitagabend im Rathaus. Dort haben 17 Frauen und Männer von örtlichen Vereinen, Parteien, Gewerkschaften und Glaubensgemeinschaften die „Ladenburger Erklärung“ unterzeichnet.

Die eindrucks- und wirkungsvolle Demonstrationswelle in der Region und in weiten Teilen Deutschlands sei „inzwischen abgeebbt“, so Frank. „Doch die Probleme existieren weiter, und dagegen aufzustehen, kann keine Einmalaktion bleiben, sondern ist Dauerlauf und Permanentaufgabe“, führt Frank im Sitzungszimmer aus. Um das Bekenntnis zu einer offenen Gesellschaft zu bekräftigen, führt die Erklärung folgende fünf Prinzipien näher aus. Im Rathaus liest sie Bärbel Luppe von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International vor. Danach unterschreiben alle den Text, der sich an ähnlichen Erklärungen aus Mannheim und Heidelberg orientiert, jedoch auf Ladenburg angepasst ist und außerdem auf eine DIN-A4-Seite passt.

Es geht um Vielfalt, Akzeptanz, Respekt und Wertschätzung

Darin geht es um Werte und Grundrechte, zu denen man sich zugunsten unserer freiheitlich demokratischen und pluralistischen Gesellschaft Artikel für Artikel bekennt. Es folgen Vielfalt als Stärke und Akzeptanz unterschiedlicher kultureller, sozialer und religiöser Hintergründe. Respekt und Wertschätzung beugen Konflikten vor. Gegen Rassismus und Extremismus wendet sich die Erklärung ebenso wie sie körperliche und verbale Gewaltfreiheit sowie Demokratie vertritt.

Alle Vereine und Einrichtungen sind aufgerufen, sich hinter diese Prinzipien zu stellen. Der gesamte Gemeinderat soll in der Sitzung am 15. Mai mit gutem Beispiel vorangehen. Die Erklärung ist auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht. „Wir aktualisieren die Liste der unterzeichnenden Organisationen fortlaufend“, sagt Frank. Viele wissen gar nicht, dass es vor Jahren bereits Ladenburger Erklärungen gegeben habe, die in dieselbe Richtung zielten. „Die neue soll präsent und zugänglich bleiben“, kündigt Frank an. Er fordert alle auf, „sich zu überlegen, was noch getan werden könnte, um für die Werte unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung zu werben und das Ganze lebendig zu halten.“ (Mailadresse auch fürs Senden der unterschriebenen Erklärung: juergen_frank@yahoo.de).

Als Auslöser dieser Bewegung gelten die Enthüllungen investigativer Journalisten des Medienunternehmens Correctiv. Sie hatten im Januar aufgedeckt, wie Rechtsextreme mit einem „Geheimplan die Vertreibung von Millionen von Menschen aus Deutschland planen“. Dem setzt die Ladenburger Erklärung entgegen, dass man stolz sei auf das harmonische Zusammenleben in einer vielfältigen Stadtgesellschaft mit mehr als 2000-jähriger Geschichte - auch der Zuwanderung. Zunehmende Menschenfeindlichkeit erfordere klare Stellungnahme und Aktionen.

Peter Jaschke

Anmerkung der SPD-Ladenburg:
Wir und die anderen Initiatoren der Ladenburger Erklärung (PDF) hoffen, dass möglichst alle Vereine und Institutionen in Ladenburg diese Erklärung in ihren Reihen diskutieren und mitunterzeichnen.





Mitglieder der Ladenburger Initiative gegen Rassismus vor ihrem Plakat

Ladenburger Zeitung vom 10.05.2024

Die Weststadt ist längst zu einem attraktiven Wohngebiet geworden

Beim SPD-Rundgang wurde deutlich, wie positiv sich der westliche Stadtteil entwickelt hat - Die Gemeinderats-Kandidaten/innen hörten aber auch kritische Worte

Das Wohngebiet 'Weststadt', das die Ladenburger früher 'Galgenbrunnen' nannten, hatte noch in den 1980er Jahren nicht den besten Ruf. Die Häuser westlich der Bahnlinie lagen in der Nähe des Industriegebiets, in dem zahlreiche Chemiebetriebe unter anderen Umweltstandards als heute, chemische Produkte produzierten. Die Bahnlinie wurde als Trennlinie zur Kernstadt wahrgenommen, es gab nur einen kleinen Lebensmittelladen und die Weststadt-Schule und der Johannes-Kindergarten wurden in Sachen Ausstattung eher benachteiligt.

Heute ist die Weststadt hingegen ein modernes Wohngebiet, das von den Stadtverantwortlichen stetig weiterentwickelt wurde. Niemand rümpft mehr die Nase, wenn man sagt: "Man wohne in der Weststadt". Im Gegenteil: Es wurde dort neuer Wohnraum geschaffen und es wurde Gewerbe angesiedelt. Die Kleingartenanlage gilt dis grüne Lunge, die kommunalen Einrichtungen haben einen hohen Standard, die Einkaufsmöglichkeiten sind sehr gut und im Herbst kann mit dem Postillion-Kindergarten 'Wiesenstraße' eine neue, moderne Betreuungseinrichtung eröffnet werden.

Für die SPD-Gemeinderats-Kandidaten/innen ist die positive Entwicklung des Stadtteils allemal ein Grund, zu einem 'Weststadt-Rundgang' einzuladen. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Markus Bündig freute sich über die gute Beteiligung und der SPD-Gemeinderatsfraktionssprecher Steffen Salinger, der selbst Weststadt-Bewohner ist, griff gleich einen wichtigen Informationspunkt auf. Es ging um die Schaffung neuer Gewerbeflächen.

Salinger nannte zwei Gründe, warum dieses Vorhaben schnell umgesetzt werden sollte. Zum einen gibt es in Ladenburg zahlreiche Gewerbebetriebe, die sich erweitern oder neu ansiedeln wollen. Da die Grundstücke des Gewerbegebietes 'Hohe Straße', das ebenfalls in der Weststadt liegt, mittlerweile alle vergeben sind, müssten neue Ansiedlungsmöglichkeiten geschaffen werden, meinte Salinger.

Der Finanzexperte der SPD-Gemeinderatsfraktion nannte als zweiten Grund, die Erzielung von Einnahmen, die die Stadt dringend benötigt. Es stünden Millionen-Investitionen an, wie beispielsweise der Bau der Dreifeldsporthalle, die Sanierung der Lobdengauhalle, der Ausbau von Schulen und die Schaffung von Betreuungsplätzen. Alleine für diese Aufgaben werden 40% des Haushaltsetats benötigt, erklärte Salinger. Außerdem sind sich die SPD-Ratsmitglieder einig, dass die öffentlichen Einrichtungen wie das Freibad, die Bibliothek und die Musikschule, obwohl es sich um freiwillige Leistungen handelt, "unbedingt erhalten werden müssen".

Für all diese Aufgaben brauche man Geld und das will die SPD-Fraktion durch den Verkauf von Gewerbe-Grundstücken akquirieren. Es gäbe in der Stadt zwar noch einige andere Flächen, aber für die SPD ist das Areal an der Wiesenstraße neben dem neuen Kindergarten am geeignetsten. Die dortige Fläche wird von einem Landwirt derzeit noch als Spargelacker genutzt. Das Grundstück gehört zu einem Großteil der Stadt bzw. den städtischen Stiftungen. Dadurch könne das Baugenehmigungsverfahren deutlich verkürzt werden. Es liege nun am neuen Gemeinderat, für welche Variante er sich entscheiden will, erklärte Salinger, denn ein Grundstück hinter dem 'Viessmann-Gelände' stehe auch in der Diskussion, um neue Gewerbeflächen zu schaffen.

Flächenversiegelung wird nicht von allen Bewohnern begrüßt

Eine Anwohnerin, die seit 15 Jahren in der Weststadt wohnt, appellierte an die Kommunalpolitiker, "nicht noch mehr Flächen in der Weststadt zu versiegeln". Mit dem Bau der neuen Neckarbrücke und dem Bau der Wohngebiete 'Matzgärten' und 'An der Hockenwiese' habe sich die charmante Struktur der Weststadt zum Negativen verändert", meinte die Anwohnerin. Sie findet, dass Wachstum nicht das Wichtigste sei.

Eine andere Rundgangsteilnehmerin fragte zu einem ebenfalls wichtigen Thema nach. "Mein Kind kommt im nächsten Jahr in den Kindergarten - erhält es in Ladenburg einen Betreuungsplatz?", fragte die Mutter. SPD-Stadträtin Angelika Gelle konnte die Frage mit einem klaren ja beantworten. "Vielleicht wird es nicht ihr Wunsch-Kindergarten - aber einen Betreuungsplatz werden Sie erhalten", meinte Gelle, die als Leiterin des Anne-Frank-Kindergartens auch beruflich mit dem Thema befasst ist. Ladenburg habe in den letzten Jahren viele Millionen investiert, um dieser Pflichtaufgabe nachzukommen. Die Schaffung einer zusätzlichen Betreuungsgruppe kostet die Kommune rund 1,1 Mio Euro, nannte Gelle eine Zahl, die die Dimensionen beschreibt.

Die Ratsmitglieder der Uta Blänsdorf-Zahner und Bernd Garbaczok ergänzten, dass die Kommunen von Land und Bund immer mehr Pflichtaufgaben 'aufgedrückt' bekommen. Ausreichend Fördermittel stellen der Bund oder das Land aber nicht zur Verfügung. Am Beispiel der Astrid-Lindgren-Schule, die zusätzlichen Schulraum und Raum für Betreuungsdienste benötigt, machte der SPD-Bildungsexperte Gerhard Kleinböck fest, wie "man die Kommunen im Regen stehen lässt".
"Wir hätten für den Umbau der Schule vom Land gerne 600.000 Euro erhalten. Doch die Fördertöpfe sind schon jetzt hoffnungslos überzeichnet", befürchtet Kleinböck, dass die Stadt Ladenburg die Millionenkosten für die Ertüchtigung der Schule alleine aufbringen muss.

Axel Sturm





Geli Gelle beim Weststadt-Rundgang

Pizza und Politik am 24.5.2024

Neue Grundsteuer
Oder haben Sie sich bisher keine Gedanken darüber gemacht?

Wir klären Sie auf bei Pizza und Bier (und auch Wein) unter den Arkaden der Volkshochschule (Altes Rathaus)

• Der Hebesatz entscheidet über das Wieviel.
• Der Hebesatz wird nach der Gemeinderatswahl entschieden.
• Haben Sie ein großes Grundstück? Dann kann es teuer werden.





SPD-Plakat Neue Grundsteuer

Ladenburger Zeitung vom 03.05.2024

Nur wer seine Stimme erhebt, kann was bewegen

Die Gemeinderats­bewerber/innen der SPD stellten sich im Glas­haus im Waldpark der Öffentlich­keit vor / Moderator Daniel Born machte einen klasse Job

Dass für die Moderation der Kandidaten-Präsentation zur Gemeinderats­wahl der Kreis­vorsitzende der SPD Rhein-Neckar, mit Daniel Born, eine starke Persönlich­keit gewonnen werden konnte, war für die Veran­staltung im Glashaus des Reinhold-Schulz-Waldparks ein Gewinn. Born ist nämlich auch Vize­präsident des Baden-Württember­gischen Landtags und daher war es ihm ein partei­übergreifendes Anliegen, ein Zeichen für die Stärkung der Demokratie zu setzen. „Geht am 9. Juni zur Wahl, um die demokra­tischen Parteien zu wählen. Spione, die unser Land verachten und verraten und die den Hals nicht voll bekommen wie Mandats­träger der AfD, braucht kein Mensch“, sagte der Landespolitiker unter Applaus im gut besuchten Glashaus. Born ist auch deshalb nach Ladenburg gekommen, um die „zukunfts­orientierte Arbeit der Ladenburger SPD zu unterstützen“. Im Kreis bringe Ladenburg viel Gewicht ein, weil hier die richtigen Themen angepackt werden, meinte Born. Dies spiegele sich auch in der Besetzung der Gemeinderats­liste wider, so Born, der danach die Kandidaten/innen darum bat, zum Vorstellungs­gespräch auf die Bühne zu kommen, um auf der „roten Sitzbank“ Platz zu nehmen. Hier ließen sich junge, aber auch erfahrene Menschen nieder, die sich ehrenamtlich für ihre Stadt einsetzen wollen. Auf der Bühne wurden Vertreter der unterschiedlichsten Berufsgruppen begrüßt und Altstadträtin Ilse Schummer freute es besonders, dass die SPD nicht nur Akademiker auf der Liste stehen hat. Nicht anwesend war bei der Vorstellungs-Matinee der Spitzenkandidat Markus Bündig, der wegen einer privaten Familien­angelegenheit kurzfristig absagen musste. Es spricht für die Herzlichkeit der Veran­staltung, dass die Versammlung an den Vor­sitzenden einen aufmunternden Applaus schickte.

Die Themen, die die meisten Kandidaten in ihren Antworten ansprachen, waren klassische sozial­demokratische Anliegen. Es ging um ein menschliches Miteinander, um soziale Gerechtigkeit, bezahlbaren Wohnraum, Bildungs­fragen und die Schaffung von Betreuungs­stätten aber auch das Problem der fehlenden Pflege­plätze für alte und behinderte Menschen, sowie die Schaffung von zukunfts­orientierten Arbeits­plätzen und der Erhalt des Lebens­standards in Ladenburg wurden thematisiert. Natürlich hatte jeder Kandidat/in seine eigenen persönlichen Schwer­punkte. Politische Spitzen gegen die Mit­bewerber gab es (fast) keine. Nur beim Thema Dreifeld­sporthalle musste Stadtrat Bernd Garbaczok seine Vorrednerin Petra Erl korrigieren. Der Pfarrerin gefiel es, dass beim Zustande­bringen des Projektes alle politischen Entscheidungsträger in einem Boot saßen. „Die SPD gab aber schon die Richtung vor, wohin die Reise gehen soll“, ergänzte Garbaczok, der auf Platz 3 der Liste steht.

In Ladenburg gibt es jetzt schon tolle Möglich­keiten

Die Leiterin des Anne-Frank-Kindergartens Angelika Gelle (Platz 2) sieht sich als „Anwältin der Kinder“, betonte aber auch, dass es in Ladenburg schon jetzt für die Kinder „tolle Möglich­keiten“ gibt, wie zum Beispiel die vielen neuen Spiel­plätze.

Gerhard Kleinböck (Platz 3) ist froh, dass das Marken­zeichen der SPD die Solidarität ist. Es war sein Vorschlag, in der Löwen­scheuer einen kostenlosen Mittagstisch einzuführen – was auch geschah. Unterstützung für Menschen, die sich keinen Pflege­platz erlauben können, sei wichtiger denn je und es müssten mehr Tages­pflegeplätze entstehen.

Für ein solides Wirtschaften setzte sich Steffen Salinger (Platz 5) ein. Er findet, dass in Ladenburg schon immer mit Augenmaß gewirtschaftet wurde. Die STEG (Stadt­entwicklungs­gesellschaft) bietet die Chance, weitere zukunfts­orientierte Arbeits­plätze in Ladenburg anzusiedeln.

Uta Blänsdorf-Zahner (Platz 6) war sich mit Pfarrerin Petra Erl (Platz 7) einig, dass es wichtig ist, Begegnungs­möglichkeiten für alle Menschen zu schaffen. Mit dem Motto von Erl „Suchet der Stadt bestes“, kann sich auch Blänsdorf-Zahner identifi­zieren.

Die Lehrerin Karen Schrepp will sich für praxisnahe Öffnungs­zeiten der Betreuungs­einrichtungen einsetzen und das Herz für die Vereine schlägt bei Barbara Scholz besonders intensiv. Was Kontinuität bedeutet, weiß Joachim Loose am besten, denn er ist seit über 20 Jahren Vorsitzender des ASV Ladenburg. Seit einiger Zeit ist Loose auf einen Roll­stuhl angewiesen und daher richtet sich sein Blick auch auf ein barriere­freies Ladenburg. Dass der Zugang zur Stadt­bibliothek jetzt umgestaltet wird, begrüßte Loose sehr.

Im Eltern­beirat stark engagiert ist Doris Vassillou, die aber auch im Blick hat, dass die vielen Neu­bürger/innen in die Stadt­gesellschaft integriert werden. Ehren­amtlich tätig auf vielen Ebenen ist Miki Fuchs, der einen hohen Anspruch hat. „Alles jeden Tag ein bisschen besser machen“, ist sein Bewerbungs­motto. Auch die Hunde­freundin Uta Gember stellte ein lohnens­wertes Motto vor: „Gemeinsam mit Herz und Verstand für unser Ladenburg arbeiten“.

Das Haupt­anliegen von Natalie Ries ist es, junge und ältere Menschen zusammen­zubringen, denn nur generationen­übergreifend macht das Miteinander Freude. Johannes Zech, der Experte für Stadt­planung ist, unterstrich, dass Sachlichkeit der beste Ratgeber ist. Die Ex-Vorsitzende des Jugend­gemeinderates, Jule Walz, weiß, dass es lohnt sich zu beteiligen. „Nur wer seine Stimme erhebt, kann was bewegen“, meinte die Studentin. Gerald Glombitza gründete den Kultur-Verein „Ketten­heimer Hof“ und es war keine Über­raschung, dass die Förderung der Kultur bei ihm einen hohen Stellenwert besitzt.
Matthias Schulz ist engagiertes Gewerkschafts­mitglied und daher sind für ihn die Sicherung der Arbeits­plätze von elementarer Bedeutung.

Die Ziele von Michèl Schummer, Jürgen Weygold, Sascha Barembruch und Hans-Peter Rosenzweig wurden schriftlich übermittelt, denn sie waren wegen ihrer Abwesenheit entschuldigt.

Axel Sturm





SPD-Gemeinderatswahl-Kandidaten im Glashaus

Ladenburger Zeitung vom 03.05.2024

Der SPD-Ortsverein geht mit breiter Brust in den Kommunalwahlkampf

Der vorsitzende Markus Bündig hat mit der Zusammenstellung der Kandidatenliste sein Meisterstück abgelegt – Würdigung von verdienten Vorstandsmitgliedern stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung.

Gleich vier langjährige Vorstandsmitglieder wurden in der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins aus der Vorstandschaft verabschiedet. Über 20 Jahre arbeitete das Vorstandsquartett an der Entwicklung des Ladenburger Ortsvereins mit – und dies mit Erfolg. Der Ladenburger SPD ist mit der Wahl von Markus Bündig bereits vor drei Jahren ein Generationswechsel an der Spitze gelungen. Der Unternehmer nahm zusammen mit Angelika Gelle und der stellvertretenden Vorsitzenden, Barbara Scholz, die Ehrungen vor.

Verabschiedet wurde der 2. Stellvertreter Bündigs, Johannes Zech, der aus beruflichen Gründen seinen Rückzug aus dem Vorstandsteam vollzog. Der Städteplaner erarbeitete unter anderem für die Stadt Ladenburg ein Parkraumkonzept und er gab im Ortsverein in Sachen Verkehr mit die Richtung vor. „Es hat Spaß gemacht, in diesem innovativen Team mitzuarbeiten“, verabschiedete sich Zech mit etwas Wehmut.

Viele Jahre stellvertretender Vorsitzender war auch Matthias Schulz, der die sozialdemokratischen Gene von seinem Vater, Ex-Bürgermeister Reinhold Schulz, „erbte“. Der auch in der IGBCE-Gewerkschaft aktive Ladenburger war sich für keine Arbeit zu schade. Er klebte Plakate, teilte Prospekte aus, war der SPD-Ortsvereins-Fotograf oder bereitete zahlreiche Veranstaltungen vor. „Er war immer der ruhende Pol in unserem Team“, sagten Bündig und Scholz, die nun alleinige stellvertretende Vorsitzende ist.

Auch die „Stimme aus dem wilden Westen“, Jürgen Scheuermann wohnt nämlich in der Weststadt, zog sich aus dem Vorstandsteam zurück. Scheuermann war Mitglieder-Beauftragter des Ortsvereins und zuständig für die Pressearbeit. In seinem letzten Bericht konnte der „Gewerkschaftler“ über stabile Mitgliederzahlen im Ortsverein berichten. Austritte wurden mit Neueintritten aufgefangen. Derzeit hat der Ortsverein 120 Mitglieder.

Nicht anwesend sein konnte, das SPD-Urgestein Gaby Ramm. Sie war in verschiedenen Funktionen über 30 Jahre im Ortsverein tätig. Sie kennt sich mit der Parteisatzung gut aus, sodass sie bei der Organisation von Veranstaltungen und Kreisparteitagen eine gefragte Frau ist. Als Delegierte war sie zusammen mit ihrem Mann, dem Ex-Vorsitzenden Manfred W. Ramm, immer eine Bank.

Die Kandidaten-Findungs-Kommission angeführt

Sein „Meisterstück“ habe der SPD-Vorsitzende Markus Bündig mit der Zusammenstellung der Kommunalwahl-Kandidatenliste abgeliefert, brachte es Stadtrat Gerhard Kleinböck, der Vorgänger Bündigs war, am Rande der Veranstaltung auf den Punkt. Mitgearbeitet haben in der Findungskommission auch Angelika Gelle, Uta Gember und Johannes Zech, die es schafften – was bei den Genossen nicht immer einfach ist – in großer Einigkeit die Liste zusammenzustellen. Die Priorisierung der Listen-Kandidaten kam gut an. Auf eine alphabetische Reihenfolge habe man bewusst verzichtet, meinte Bündig. Er selbst kandidiert auf Platz 1 der Liste und zeigt damit, dass er im nächsten Gemeinderat vertreten sein möchte. Bündig ist zuversichtlich, dass es der Fraktion „mit breiter Brust“ gelingen kann, zwei Sitze hinzuzugewinnen. Er begrüßte es besonders, dass alle amtierenden SPD-Ratsmitglieder wieder antreten werden.

Ratsmitglied Bernd Garbaczok, sagte selbstbewusst, dass die SPD-Gemeinderats-Fraktion erfolgreich die Stadtentwicklung mitgestalten konnte. Den Bau der Dreifeld-Sporthalle hat die Fraktion genauso engagiert unterstützt wie die Schaffung eines klimaneutralen Freibades. Mit der „Rote-Schuh-Aktion“ fragte man die Bedürfnisse der Bevölkerung ständig ab. Die SPD setzte sich für die Schaffung sicherer Schulwege und Kindergartenwege ein und die soziale Kompetenz wurde mit dem Vorschlag bewiesen, einen kostenlosen Mittagstisch in der Löwenscheuer einzuführen. Garbaczok erwähnte auch die konstruktive Zusammenarbeit der Fraktion mit dem Ortsvereins-Vorstand. „Es war ein arbeitsreiches Jahr – aber die gute Harmonie machte vieles leichter“, bedankte sich Garbaczok besonders bei Markus Bündig.

Dankesworte sprach auch der Kreistagsvertreter Thomas Zachler aus, der die Ladenburger Kreistagskandidaten Uta Blänsdorf-Zahner, Gerhard Kleinböck und Markus Bündig ermunterte, „Gas zu geben, so wie man dies aus Ladenburg kennt“. Sozialdemokratische Sichtweisen seien nämlich wichtig im neuen Kreistag. Die Finanzsituation sei bedenklich. Mithilfe der SPD-Fraktion konnte eine massive Erhöhung der Kreisumlage verhindert werden, die die Kommunen arg belastet hätte. An der Erhöhung von 24,5 auf 27,5 Prozentpunkte hätten die Kreiskommunen schon genug zu knabbern.

Mit fast einstimmigen Wahlergebnissen wurde die Vorstandschaft des Ortsvereins wieder komplettiert. Gewählt wurden: Uta Gember (Schriftführerin), Miki Fuchs (Mitgliedsbeauftragter, Presse), Uta Blänsdorf-Zahner, Michèl Schummer, Joachim Loose und Doris Vassiliou (Beisitzer). 

Axel Sturm





SPD-Kandidaten

Ankündigung vom 15.4.2024

Weststadt-Rundgang

Nach dem großen Erfolg des Nordstadt-Rundgangs vom Oktober letzten Jahres, haben wir einen ähnlichen Spaziergang in der Weststadt vorbereitet.

Am 4. Mai 2024 treffen wir uns um 14 Uhr vor der Firma Erda (Boveristraße 37) und werden folgende Orte besuchen:

• Spaziergang am Aufeld – ein mögliches neues Gewerbegebiet?
• Besichtigung Kindertagesstätte Postillion
• Spaziergang zur Astrid-Lindgren-Schule – Potentiale der Entwicklung
• Spaziergang zum St. Johannes Kindergarten – Gegenwart und Zukunft

Alle Bürgerinnen und Bürger Ladenburgs sind herzlich eingeladen.






Wahlplakat Weststadt-Rundgang

Ladenburger Zeitung vom 21.03.2024

SPD nominiert ihre Liste zur Kommunalwahl

Sozialdemokraten wollen Sitze gewinnen

Nach weniger als zwei Stunden hatte die SPD ihre Liste für die Kommunalwahl am 9. Juni aufgestellt. Blitzgeschwindigkeit sozusagen. Dabei verzichteten die Sozialdemokraten nicht auf die Vorstellung ihrer einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten, wohl aber auf die Wahl einzelner Listenpositionen. Insofern hatte Wahlleiterin Elisabeth Krämer, Walldorfer Stadträtin und 2019 SPD-Bundestagskandidatin im hiesigen Wahlkreis, wenig Prozedere zu erklären. „Es ist immer sehr spannend“, hatte sie einleitend gesagt, als sie das Wort vom SPD-Ortsverbandsvorsitzenden Markus Bündig übernahm. Spannend machte es die SPD aber nicht. Kampfkandidaturen gab es keine, die Ergebnisse der einzelnen Kandidierenden spiegelten Harmonie.

Zwei erhalten volle Zustimmung

Mit 37 Ja-Stimmen, was allen Wahlberechtigten an diesem Abend entsprach, hatten dabei der seit 13 Jahren amtierende Stadtrat Bernd Garbaczok (Platz 4) und Jule Walz (Platz 18) die Nase vorn. „In der Fraktion ist eine gute Arbeit entstanden“, war Garbaczok überzeugt. Man habe wichtige Projekte auf den Weg gebracht und das durchaus federführend, sagte er weiter. Die erst 22-jährige Walz war keine Unbekannte in der Lokalpolitik. Sie saß im Jugendgemeinderat, war auch dessen Vorsitzende. Die Studentin will sich – entsprechend ihres Alters und damit einhergehender Nähe – für die jungen Menschen in der Stadt einsetzen. Das galt auch für Natalia Ries, die auf Platz 16 kandidiert. Die 24-jährige Studentin hatte zudem die Bildungsgerechtigkeit im Blick.

Die Liste führen derweil die amtierenden Stadträtinnen und Stadträte samt des Ortsverbandsvorsitzenden, der zugleich Vorstandsmitglied der SPD Rhein-Neckar ist, an. Markus Bündig (42) steht auf Platz 1 der Liste. „Ich will Verantwortung übernehmen, mitgestalten und mitentscheiden“, warb er um die Stimmen der Anwesenden. Platz 2 nimmt Angelika Gelle ein. Die Leiterin des Anne-Frank-Kindergartens gehört dem Gremium seit 10 Jahren an. „Aller guten Dinge sind drei“, bewarb sich die 56-Jährige um eine weitere Amtszeit. In der will sie sich dafür einsetzen, dass Ladenburg so lebens- und liebenswert bleibt, wie es ist. Gerhard Kleinböck (71) steht auf Listenplatz 3. Kleinböck sah seine Schwerpunkte in den Bereichen Bildung und Haushalt. Der derzeitige Fraktionsvorsitzende Steffen Salinger (Platz 5) versteht sich ebenfalls als Mann der Zahlen, zugleich aber auch der Technik. Der 55-Jährige ginge im Fall seiner Wiederwahl ins 28. Jahr als Gemeinderat. Ihm folgt auf Platz 6 Uta Blänsdorf-Zahner. Die 67-jährige Bürgermeisterstellvertreterin und ehemalige Lehrerin sieht ihre politische Arbeit im Bereich von Jugend, Kindergarten, Schule und Kultur.

Alte Bekannte, neue Gesichter

Petra Erl hatte es 2019 nicht mehr in den Gemeinderat geschafft – und danach eine weitere Kandidatur ausgeschlossen. Die AfD brachte die 63-jährige Pfarrerin zum Umdenken. Sie wollte im Gemeinderat für das Stärken der Demokratie eintreten. 

Mit der 39-jährigen Karen Schrepp folgte in der Liste eine junge Mutter. Auch ihr lag der Erhalt Ladenburgs als liebenswerte Stadt am Herzen, die zudem sozialer und demokratischer werden sollte. Mit Doris Vassillou (Platz 12) hatte die SPD eine weitere junge Mutter und zudem die Gesamtelternbeiratsvorsitzende ins Boot geholt. Die 42-Jährige ist mit ihrer Familie erst seit zwei Jahren in Ladenburg. Mit diesem Blick von außen will sie neue Perspektiven öffnen. Zwischen den beiden Frauen steht auf Platz 9 der sich der linken Ecke zugehörig fühlende Dr. Michèl Schummer (60), der anpacken will, um zu verändern. Auf Platz 10 folgt Barbara Scholz, Vorstandsmitglied im Ortsverband, die sich für Kinder und Kinderbetreuung starkmachen will. Der 59-jährige Joachim Loose (Platz 11) sah sich durch seine Berufserfahrung derweil im Tiefbau verhaftet. Klaus Fuchs, der auf Platz 13 kandidiert, lag der Schutz der Demokratie am Herzen, Uta Gember (Listenplatz 14) ein schönes Ladenburg. Jürgen Weygold (15) wollte seine Schwerpunkte in den Themen Ehrenamt, Vereinsförderung und Natur setzen.

„Interessante Liste“

Nicht jedem ging es um den eigenen Platz im Gremium. Sascha Barembruch wurde vor 15 Jahren in den Gemeinderat gewählt. Jetzt stand der heute 39-Jährige auf Platz 20. „Ich will von hinten raus unterstützen“, sagte er. Er wolle Menschen in den Gemeinderat bringen, die die Stadt voranbringen und dabei Finanzen, soziale Gerechtigkeit und alle Generationen im Blick behalten.

„Wir schlagen euch eine interessante Liste vor“, war Bündig überzeugt. Das Durchschnittsalter auf der Liste: 52,5 Jahre. Der Ortsverbandsvorsitzende appellierte an den Zusammenhalt aller im Wahlkampf, „nicht nur die ersten zehn“. Dann könne man ein richtig gutes Ergebnis erzielen. Das hieße vielleicht auch weitere Sitze. „Das ist das Ziel“, machte Fraktionsvorsitzender Salinger klar.

Die SPD-Liste zur Kommunalwahl 2024
1. Markus Bündig
2. Angelika Gelle
3. Gerhard Kleinböck
4. Bernd Garbaczok
5. Steffen Salinger
6. Uta Blänsdorf-Zahner
7. Petra Erl
8. Karen Schrepp
9. Michèl Schummer
10. Barbara Scholz
11. Joachim Loose
12. Doris Vassiliou
13. Klaus Fuchs
14. Uta Gember
15. Jürgen Weygold
16. Natalia Ries
17. Johannes Zech
18. Jule Walz
19. Gerald Glombitza
20. Sascha Barembruch
21. Hans-Peter Rosenzweig
22. Kenan Güngör

Ersatzkandidaten:
Matthias Schulz
Michael Grether

Kommentar

Eine Sternstunde der Demokratie

Man spürte ihn in der Nominierungsversammlung der Sozialdemokraten der Römerstand: Den Willen, sich für die demokratischen Grundrechte und einen respektvollen Umgang einzusetzen, denn das politische Feld darf keinesfalls den Populisten und Hetzern aus den Reihen der AfD überlassen werden, die das politische Klima und den Zusammenhalt der Gesellschaft nur vergiften wollen. Ein Beispiel: Eigentlich wollte die Pfarrerin und Ex-Stadträtin Petra Erl nie in eine Partei eintreten. Ihr Sinneswandel, nun doch der SPD beizutreten, habe viel mit AfD und deren menschenverachten Aussagen zu tun, betonte die Christin. Man müsse gerade jetzt die demokratischen Parteien unterstützen, brachte es Petra Erl auf den Punkt. Alle Kandidatinnen und Kandidaten teilten diese Sichtweise und daher war der Nominierungsabend der Sozialdemokraten auch eine Sternstunde für die Demokratie.

Neue „Sterne“ mit viel Strahlkraft könnten nach der harmonisch verlaufenden Nominierung auch am kommunalpolitischen Himmel Ladenburgs aufgehen. Das Angebot, das die Ladenburger SPD den Wählerinnen und Wählern machen kann, ist überzeugend und zukunftsorientiert. Mit dieser Liste können die Sozialdemokraten durchaus punkten und die Chancen stehen gut, dass den Ladenburger Sozis der aktuell politische Gegenwind aus Berlin nicht allzu sehr ins Gesicht blasen wird. Das Wahlziel, die derzeit fünf Sitze am Ratstisch zu erhöhen, kann mit diesem Angebot durchaus gelingen. Eine Bank ist sicherlich, dass die amtierenden SPD-Ratsmitglieder alle wieder antreten werden. Es braucht nämlich Erfahrung, um die anstehenden großen Aufgaben in der Stadt zu lösen. Auf der Liste stehen aber auch Persönlichkeiten, die mit einem hohen Bekanntheitsgrad punkten können. Die Vereinsvorsitzenden Joachim Loose (ASV) und Jürgen Weygold (Kleingartenverein) haben bewiesen, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen. Auch die traditionelle Zusammengehörigkeit der SPD, der Naturfreunde und der AWO wird mit der Liste betont, denn der Einsatz für die Demokratie und Gerechtigkeit vereint diese Partner aus dem linken Spektrum seit ewigen Zeiten. Ein Ausrufezeichen setzten die Genossen auch mit der Nominierung der ehemaligen Vorsitzenden des Jugendgemeinderates Jule Walz und mit der Psychologie-Studentin Natalia Ries, die in der SPD-Studentenbewegung aktiv ist, will sich eine junge Frau für Solidarität und Menschlichkeit und gleichen Bildungschancen einsetzen.​

Mit der Präsentation dieser ebenso ausgewogenen wie attraktiven Liste hat auch der neue SPD-Vorsitzende Markus Bündig seine erste wirkliche Bewährungsprobe mit Bravour bestanden. Der selbstständige Landschaftsbauer erwies sich als guter „(Listen)Baumeister“ und Kommunikator, dem es gelungen ist, die unterschiedlichen Interessenlagen – und die sind bei den diskussionsfreudigen Genossen sehr vielschichtig – zu berücksichtigen. Dass Bündig mit seinem Anspruch auf Platz 1 auf der SPD-Liste Verantwortung und Führungsstärke zeigt, ist eine klare Botschaft. Der Familienvater, der in Ladenburg bestens vernetzt ist, will auch am Ratstisch zeigen, dass der Einsatz für Ladenburg ein lohnenswertes Ziel ist. Diese Mitmach-Motivation wurde übrigens von allen Kandidatinnen und Kandidaten in der von Elisabeth Krämer bestens vorbereiteten Nominierungsversammlung überzeugend und glaubhaft betont. Die Demokratie braucht engagierte Demokraten – aber diese These muss man einem Sozialdemokraten nicht erklären.

Axel Sturm





SPD-Gemeinderats-Kandidaten

Mannheimer Morgen vom 21.3.2024

Kandidaten für Gemeinderatswahl: Ladenburger SPD setzt primär auf Erfahrung

Neun Frauen und 13 Männer stehen auf der Kandidatenliste der SPD Ladenburg für die Kommunalwahl 2024. Darunter sind auch einige neue Gesichter. Wer die Liste anführt und welche Ziele die Sozialdemokraten haben.

Ladenburg. Mit einer Mischung aus bekannten und neuen Gesichtern tritt die Ladenburger SPD bei der Gemeinderatswahl am 9. Juni dieses Jahres an. Neun Frauen und 13 Männer stehen auf der Kandidatenliste, etwa die Hälfte der Nominierten war bereits bei der vergangenen Kommunalwahl 20219 mit von der Partie. An Position eins der Liste steht jedoch ein neuer Name: Markus Bündig, seit 2021 Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Ladenburg, geht als Spitzenkandidat ins Rennen. „Den Vorschlag hat der Vorstand einstimmig beschlossen, es gab keine Gegenkandidatur“, sagt Bündig im Gespräch mit dieser Redaktion.

Als inhaltliche Schwerpunkte haben sich die Sozialdemokraten die Themenbereiche Bildung und Soziales, Wirtschaft, Gewerbe und Finanzen, Energiewende, Klima- und Umweltschutz sowie Sport und Kultur auf die Fahnen geschrieben. Zu viel will der 42-jährige Spitzenkandidat dem Wahlprogramm jedoch noch nicht vorgreifen, es befinde sich noch mit den Mitgliedern in der Abstimmung.

Die Ladenburger SPD will das Thema Grundsteuer angehen

„Eines ist sicher, wir werden die Grundsteuer angehen“, verspricht der dreifache Familienvater aber heute schon. „Der Beschluss der Landesregierung mit der neuen Grundsteuerreform wird viele Bürger noch beschäftigen, weil die Grundsteuer für viele gewaltig steigt“, sagt er. Ansonsten verweist der passionierte Fußballfan (Eintracht Frankfurt) auf die bislang gute Arbeit der Fraktion im Rat. So sei etwa auf Initiative der SPD-Fraktion der Mittagstisch für Senioren in der Römerstadt umgesetzt worden.

Als weitere Errungenschaften zählt Bündig den ermäßigten Eintritt ins Freibad, die neu gegründete Stadtentwicklungsgesellschaft sowie Tempo 30 vor dem Einkaufszentrum in der Wallstadter Straße oder den Fußgängerüberweg in der Hirschberger Allee zur Nordstadt auf, denen allesamt Anträge der SPD-Fraktion zugrunde gelegen hätten.

Personell sieht Bündig die Ladenburger SPD im Vorfeld der Kommunalwahl gut aufgestellt. Auf den Plätzen zwei bis sechs der Liste stehen mit den aktuellen Gemeinderatsmitgliedern erfahrene Kommunalpolitiker und -politikerinnen. Angelika Gelle (56), Stimmenkönigin der SPD bei der Wahl 2019, geht hinter Bündig auf Platz zwei ins Rennen. Es folgen der ehemalige Landtagsabgeordnete und langjährige Ladenburger SPD-Chef Gerhard Kleinböck (71), Bernd Garbaczok (63), der aktuelle Fraktionsvorsitzende Steffen Salinger (55) sowie Uta Blänsdorf-Zahner (66).

SPD-Spitzenkadidat Bündig: „Wir haben junges Potenzial in der Hinterhand“

Neben den Altvorderen ist es der Ladenburger SPD aber auch gelungen, junges Personal für ihre Liste zu gewinnen. „Jule Walz war lange Vorsitzende im Jugendgemeinderat“, betont Bündig mit Blick auf die 22-Jährige, die auf Platz 18 kandidiert. Auch dem Vorstand des SPD-Ortsvereins gehört die Studentin bereits als Beisitzerin an. In der Römerstadt dürfte sie vielen zudem als Trainerin für Stand-Up-Paddling bei den „Römer-Dragons“, der Wassersportsparte des FV 03 Ladenburg, bekannt sein.

Auf Platz 16 steht mit Natalia Ries eine weitere Studentin, die frischen Wind verspreche und sehr engagiert sei. So sei die 24-Jährige Mitglied der Juso-Hochschulgruppe an der Universität Mannheim sowie des dortigen Studierendenparlaments. „Wir haben also durchaus junges Potenzial in der Hinterhand“, sagt Bündig. „Wir sind mindestens für die nächsten fünf bis zehn Jahre sehr gut aufgestellt, auch wenn der eine oder die andere jetzt erstmal noch nicht zum Zug kommen sollte.“

Mit Karen Schrepp (39), die bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren 929 Stimmen holte, und Doris Vassiliou (42) seien zudem zwei junge Mütter auf der Liste zu finden, denen bildungs- und familienpolitische Themen am Herzen lägen.

Familie ist auch für Markus Bündig selbst ein großes Thema. Der Inhaber eines eigenen Landschaftsbau-Betriebs will so viel Zeit wie möglich mit seiner Frau und den drei Kindern verbringen. Seine Spitzenkandidatur sei vor diesem Hintergrund natürlich mit seiner Frau abgestimmt. „Sofern es so kommt, wird das Pensum mit Terminen, Ausschüssen und Gemeinderatssitzungen natürlich steigen“, räumt er ein. „Aber das ist machbar, viel wird sich in den Abendstunden abspielen müssen“, sagt er und lacht.

Sein ganz persönliches Ziel für die Wahl am 9. Juni sind sieben Plätze im Gemeinderat. Das wären zwei mehr als aktuell. „Wir haben eine gut in der Stadt verwurzelte Liste mit vielen bekannten Gesichtern“, sieht der 42-Jährige aber viel Grund für Optimismus.

Julian Eistetter Redaktion Reporter Region, Teamleiter Neckar-Bergstraße und Ausbildungsredakteur





SPD-Gemeinderats-Kandidati:innen

Veröffentlicht am 28.02.2024

SPD nominiert Kandidaten zur Kreistagswahl

Am vergangenen Mittwoch stellten sich die Kandidatinnen und Kandidaten der SPD für die Kreistagswahl im Wahlkreis 4 in Edingen-Neckarhausen den Delegierten aus den drei Ortsvereinen aus Ilvesheim, Ladenburg und Edingen-Neckarhausen zur Nominierung vor.
Für den Wahlkreis 4, dazu gehören die Gemeinden Edingen-Neckarhausen und Ilvesheim sowie die Stadt Ladenburg stellen sich am 9. Juni 2024 folgende Bewerberinnen und Bewerber nach ihrer erfolgten Wahl durch die stimmberechtigten Delegierten zur Wahl des Kreistags des Rhein-Neckar-Kreises.

1. Thomas Zachler, Edingen-Neckarhausen.
2. Thorsten Walther, Ilvesheim.
3. Uta Blänsdorf-Zahner, Ladenburg.
4. Aleksandra Janson, Edingen-Neckarhausen.
5. Simon Schubert, Ilvesheim.
6. Annette Sauer, Ilvesheim.
7. Gerhard Kleinböck, Ladenburg.
8. Andreas Daners, Edingen-Neckarhausen.
9. Markus Bündig, Ladenburg.

Die Leitung der Nominierungskonferenz oblag dem Regionalgeschäftsführer des SPD-Regionalzentrums Rhein-Neckar, Herrn Alexander Lucas aus Dielheim.





SPD-Kreistagskandidaten Rhein-Neckar-Kreis

Peter Jaschke, Mannheimer Morgen, 5.2.2024

"Ladenburg bleibt bunt": 1300 Menschen setzen Zeichen gegen rechts

Der Marktplatz war proppenvoll: Hunderte Ladenburger haben gegen rechtes Gedankengut protestiert. Was bei der laut Bürgermeister Stefan Schmutz "vermutlich größten Demo der Geschichte der Stadt" alles geboten war.

Ladenburg. „Wir hatten auf eine sehr gute Beteiligung gehofft, doch das ist genial“, freut sich Jürgen Frank als Versammlungsleiter. Denn in Ladenburg sind am Samstag rund 1300 Menschen aufgestanden, um zu zeigen, dass es für sie keine Alternative zu Demokratie und Menschenrechten gibt (wie berichteten bereits online). „Wir setzen ein Zeichen gegen Ausgrenzung“, sagt Frank vom Vorstandsteam der örtlichen Grünen. Die Abgeordneten Alexander Föhr (CDU), Fadime Tuncer (Grüne) und Sebastian Cuny (SPD) sowie Stadt- und Kreisräte stehen bei der friedlichen Demonstration mit ganz vorne.

Das Motto lautet „Nie wieder ist jetzt“. Musik und gute Stimmung wollen darüber nicht hinweg täuschen: Die Formel „Nie wieder“, die da zitiert wird, lässt sich unter anderem zurückführen auf die Befreiung von Konzentrationslagern 1945 und ist mit dem Gedenken an alle Opfer des Nationalsozialismus verbunden. Viele Demonstrierende sind entsetzt, dass Mitglieder der Partei AFD und des Vereins „Werteunion“ bei Treffen dabei waren, als es um kürzlich bekannt gewordene Pläne Rechtsradikaler ging, massenhaft Menschen mit Migrationsgeschichte auszuweisen.

TREFFPUNKT AM „ORT DER MENSCHENRECHTE“ IN LADENBURG

„Haben wir denn nichts gelernt?“ Das steht auf dem Plakat von Claudia Kockrow (Schriesheim). „Ich habe Angst, dass wieder Menschen ausgegrenzt werden, wie wir es schon mal hatten, und deshalb müssen wir wach bleiben“, sagt die Ärztin. Mit der Aussage „Ladenburg bleibt bunt“ auf einem Karton ist Karola Liebrich dabei. Die Vorsitzende des Garango-Vereins, der seit 1983 die Freundschaft mit Ladenburgs westafrikanischer Partnerregion pflegt, findet: „Wir leben Vielfalt und müssen jetzt Flagge zeigen.“

Treffpunkt für alle ist der „Ort der Menschenrechte“. Die 2022 geschaffene Kunstinstallation wirkt wie geschaffen für diese Kundgebung. Denn auf 16 Stelen ist die gesamte Menschenrechtscharta von 1948 nachzulesen. Artikel 9 betrifft den Schutz vor willkürlicher Verhaftung und Ausweisung. Er verurteilt das, wovon Rechtsradikale dieser Tage träumen.

„Die absurden und menschenverachtenden Pläne der AFD und Gleichgesinnter haben uns tief erschreckt“, sagt Irene Niethammer vom Integrationshilfeverein Ladenburg Int.Akt nach dem Umzug bei der Kundgebung auf dem Marktplatz. Eine Lehrerin wie Sabine Weil denkt dabei auch an die vielen Kinder aus Familien mit Migrationsgeschichte an den Schulen in Ladenburg, die ihr zujubeln, als sie sagt: „Ihr gehört zu uns.“ Hauptorganisator Frank weist auf das am Rande des Platzes befindliche Mahnmal für die 1940 auf offener Straße deportierten jüdischen Mitbürger hin und sagt unter lautstarkem Beifall: „Wenn wir das sehen und an die Pläne Rechtsextremer denken, sagen wir: Nie wieder ist jetzt.“

BÜRGERMEISTER STEFAN SCHMUTZ: "VERMUTLICH GRÖSSTE DEMO IN DER GESCHICHTE DER STADT"
Für Bürgermeister Stefan Schmutz ist es „vermutlich die größte Demo in der Geschichte der Stadt“. Er betont, dass es bei diesem Thema „keine Neutralität und Gleichgültigkeit“ geben dürfe. In der Stadt lebten Menschen aus 94 Nationen friedlich zusammen. „Wir stehen fest an der Seite von ihnen allen, ganz gleich welcher Herkunft - und wir sind die Mehrheit, die nicht zulässt, dass das Rad der Geschichte zurückgedreht werden soll“, betont Schmutz unter großem Applaus. Joachim Loose vom Sportverein ASV klettert von seinem Rollstuhl aus auf den Anhänger und sagt unter anderem: „Ich habe den Traum, dass Menschen einfach Menschen sind - egal welcher Hautfarbe, Herkunft, Religion und sexueller Ausrichtung.“ Erneut Riesenjubel.

„Zusammenleben ist eigentlich nicht schwer, wenn man die Brille der Menschlichkeit aufsetzt und nie wieder absetzt.“ Das sagt die afrodeutsche Schulamtsdirektorin in Mannheim und Autorin Florence Brokowski-Shekete. Viel Beifall hört ebenso die 16-jährige Schülersprecherin des Carl-Benz-Gymnasiums, Juli Döhring, für ihre Rede. „Es ist unsere Pflicht, einander wertzuschätzen“, sagt sie darin. „Demokratie ist wichtig, deshalb geht wählen“, ruft Victor Lehrian (Jugendgemeinderat) den vielen jungen Leuten auf dem Platz zu. „Ladenburg ist und bleibt für immer bunt“, finden Raphael Schadwinkel und Ensar Kaayalp (Merian-Realschule).

ALLE SINGEN AM ENDE GEMEINSAM GEGEN RECHTS
Für „Vielfalt und Respekt“ spricht sich Sefa Arisoy (17) von der Türkisch-Islamischen Gemeinde aus. Weitere Vertreter von Religionsgemeinschaften, darunter Ertan Kurt von der Alevitischen Gemeinde Rhein-Neckar, kommen zu Wort. Der katholische Pfarrer Matthias Stößer sagt: „Die AfD spaltet und steht einer offenen Gesellschaft entgegen.“ Mit den Musikern Thomas Pilz und Joachim Junghans singen alle auf dem Platz den Protestsongklassiker „We Shall Overcome“ (Wir werden es überwinden). Denn das ist die große Hoffnung





1300 Demonstranten auf Ladenburger Marktplatz

Axel Sturm, Ladenburger Zeitung, 5.2.2024

Die grösste Demon­stration in der Geschichte Ladenburgs

Über 1.300 Demo-Teilnehmer setzten ein klares Zeichen gegen Fremdenhass, die abstrusen Gedanken der AfD und die Missachtung der Demokratie / Beeindruckende Redebeiträge

„Rechts ist noch Platz – ordnen Sie sich bitte rechts ein“, war eine Aufforderung von Jürgen Frank, dem verantwortlichen Organisator der Demo „Für Demokratie. Gegen Ausgrenzung. Nie wieder jetzt". Diese Aussage war selbstverständlich nur zu hören, um die über 1.300 Teilnehmer organisiert auf den Marktplatz zu leiten. Vor der Bühne auf dem Marktplatz trafen am Samstagnachmittag nämlich immer mehr Menschen ein. „Rechts ist kein Platz in Ladenburg“, war hingegen die gesellschaftliche Kernaussage, die von der beeindruckenden Demo ausging. Dreihundert Versammlungsteilnehmer wurden dem Ordnungsamt bei der offiziellen Anmeldung gemeldet – dies war erfreulicherweise eine Fehleinschätzung. Dass es mehr als 1.300 waren, so die Angabe der Polizei und des Veranstalters, die am Protest-Marsch vom Platz der Menschenrechte zur Kundgebung auf dem Marktplatz teilnahmen, war geradezu überwältigend. „Die Kundgebung in Ladenburg ist eine beeindruckende Botschaft“, waren sich die Politiker Alexander Föhr (CDU), Fadime Tuncer (Grüne) und Sebastian Cuny (SPD) parteiübergreifend „völlig einig“.

Es war den Demo-Organisatoren der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde, dem türkischen Kulturverein, der alevitischen Gemeinde, den Grünen, der SPD, der CDU, der FDP, den Freien Wählern, dem Garango-Verein, INTAKT, ai, dem Bündnis „Wir gegen rechts“, der IGBCE-Ortsgruppe und der Stadt Ladenburg wichtig, dass bei der Kundgebung Vertreter aller Gesellschaftsschichten zu Wort kommen sollen.
Nach dem musikalischen Auftakt des ev. Posaunenchors und dem Gitarren-Duo Thomas Pilz/Joachim Junghans betonte Bürgermeister Stefan Schmutz in seiner Rede, dass Ladenburg „die größte Demo in der Geschichte der Stadt erlebt“. Die schweigende Mehrheit müsse ein Zeichen setzen, um die Demokratie zu verteidigen. Und Ladenburg, wo Menschen aus 34 Nationen zusammenleben, gibt jetzt die richtige Antwort, meinte Schmutz. Er forderte alle Mandatsträger auf, die Neutralität aufzugeben, wenn es um die Verteidigung der Demokratie und der Menschenrechte geht. „Wir sind die Mehrheit – das Rad der Geschichte wird nicht zurückgedreht“, rief Schmutz den Teilnehmern der Kundgebung zu, die die Rede von Schmutz mit viel Applaus quittierten.

„Gerade die Kinder von Flüchtlingsfamilien und Kinder mit Migrationshintergrund gehören zu uns“, war die Botschaft des Vereins Intakt. „In den Kindergärten, in den Schulen, in den Vereinen und in der ganzen Stadt – ihr gehört zu uns“, sagten Sabine Weil und Irene Niethammer.

Die AfD verbreitet spalterische Ideologien

Auch die Kirchenvertreter positionierten sich eindeutig. „Die AfD verbreitete spalterische Ideologien, die menschenverachtend sind“, brachte es Pfarrer Stößer auf den Punkt.

Beeindruckend waren danach die Redebeiträge von den Vertretern des jungen Ladenburgs. Victor Lehrian forderte als Mitglied des Jugendgemeinderates und Vertreter des Jugendzentrums Kiste, seine Altersgenossen auf, nicht zu schweigen und zur Wahl zu gehen. „Nicht die Herkunft oder die sexuelle Orientierung ist entscheidend, ob wir jemanden cool finden, sondern sein Charakter“, meinte Victor, dessen Rede ebenso „zündete“ wie die Worte der Schülersprecher Ensar Kaayalp (Merian-Realschule), Raphael Schadwinkel (Werk-Realschule) und Juli Döring vom Carl-Benz-Gymnasium. Für ihre Botschaft „seid nicht empfänglich für rechtsradikales Gedankengut – Ladenburg muss bunt bleiben“ erhielten die Schülersprecher viel Applaus.

Eine außerordentlich starke Rede war auch von Joachim Loose zu hören, der seit 20 Jahren Vorsitzender des ASV Ladenburg ist. Nicht Titel und Meisterschaften sind für Loose das Wichtigste im Vereinsleben, sondern ein respektvolles Miteinander, ein fairer Zusammenhalt und insbesondere die Integrationsarbeit, die beim ASV so vorbildlich geleistet wird. „Flüchtlinge sind ein Zugewinn für jeden Verein. Ohne diese Leute hätten wir auf unseren Sportplätzen und Hallen eine sehr übersichtliche Anzahl an Aktiven“, verdeutlichte Loose am Beispiel ASV, dass Flüchtlinge und Menschen mit einem Migrationshintergrund in Ladenburg sehr willkommen sind.

Eine beeindruckende Premiere hatte die erfolgreiche Autorin und Pädagogin Florence Brokowski-Shekete auf dem Marktplatz, denn die Afro-Deutsche Persönlichkeit nahm noch nie an einer Demo teil. Die Spiegel-Bestseller Autorin schlug die Bitte von Bürgermeister Schmutz aber nicht aus, die Kundgebung mit ihrem Wortbeitrag zu bereichern. Es sei ein tolles Gefühl vor so vielen Menschen zu sprechen, die sich solidarisch zeigen, meinte die Afro-Deutsche, die ihre substanzvolle Rede auch mit Humor würzte. „Ich bin nicht böse, wenn jemand meine Heimat nicht kennt, wenn ich gefragt werde, wo ich eigentlich herkommen – denn nicht jeder weiß, wo Buxtehude ist“, meinte Brokowski-Shekete, deren Rede der krönende Abschluss der Kundgebung war.

Auf einem Plakat war das Fazit der Veranstaltung zu lesen: „Kann man nicht für jeden Flüchtling, der kommt – irgendwo einen Nazi abgeben?“. Besser konnte man die Gefühlslage der mehr als 1.300 Kundgebungsteilnehmer nicht ausdrücken.

Demo-Splitter

- Extra aus dem hessischen Offenbach ist der Ladenburger Manfred Scheuermann angereist, um die Demo zu unterstützen. Die „Demokratie-Gene“ hat Scheuermann von seinem Vater Erich „eingeimpft“ bekommen, denn Erich Scheuermann war ein bekannter Ladenburger Gewerkschaftler und Betriebsratsvorsitzender beim Chemieunternehmen Benckiser.

- “Nazis essen heimlich Döner“, war die entlarvende Aussage, die auf einem Plakat stand. Was wäre Ladenburg ohne seine Gastronomen, Ladenbetreiber oder Kräfte in der Service-Branche, die einen Migrationshintergrund haben? Nichts, ist die Antwort, die auch der Demo-Teilnehmer Turan Demir vom Lebensmittelgeschäft „Olive“ hörte.

- Dem Demo-Zug schloss sich auch die „Weltenbummlerin“ Ann-Sophie Thieme an. Das international gefragte Topmodel arbeitet auf und neben dem Laufsteg mit Kolleginnen und Kollegen der unterschiedlichsten Nationen zusammen. Es sei bereichernd, international arbeiten zu dürfen, sagte Thieme der LAZ, die am Tag zuvor den Geburtstag ihrer Mutter Liane mitfeierte.

- Auch die Zunft der schönen Künste beteiligte sich an der beeindruckenden Demo. Vertreter des Ladenburger Kunstvereins, die Künstlerin Gudrun Schön-Stoll sowie der Kinetiker Hans Michael Kissel klatschten kräftig Beifall als sie die Botschaften der Redner hörten.

- Demo-Erfahrung haben auch die Ladenburger Landwirte, die in den vergangenen Wochen ihre Anliegen auf der Straße vertraten. Die Landwirtschaftsvertreter Steffen Linnenbach und Markus Wolf unterstützten aber auch die hiesige Demokratie-Demo. Sie stellten die Bühne zur Verfügung, die auf einer Rolle aufgebaut wurde.

- Lob vom „Demo-Chef“ Jürgen Frank hörten auch Rüdiger Wolf und Carolin Loida vom Ordnungsamt für die vorbildliche Unterstützung und auch der Dank an die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs wurde nicht vergessen. Einen Sonderapplaus gab es für die tadellose Akustik auf dem Marktplatz, für die Olaf Müller und Gerald Mayer zuständig waren.





1300 Demonstranten auf Ladenburger Marktplatz

Christina Schäfer, Ladenburger Zeitung, 2.2.2024

Ein Land am Rand der Revolution

Das Portrait zeigt eine junge Frau, gemalt in Aquarellfarben. Der Blick fällt auf ihre mandelförmigen Augen, das tiefe Braun der Iris – und ihre Mundwinkel, die sich nach unten ziehen. Im Hintergrund zeichnen sich weiße Flügel ab. Flügel, die zu der jungen Frau gehören. Sonoor sagt, es ist ihre Freundin. Ihre Freundin, die in Schweden ihren Master machen wollte. „Sie haben sie am Flughafen verhaftet“, sagt Sonoor.

Verhaftet. Und vergiftet, sagt Sonoor. Die junge Frau ist tot. Getötet durch den Arm des iranischen Mullah-Regimes. „Der Arm ist lang“, sagt zuvor schon Karlheinz Treiber. Er referiert an diesem Abend auf Einladung des SPD-Ortsvereins über die Geschichte des Landes zwischen Kaspischem Meer und Persischem Golf. Treiber zeichnet dessen Geschichte seit dem Zweiten Weltkrieg nach. Innenpolitisch gibt es Machtspiele und Verstrickungen, es gibt Reformbemühungen und Rückschläge. Außenpolitisch prägen die Einmischungen anderer Länder, Sanktionen und später die Auseinandersetzungen um das Atomabkommen die Beziehungen zur westlichen Welt. Treiber zeichnet die Regierungen des Irans nach, er zeigt – vor allem anhand des Aufstiegs und Falls von Schah Mohammad Reza Pahlavi – die Machtinteressen insbesondere der Amerikaner auf. Es geht um Öl und damit um Geld, für das die USA – aber auch deren westliche Verbündete Deutschland, Frankreich und Großbritannien – bereit sind, erst Ministerpräsident, später auch den Schah zu opfern. Dass der Plan misslingt, man ein Land gegen sich aufbringt, auch davon weiß Treiber zu erzählen. Der Hass vor allem auf die Weltpolizei USA entlädt sich in der Revolution 1979, als iranische Revolutionäre die US-Botschaft besetzen.

VOM FREIHEITSGEDANKEN ZUM MULLAH-REGIME

Karlheinz Treiber, Stadtrat der Grünen in Hirschberg und durch die Begegnung mit Sonoor neugierig geworden auf die Geschichte des Iran, unterlegt sein Referat mit etlichen Fotografien von Plätzen und Personen. Irgendwann schwirren Namen im Kopf, die zu einer Masse werden, in der sie sich teils nur schwer sortieren lassen. Was aber haften bleibt: Es gibt immer wieder Hoffnungsträger und Reformbestrebungen. So führt der Schah 1963 weitgehende Rechte für Frauen einschließlich des Wahlrechts ein. Und unter dem Druck anhaltender Proteste kündigt Mohammad Reza Pahlavi im Sommer 1978 die Reform des politischen Systems an. Umso erstaunter schaut man auf die weitere Entwicklung, die Treiber nachzeichnet. Sie führt, verschärft durch verhängte Sanktionen, immer weiter weg von der westlichen Welt zum heute bestehenden Mullah-Regime; Frauenrechte und Freiheit sind längst Fremdworte.

„Der Einfluss Chinas kam mir zu kurz“, sagt später, als Treiber geendet hat, eine Besucherin. Sie ist Iranerin, war erst vor Kurzem in ihrem Heimatland. Sie sagt, dass dem Land nichts anderes übrig blieb, als sich nach den Sanktionen, die 1995 ein Öl-Embargo einschließen, dem Riesen im Osten zuzuwenden – der nun seine eigenen Interessen in den Beziehungen hat. Die immer wieder genannten Reformbestrebungen der Vergangenheit beschreibt sie als lokal begrenzt. „Der Iran hat viele sehr ländliche Gebiete“, verweist sie darauf, dass Großstädte wie Teheran anders ticken hinsichtlich Freiheitsgedanken als die durch Jahrhunderte alte Kultur geprägte Landbevölkerung.

PROTESTE NACH DEM TOD MAHSA AMINIS

Dennoch erlebt man in den letzten Monaten ein Land, das erneut am Rand der Revolution steht. Die letzte findet 2009 nach den Präsidentschaftswahlen statt. Sie kostet etliche Demonstranten das Leben. „Es kommt zu einer Willkür, die die Bevölkerung gegen die Mullahs aufbringt“, kommentiert Treiber das damalige Vorgehen. Heute ist es nicht anders. Angestachelt durch den Tod der jungen Mahsa Amini, die durch Polizeigewalt starb, demonstrieren Tausende für Reformen. Sie werden verhaftet. Etliche hingerichtet. Sonoor hat ihre Gesichter gemalt. Aus ihren Augen fließen blutige Tränen.

„Sie wurden unschuldig getötet“, sagt die Künstlerin. Ihre Bilder flankieren das Referat Treibers an diesem Abend. Zu sehen sind sie sonst fast ausschließlich auf ihren Social-Media-Kanälen. In ihrer Wohnung, sagt Sonoor, versteckt sie sie. Weil sie nach den Veröffentlichungen Drohungen bekommen hat. „Ich habe immer noch Angst“, gesteht die Künstlerin, will daher auch ihr Gesicht nicht offen zeigen. Dabei ist sie seit 20 Jahren in Deutschland. Doch wo man ist, interessiert das Regime nicht. Habib Chaab, ein schwedisch-iranischer Staatsbürger, wurde in der Türkei entführt und im Iran vor Gericht gestellt – im Mai 2023 wurde er hingerichtet. Jamshid Sharmahd, seit 1995 deutscher Staatsbürger, wurde aus Dubai entführt. Sein Todesurteil fiel im Februar 2023. Der Arm Teherans – er ist lang. Er ist vor allem gnadenlos gegen politische Gegner.





Karlheinz Treiber bei seinem Vortrag

Veröffentlicht am 28.01.2024

Neujahrs­empfang der SPD Rhein-Neckar: Demokratie und Vielfalt in Deutschland und Europa erhalten

Schriesheim. Über 80 Gäste versammelten sich vergangenen Donnerstag im traditionsreichen Zehntkeller in der Schriesheimer Altstadt, um gemeinsam mit der SPD Rhein-Neckar das neue Jahr 2024 einzuläuten. Um die Anwesenden auf die anstehenden Kommunalwahlen in Baden-Württemberg und Europawahlen einzustimmen, betonten der Vorsitzende der SPD Rhein-Neckar und Vizepräsident des Landtags von Baden-Württemberg Daniel Born, der Landtagsabgeordnete für Schriesheim Sebastian Cuny, sowie Ehrengast und Spitzenkandidat der SPD Baden-Württemberg für die Europawahlen, René Repasi MdEP die Relevanz einer starken Sozialdemokratie für den Erhalt der deutschen und europäischen Demokratien, wie auch Lösungen für die großen Herausforderungen der modernen Zeit.

Daniel Born begrüßte die anwesenden Gäste mit einem emotionalen Appell, Deutschland nicht rechtsextremistischen und faschistischen Gruppierungen zu überlassen, welche die Demokratie und Vielfalt in Deutschland zerstören wollen. Vor dem Hintergrund eines vor wenigen Tagen bekannt gewordenen gemeinsamen Treffens von bekannten Rechtsextremen und führenden Mitgliedern der AfD, in welcher Pläne einer Deportation von Millionen Menschen aus Deutschland besprochen wurde, betonte Born, dass es besonders wichtig sei, sich gerade jetzt für den Erhalt unserer Demokratie zu engagieren. „Es ist sehr ermutigend zu sehen, dass sich Menschen überall in Deutschland für unsere Demokratie und Vielfalt organisieren und diese bereit sind, diese Grundwerte der Gesellschaft zu verteidigen.“ Die SPD stehe hierbei gemeinsam mit allen demokratischen Akteuren, um den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu fördern und unsere Demokratie zu verteidigen.

Sebastian Cuny würdigt in seiner Rede die Verdienste des früheren Bürgermeisters Georg Rufer, welcher sich während der Machtergreifung der Nationalsozialisten und nach dem Zweiten Weltkrieg stets für Schriesheim und für die Demokratie in Deutschland eingesetzt hat. Cuny stellte hierbei die Verantwortung jedes Einzelnen heraus, unsere Demokratie zu schützen. In diesem Zusammenhang spannte Cuny den Bogen zum Ehrengast des Neujahrsempfangs, Prof. Dr. René Repasi, welcher sich auf europäischer Ebene seit 2022 als Europaabgeordneter für die Verteidigung und Stärkung der Demokratie, sowie die Interessen Baden-Württembergs, einsetzt.

In seiner emotionalen und eindringlichen Rede brachte René Repasi die Herausforderungen der heutigen Zeit, sowie wichtige Lösungsansätze der Sozialdemokratie, auf den Punkt. Eröffnend mit einer Erinnerung an Victor Hugos Forderung nach den „vereinigten Staaten von Europa“ vor 175 Jahren verdeutlichte er die Langlebigkeit der Idee eines vereinten und friedlichen Europas und warnt in diesem Zusammenhang vor den Bedrohungen durch rechtsextreme Strömungen, welche das Heil lediglich in nationalistischen Ideen und Abschottung suchen. Repasi hob hervor, dass die Hälfte der Weltbevölkerung – von Taiwan, über Indien, die USA und Europa – dieses Jahr wählen darf und betonte hierbei, dass es in vielerlei Hinsicht um das große Ganze gehe: den Erhalt von Freiheit und Demokratie!

Politiker sehen sich jedoch mit neuen Herausforderungen konfrontiert, während alte Gewissheiten verschwinden: Das Sicherheitsversprechen Europas ist seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine erschüttert, die derzeitige Form der Globalisierung stehe vor dem Ende, und der Fokus auf eine starke Exportwirtschaft müsse überdacht werden. „Die SPD steht für die Lösung dieser Herausforderungen. Die heutigen Probleme erfordern grenzüberschreitende und europäische Lösungen, zu denen sich die Sozialdemokratie klar bekennt“, betonte Repasi.

Der Europaabgeordnete aus Karlsruhe warnte davor, rechtspopulistische Parteien, wie die AfD zu kopieren, und plädiert dafür, Rechtspopulisten durch Mobilisierung der demokratischen Mitte zu besiegen. Die SPD bietet für einen großen Teil der Bevölkerung eine klare und überzeugende Alternative. Die SPD stehe für einen aktiven Binnenmarkt, sowie einen starken Staat, welcher lenkend in die Wirtschafts- und Finanzpolitik eingreife, um die drängenden Probleme unserer Zeit zu lösen. Insbesondere die Dekarbonisierung unserer Wirtschaft und Klimaschutz sind sozialen Fragen, in welcher ein starker Staat dafür sorgen muss, dass Wirtschaft und Gesellschaft bei der Transformation begleitet und unterstützt werden. „Wer SPD wählt, muss die SPD pur bekommen - eine Partei, die sich den Herausforderungen der Zeit stellt und für eine starke, demokratische Zukunft eintritt.“, betonte Repasi zum Schluss seiner Rede.

Die Co-Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes Rhein-Neckar, Dr. Andrea Schröder-Ritzrau, bedankte sich bei René Repasi für sein überzeugendes Plädoyer für Europa, das er in seiner eigenen Biographie und Politik glaubhaft verkörpere. Die Anwesenden forderte sie auf, den Feinden der Demokratie wortwörtlich die „rote Karte“ zu zeigen. Mit diesem Symbol zeigten die Gäste des Neujahrsempfangs, dass Demokratie und Vielfalt in Deutschland und Europa von der überwältigen Mehrheit der Gesellschaft geschützt wird und diese nicht den Feinden der Demokratie überlassen werden.

Die inhaltlichen Impulse boten genügend Gesprächsstoff für anregende Gespräche im Anschluss an den offiziellen Teil, den das Jazzquintett "Gödes Jazz Mags" musikalisch umrahmte.





SPD-Mitglieder halten rote Zettel hoch beim Neujahrsempfang in Schriesheim

Veröffentlicht am 28.01.2024

Nie wieder ist jetzt

Der Demonstrationszug beginnt um 15 Uhr am "Ort der Menschenrechte" an der Bleiche und bewegt sich von dort zum Marktplatz, wo die zentrale Kundgebung stattfinden wird. Es wird Redebeiträge von Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Gruppen in Ladenburg geben, die sich seit jeher gegen Ausgrenzung aussprechen, und die sich stets für Integration und gesellschaftliche Teilhabe engagieren.

Eingeladen sind alle, denen unsere Demokratie und unsere offene Gesellschaft am Herzen liegen. Bringen Sie gerne Freunde und Verwandte mit.

Zeigen Sie Ihre Meinung auf Schildern und singen Sie mit Gleichgesinnten auf dem Zug durch unsere Stadt.

#niewiederistjetzt
#wirsindmehr






Plakat für Demo für Demokratie, gegen Ausgrenzung

Ankündigung vom 5.12.2023

Die jüngere Geschichte des Iran

Der Kunsthistoriker Karl Heinz Treiber wirft einen politischen und kulturhistorischen Blick auf ein Land, das den Interessen der Weltmächte und der Willkür seiner Herrscher ausgeliefert war und noch immer ist und sich jetzt von seinen repressiven Fesseln befreien will.




Plakat: Die jüngere Geschichte des Iran

Veröffentlicht am 19.11.2023

Kreis­parteitag: "Gute Arbeit hat Zukunft"

Die Mitglieder der SPD Rhein-Neckar trafen sich vergangenen Samstag bei goldenem Herbstwetter zum Kreismitgliederparteitag in Dielheim. Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende der SPD Rhein-Neckar Dr. Andrea Schröder-Ritzrau und Grußworte des Hausherrn, Bürgermeister Thomas Glasbrenner, nutzten die Genossinnen und Genossen dem Nachmittag, um über die Arbeitsmarktpolitik, zu diskutieren.

Der Kreisvorstand der SPD Rhein-Neckar um ihre Co-Vorsitzenden Daniel Born, Vizepräsident des Landtags von Baden-Württemberg und Dr. Andrea Schröder-Ritzrau, Kreisrätin, hatten Florian Wahl, den arbeitsmarktpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion – zu einem Vortrag zu den Beschäftigungs- und Teilhabechancen im sozialen Arbeitsmarkt eingeladen.

Wahl betonte die bisherigen Erfolge der Ampel-Regierung auf Bundesebene, welche mit der Bürgergeldreform für einen besseren Ausgleich zwischen Fördern und Fordern von Arbeitssuchenden sorgt und somit Menschen dabei unterstützt sich für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Hierbei mahnte Wahl: Wer wie die Opposition versucht Arbeit und Bürgergeld gegeneinander auszuspielen, um sich auf Kosten der Schwächeren und Schwächsten der Gesellschaft zu profilieren, spaltet in unserer Gesellschaft.“ Angesprochen auf die wichtigsten Projekte der SPD Baden-Württemberg in der Arbeitsmarktpolitik bei einer kommenden Regierungsbeteiligung auf Landesebene betonte Wahl den massiven Ausbau der Teilzeitausbildung, welcher die Qualifizierungsmöglichkeiten verschiedener Bevölkerungsgruppen verbessern soll.

Im Anschluss an den Vortrag von Florian Wahl diskutierten der Fraktionsvorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion und Bürgermeister von Brühl, Dr. Ralf Göck, sowie der Epfenbacher Bürgermeister Pascal Wasow über die Herausforderungen in der Arbeitsmarktpolitik auf kommunaler Ebene: „In allen kommunalen Verwaltungen, in Kindertagesstätten und in Alteneinrichtungen – überall kämpfen wir mit dem Fachkräftemangel.“ Auf viele Stellenausschreibungen gäbe es trotz intensiver Bemühungen kaum Bewerbungen. Zum Abschluss der Diskussion betonte Daniel Born, dass die Arbeitsmarktpolitik ein besonderes Politikfeld für die Sozialdemokratie ist. „Arbeit ist ein zentrales Element sozialdemokratischer Politik, in welchem sich stets konkret zeigt, wie die Politik den Menschen dienen kann und diese dabei unterstützt ein gutes und erfülltes Leben – auch definiert über ihre berufliche Tätigkeit – zu leben.“

Neben den intensiven Diskussionen zur Arbeitsmarktpolitik hat sich die SPD Rhein-Neckar auf ihrem Kreismitgliederparteitag ebenfalls auf neue politische Positionen verständigt. So beschlossen die Genossinnen und Genossen nach Anträgen der Jusos Rhein-Neckar mit überwältigender Mehrheit Rechtssicherheit für Vertrauensurlaub zu fordern und somit moderne Arbeitsmodelle zu fördern. Weiterhin stimmte die Versammlung für eine Antrag der Jusos auf kostenfreie Bereitstellung von Menstruationshygieneartikeln in öffentlichen Einrichtungen im Rhein-Neckar-Kreis.

SPD Rhein-Neckar




Vorstand SPD-Rhein-Neckar

Peter Jaschke, Mannheimer Morgen, 13.2.2023

Zebra­streifen in der Strasse "Neue Anlage" in Ladenburg gefordert

Besonders für Kinder sind die schnell fahrenden Autos in der Neuen Anlage ein Problem. Hinzu kommen parkende Fahrzeuge, die die Sicht versperren. Die Eltern sehen Handlungsbedarf.

Für Markus Bündig steht fest: „Hier muss was passieren.“ Der Vorsitzende des Ladenburger SPD-Ortsvereins fordert beim Vor-Ort-Termin mit zeitweise zehn Eltern und deren Kindern eine sichere Querung der Neuen Anlage. Eine entsprechende Vorabmaßnahme der Stadtverwaltung lehne die zuständige Verkehrsbehörde in Heidelberg bis auf Weiteres ab. Das kann Familie Schief kaum nachvollziehen: „Man kann die Kinder auf dem Schulweg hier nicht alleine rüber laufen lassen“, findet der Vater.

„Unglaublich, wie schnell hier gefahren wird, seit das zur Einbahnstraße umgewandelt wurde“, sagt eine Mutter. „Die Kreuzung mit der Schulstraße hätte es verdient, dass da ein Zebrastreifen hinkommt“, meint SPD-Kreisrat Thomas Zachler und kündigt an, „am Ball bleiben“ zu wollen. Ein Familienvater findet, dass Gehwegparkende – vor allem solche ohne ausreichenden Abstand zur Kreuzung – die „Gefahrenlage erhöhen“ würden, da Kinder die Straße schlecht einsehen könnten und selbst kaum sichtbar seien. Er sieht die Stadtverwaltung in der Pflicht, die Straßenverkehrsordnung durchzusetzen, und regt an, mit Handzetteln an den Fenstern falsch abgestellter Autos freundlich darauf hinzuweisen, die Kreuzung nicht zuzuparken.

„MÜSSEN DRUCK MACHEN“

„Wir müssen auch der Stadt Druck machen“, stimmt einer zu. „Aber den Zebrastreifen nicht aus den Augen verlieren“, fügt eine Frau an. Sie habe sich erkundigt und erfahren, dass der Zebrastreifen in der parallel verlaufenden Luisenstraße ein Altbestand und ohne besondere Gefahrenlage in der Tempo-30-Zone so nicht mehr genehmigungsfähig sei. Auf Nachfrage erklärt Stadtrat Gerhard Kleinböck, dass ein drei Jahre alter Antrag seiner Fraktion bestehe, wonach die Stadt Verkehrsbehörde werden und solche Entscheidungen künftig selbst treffen möge. SPD-Vorstandsmitglied Johannes Zech lädt alle zur Diskussionsrunde „Verkehr und Parken“ am Freitag, 3. März, um 19.30 Uhr in den „Goldenen Hirsch“ ein. 





Bürger an der Neuen Anlage

Ankündigung vom 11.03.2022

Sammel­aktion für die Ukraine

Samstag 5. März 2022 von 11.00-14.00 Uhr
Am Sägewerk 22 in Ladenburg





Plakat Sammelaktion für Ukraine

Veröffentlicht am 06.02.2021

Kleinböck verabschiedet sich mit letzter Plenarrede vom Landtag

Landtagspräsidentin würdigt Kleinböcks jahrelangen Einsatz für Parlament und Land

Ladenburg/Stuttgart. Nach seiner letzten Plenarrede zu „Hausunterricht und Fernlernen“ dankte Gerhard Kleinböck den Kolleginnen und Kollegen der demokratischen Parteien für die stets offene und zielgerichtete Zusammenarbeit für eine gute Bildungspolitik in Baden-Württemberg. „Mein Dank geht auch an die Verwaltung und an alle Menschen, mit denen ich bei zahllosen Veranstaltungen im Land diskutieren und fünf Jahre als Mitglied einer Regierungsfraktion auch mitgestalten durfte. Es war für mich immer ein besonderes Erlebnis für den Wahlkreis und seine Bürgerinnen und Bürger zu arbeiten – das habe ich einfach gerne gemacht“. Mit diesen Worten verabschiedet sich der Ladenburger Landtagsabgeordnete Gerhard Kleinböck aus dem Landtag in dessen letzter regulären Sitzung dieser Wahlperiode.

Am Ende des Plenartages verabschiedete Landtagspräsidentin Muhterem Aras den Sozialdemokraten offiziell mit den Worten „Bildungspolitik ist Ihnen eine echte Herzensangelegenheit, für die Sie sich kernig und streitbar einsetzten. Seit 2009 kämpften Sie in diesem Parlament für bessere Bildung und soziale Gerechtigkeit. Den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern verloren Sie dabei nie aus den Augen, denn Dialog ist für Sie die einzige Möglichkeit Vertrauen zu gewinnen. Das ist Ihnen gelungen! Lieber Herr Kleinböck, ich danke Ihnen herzlich für Ihre intensive Arbeit und Ihren Einsatz!“

Gerhard Kleinböck, der seit 2009 den Wahlkreis Weinheim-Ladenburg im Landtag von Baden-Württemberg vertritt, kandidiert nicht mehr für die 17. Legislaturperiode.





Gerhard Kleinböck bei seiner letzten Rede vor dem Stuttgarter Parlament

Mitgliederbrief vom 06.02.2020

Kein Fussbreit dem Faschismus

Liebe Genossinnen und Genossen,

was gestern in Thüringen passiert ist, stellt den Grundkonsens unserer Republik in Frage: keine gemeinsame Sache mit Faschisten zu machen. Das ist ein absoluter Tabubruch, ein rabenschwarzer Tag in der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Dass CDU und FDP in Thüringen gemeinsam mit der faschistischen Höcke-AfD einen Ministerpräsidenten an die Macht wählen, ist verantwortungslos, unverzeihlich und unerträglich. Wir sind entsetzt über diesen geschichtsvergessenen Dammbruch.

Das war kein Zufall, auch kein „Unfall“, wie die Reaktionen aus CDU, FDP und AfD zeigen. Das war geplant und abgesprochen.

Für uns stellen sich sehr ernste Fragen an die CDU-Führung im Bund. Fragen, auf die wir klare Antworten und Konsequenzen verlangen. Deshalb treffen wir uns am Samstag zu einem Sonder-Koalitionsausschuss. Danach werden wir in den Parteigremien beraten.

Für uns ist klar: Wer mit Faschisten paktiert, darf in diesem Land keine Verantwortung tragen. Kemmerich darf nicht Ministerpräsident bleiben. Wir erwarten von Christian Lindner und Annegret Kramp-Karrenbauer, dass sie ihrer Verantwortung als Parteivorsitzende gerecht werden und diesem gefährlichen Spiel ein Ende machen.

Die SPD wird niemals eine Regierung oder einen Ministerpräsidenten unterstützen, der mit den Stimmen der AfD an die Macht gekommen ist. Die Thüringer SPD hat hier unsere volle Unterstützung.

Seit über 156 Jahren gilt für die SPD: Kein Fußbreit dem Faschismus!

Gegen die Feinde der Demokratie und des Zusammenhalts unserer Gesellschaft müssen alle Demokratinnen und Demokraten geschlossen zusammenstehen und entschieden handeln.

Natürlich werden wir Dich auf dem Laufenden halten.

Solidarische Grüße
Saskia Esken, Norbert Walter-Borjans





Kein Fußbreit dem Faschismus

Veröffentlicht am 18.04.2017

Wir trauern um Klaus-Peter Ruf

Klaus-Peter Ruf war seit 1972 Mitglied der SPD und stand dem SPD-Ortsverein Lobbach seit 1983 als Vorsitzender vor. Von 1975 an bis zu seinem Tod war er für die SPD als Gemeinderat in Lobbach und von 1980 bis 1994 als Ortschaftsrat in Lobenfeld aktiv.

Klaus-Peter Ruf (*1950) war ein „sozialdemokratischen Urgestein“, der sich mit all seiner Kraft für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger und für die Ideale der Sozialdemokratie eingesetzt hat. Das Wohl seiner Heimatgemeinde hatte für ihn stets große Bedeutung.

Mit Klaus-Peter Ruf verlieren wir einen aufrechten Sozialdemokraten und treuen Weggefährten. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.

Wir verneigen uns in tiefer Dankbarkeit vor seinem Engagement, vor seiner Geradlinigkeit und vor seiner Menschlichkeit und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

SPD Rhein-Neckar





Klaus-Peter Ruf

Veröffentlicht am 15.04.2017

Maikundgebung 2017 Ladenburg DGB

Ab 10:30 Uhr im Reinhold-Schulz-Waldpark am 01. Mai 2017
Bei schlechtem Wetter im "Glashaus"
Ende der Veranstaltung ca. 16:00 Uhr

Redner:
Bernd Schuhmacher
Vorsitzender des DGB Ortsverbandes Ladenburg / Rhein Neckar

Stefan Schmutz
Bürgermeister Ladenburg

Elwis Capece
NGG Regionsgeschäftsführer

Unterhaltung: Waiting for Frank - Irish Folk -

Für vielfältige Speisen und Getränke sorgt bestens der Förderverein "Solidarität e.V."





Plakat Maikundgebung DGB Ladenburg 2017

Axel Sturm, Rhein-Neckar-Zeitung vom 06.02.2017

Grosse Trauer in Ladenburg um Wolfgang Zahner

Politiker und VHS-Geschäftsführer starb mit 61 Jahren

Er war ein Kämpfer für soziale Gerechtigkeit: Überraschend starb Wolfgang Zahner am Samstagabend.

Ladenburg. (stu) Die traurige Nachricht verbreitete sich gestern rasend schnell: Der langjährige Bürgermeisterstellvertreter, ehemalige SPD-Gemeinderatsfraktionssprecher; Kreisrat und Leiter der Volkshochschule, Wolfgang Zahner, ist am Samstagabend überraschend im Alter von fast 62 Jahren gestorben.

Der mit Uta Blänsdorf-Zahner verheiratete zweifache Familienvater war einer der profiliertesten Sozialdemokraten im Ortsverein. Schon in jungen Jahren war er bei den Jusos aktiv, setzte sich für die Gründung des Jugendzentrums "Die Kiste" ein und war ein Kämpfer für soziale Gerechtigkeit. Der Diplom-Volkswirt machte Karriere bei der Bezirkssparkasse in Weinheim, bevor er vor 27 Jahren zum hauptamtlichen Geschäftsführer der Ladenburger Volkshochschule berufen wurde. In seiner Schaffenszeit wurde nicht nur das Veranstaltungsprogramm modernisiert, sondern auch die Fusion mit der VHS Ilvesheim auf den Weg gebracht.

Politisch schlug das Herz von Wolfgang Zahner immer links. Als er im September 2015 nach 35 Jahren Gemeinderatsarbeit von Bürgermeister Rainer Ziegler aus dem Gremium verabschiedet wurde, konnte er auf eine stolze Leistung zurückblicken. Kein Stadtrat saß jemals länger am Ratstisch. Zahners Vor- und Ratschläge haben dazu beigetragen, dass sich die Stadt unter seinem väterlichen Freund und Bürgermeister Reinhold Schulz so positiv entwickelte.

An allen wichtigen Entscheidungen, die in den vergangenen 30 Jahren getroffen wurden, war der SPD-Fraktionssprecher beteiligt. Der Kunstsammler setzte sich für die kulturellen Einrichtungen wie die Stadtbibliothek, das Museum und die städtische Musikschule besonders engagiert ein. Auch die Entwicklung der Altstadt war dem langjährigen Vorstandsmitglied des Heimatbundes wichtig. Sein Blickwinkel war oft hilfreich, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Zahner sprach sich immer für eine lebendige, lebenswerte Altstadt aus, die keinen reinen Museumscharakter haben sollte.

Mit Tatkraft und Führungsverantwortung half Wolfgang Zahner die Gründung der Städtepartnerschaft mit Garango auf den Weg gebracht. Er war Mitglied der Delegation, die 1983 den Partnerschaftsvertrag mit der Stadt in Burkina Faso unterzeichnete. Er war von der Partnerschaftsidee so fasziniert, dass er mit einem Freund zu einer Abenteuerfahrt mit einem alten VW-Bus von Ladenburg nach Garango aufbrach. Über seine Erlebnisse berichtete die RNZ erst kürzlich. Im vorigen Jahr kündigte Zahner an, dass er zukünftig die Kommunalpolitik mit Blick von außen betrachten wird. Bis zuletzt hatte er sich aber im SPD-Ortsverein engagiert und Bürgermeisterkandidat Stefan Schmutz im Wahlkampf unterstützt.



Wolfgang Zahner im Glashaus